XX. Graf AMBROSIUS
ist in der Geschichte bekannt als der tapfere Verteidiger Bergamos
gegen das im Januar 894 über die Alpen nach Italien
gekommene Heer
ARNULFS VON
KÄRNTEN, das zunächst in Verona, wo König BERENGAR gebot,
freundlich aufgenommen worden war. Graf
Ambrosius war ein Anhänger
WIDOS, welcher sich selbst nach
Spoleto zurückgezogen hatte, eine
offene Feldschlacht vermeiden wollte und durch Verschließung der
festen
Städte ARNULF einen dauernden
Erfolg zu verwehren gedachte. Trotz
tapferster Gegenwehr, die in verschiedenen Quellen [1 Ann.
Fuldens. ad 894, Seite 123 (Augenzeugenbericht); Gesta Berengarii
lib. III, v. 79-123, Seite 115ff.; LIUDPRAND, Antapod. lib. I,
cap. 23, Seite 20f., REGINO, Chronicon ad 894, Seite 142. Vgl. BM²
nr. 1892
f und E. DÜMMLER, Geschichte des ostfränkischen Reiches
III² Seite 374.] gerühmt und
ausführlich beschrieben wird, gelang den Deutschen jedoch die
Eroberung Bergamos. Ambrosius konnte
sich in einen der
Befestigungstürme zurückziehen, ward aber auch hier bald
ergriffen,
gebunden vor ARNULF geführt und
darauf als „Urheber des Frevels"
in
voller Rüstung zum warnenden Beispiel vor dem Tore der eroberten
Stadt
an einem Baume aufgehängt.
Die Gemahlin mitsamt ihren Söhnen und den
großen Familienschätzen geriet ebenfalls in ARNULFS
Gewalt. Die
Landgüter gingen - wie die des bewaffnet in der Burg gefangenen
und als
Rebell hingerichteten Veroneser Kleriker Gottfried - in den Besitz der
Kirche von Bergamo über [2
CdL Seite 605, nr. 364 und Seite 596, nr. 359.].
Über Familie und Herkommen dieses Grafen ist noch nichts Naheres
ermittelt [3
Doch dürfte es möglich sein, über die Klärung der
Verwandtengruppe mit der er in das Gedenkbuch von Brescia (Cod.
necrol.-liturg.,ed.
VALENTINI Seite 66 = 36 r) eingeschrieben wordcn ist, der Lösung
dieser
Frage näher zu kommen.].