XV.    ALB U I N U S comes

erlaubte sich (ca. 906-910) - wie aus einem Brief des Papstes Sergius II. an den Bischof Johannes von Pola/Istrien und einem weiteren Schreiben des Erzbischofs Johannes von Ravenna an den gleichen Empfänger hervorgeht [1
LOEWENFELD, Acht Briefe aus der Zeit Kg. Berengars Seite 537 ff., nr. 7 und 8.] - einige Übergriffe auf Besitzungen des hl. Petrus und der Kirche von Ravenna im Gebiet des Bischofs von Pola. Diese dort konfiszierten Güter gab er seinen Vasallen. Der Papst ließ ihm dafür mit der Exkommunikation drohen; ja er stellte sogar die Bedingung auf: Berengarius rex non accipiet a nobis coronam (sc. imperialem), donec promittat, ut tollat Albuino ipsam marcam et det eam alteri meliori quam ipse est. Zumal hier die Vertreibung Alberichs aus seiner Mark von BERENGAR als Bedingung für den Empfang der Kaiserkrone erhoben wird und dazu die beschlagnahmten Güter im Gebiet von Istrien gelegen zu haben scheinen, pflegt man Albuin als Markgrafen von Istrien anzusehen [2 Vgl. A. HOFMEISTER, Markgrafen Seite 382.]. Ob der Papst mit seiner Forderung Erfolg hatte, wird nicht überliefert. Der Alboinus comes und dilectus fidelis wird lediglich noch in einer der Zeit von 902-913 angehörenden Urkunde König BERENGARS erwähnt [3 SCHIAPARELLI, I dipl. di Berengario I. Seite 249, nr. 94. Hinzuweisen wäre auch noch auf eine „Iscrizione ricordante Alboino, Berengario imperatore e Verona marmorea" aus dem XIV- XV. Jahrhundert; vgl. CIPOLLA, Forti edite Seite 127, nr. 46.].
Über die Abkunft Albuins ist nichts bekannt.