XIII. ALBERICUS
führte 889 BERENGAR
zum Kampf gegen WIDO
500 Mann zu. Seinen tapferen
Einsatz hätte er - wie der anonyme Dichter der Gesta Berengarii
imperatoris zu berichten weiß - beinahe mit dem Tode
durch Markgraf Anskars I. Hand
bezahlt [1
Gesta Berengarii lib. II, v. 89 und v. 197, Seite 102 und Seite 108.].
Da er also selbst in der
Schlachtreihe stand, wird man ihn kaum noch mit jenem Grafen Alberich
von Mailand identifizieren dürfen, der schon im Sommer 846
- also 43
Jahre früher! - gegen die Sarazenen aufgeboten war und nun, wenn
er
überhaupt noch lebte, ein alter, kampfuntauglicher Mann gewesen
sein
muß, dessen Sohn zumal auf Seiten
WIDOS kämpfte [2 Diese
Identifizierung schlägt E. DÜMMLER, allerdings in Unkenntnis
der frühen Quellenbelege Alberichs
von Mailand, vor; Gesta Berengarii Seite 27,
Anm. 2. ].
Auch der Versuch Th. WÜSTENFELDS [3
Th. WÜSTENFELD, Über die Herzöge von Spoleto Seite 420.],
diesen Albericus mit
Markgraf Amelrich I. von der unteren Etsch zu
identifizieren, muß als
irrig zurückgewiesen werden, da er nur über die falsche
Lesung
Ascherius für Alcherius und weitere hier nicht
näher darzulegende
Schlüsse zum Ziel führt. - Wenn dagegen Papst Johann VIII. dem
Erzbischof Romanus von Ravenna
im April 881 vorhält, daß er Albericum
comitem quasi ex parte
imperiale Ravennam adsciscere et nobiles cives
ipsius ... distringere innormiter coegi(t) [4 MG Epist.
VII, Seite 247, nr. 280.], dann dürfte man
hier noch
einen weiteren Beleg für diesen Alberich
haben. - Alberich scheint mit
einer Gräfin Berta vermählt
gewesen zu sein; Urkunden OTTOS I. und
HEINRICHS V. nennen
bei der Bestätigung eines Urteilsspruches für die
Kirche von Mantua nämlich eine comitissa Berta relicta Alberici
marchionis [5
MG DD Otto I. Seite 548, nr. 403.].
Daß Alberich, der Helfer
BERENGARS, schon ein
höheres Amt verwaltet
haben muß und dazu wohl auch ein Franke war, geht schon aus der
großen
Zahl (500!) seiner in Francigenis
duris ludis eingeübten Leute hervor.