II.    ADELBERTUS


Der im unteren Etschgebiet reich begüterte Markgraf Amelrich (II.) nennt in einer Urkunde vom 30. Januar 954 für das Kloster Brondolo eine in der Nähe seines Hofes Bagnolo (= Bagnoli di Sopra, 12 km sö. Monselice) gelegene turris, quae fuit bone memorie Adelberti duces bisavii mei. Er erwähnt dabei auch eine Schenkung, die sein Vater Amelrich (I.) pro anima Ingelburge avie mee an das Kloster Nonantola vornahm [1
GLORIA, Padua I Seite 61, nr. 42 (= CESSI, Document) II Seite 62, nr. 39).]. Ob Ingelburga dabei Adelberts Tochter oder Schwiegertochter war, ist nicht zu ersehen.
Adelbert, der vielleicht mit einer gewissen Ildeburga vermahlt war [2
2 Vgl. Skizze Adelbertus (von Reggio?). - Daß Ingelburga und Ildeburga ein und dieselbe Person sein könnten, daß also in der nur in Abschrift des 12. Jahrhunderts überlieferten Urkunde Amelrichs II. sich ein Abschreibefehler (vielleicht bisavii statt et avii oder avie mee statt avie sue) verbirgt, ist nicht ausgeschlossen. Wir halten uns hier jedoch an den überlieferten Wortlaut.] und der als Ahn Amelrichs II. fränkischer Abstammung gewesen sein muß, dürfte vor der Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert im unteren Po- und Etschgebiet gelebt haben [3 Liegt eine Identität mit jenem Grafen und Missus KARLS III. Adalbert vor, der am 17. Mai 880 zusammen mit dem Bischof Johann von Pavia und dem Grafen Alberich von Mailand in Como einen Gerichtstag abhielt (MANARESI, I placiti Seite 581, nr. 8)? Daneben ist in diesem Zusammenhang nicht zu vergessen, daß in der im 12. Jahrhundert (wohl nach einer Vorlage) gefälschten Urkunde Liutfrids II. (885/Oktober/6) ein Landstrich der heredes quondam Adelberti comitis in Cremona genannt wird (vgl. Skizze Liutfrid I., Anm. 17). Auch Adalbert I. von Lucca-Tuszien (846-886, vgl. A. HOFMEISTER, Markgrafen Seite 333ff.) darf bei Identifizierungsvorschlägen nicht völlig außer acht gelassen werden.].