III. A D A L B E R T von Ivrea
gehört zu denjenigen oberitalienischen Großen, die auf die
Geschichte
Italiens zu Beginn des 10. Jahrhunderts den maßgeblichsten
Einfluß
ausübten. Schon die erste Erwähnung zeigt ihn in einer
Rebellion gegen
König BERENGAR, obgleich er dessen Tochter Gisela zur Frau genommen
hatte; zusammen mit einigen anderen oberitalienischen Grafen schickte
er im Jahre 900 Boten an König LUDWIG DER BLINDE VON DER PROVENCE,
damit
dieser komme und BERENGAR die
Macht entreiße [1
LIUDPRAND, Antapod. lib. b. II, c.32-35, Seite 52ff. Wenn
Berengar II.,
der Sohn Adalberts von Ivrea
aus der Ehe mit Gisela
(Antapod. lib. V, c. 4) bereits im April 918 als comes et missus
discurrens in Mailand einen Gerichtstag abhält (CdL Seite
822, nr. 475),
dann muß er - dies zur Bestätigung der Nachricht LIUDPRANDS
-
mindestens schon um 900 geboren sein, das heißt die Ehe Adalberts mit
Gisela
muß also schon vor 900 - vor der Rebellion - geschlossen gewesen
sein. Die Verheiratung Adalberts
mit Gisela
ist auch ersichtlich aus
dem Diplom König Hugos vom 24. Juli 929: curtis Pollicinum, qua(e) a
Gisla eidem
Adelberto evenit;
SCHIAPARELLI, I dipl. di Ugo
Seite 63, nr. 21.]. Adelbertus marchio
filius quondam Anscherii et Leutfredus comes ac etiam Radulfus
comes et Unaldus
wurden hernach auch von LUDWIG (am
21. April 902) in
Vercelli als seine dilectissimi
fideles bezeichnet, als sie für einen
Vasallen des Vicegrafen Gariard/Gaddo die Überlassung einer curticella
in Cusiningo erbaten [2
SCHIAPARELLI, I dipl. di Lodovico III. Seite 51, nr. 18. - Der
Adalbertus inclytus marchio, der am 11. März 901 mit dem Pfalzgrafen
Sigefred bei LUDWIG in
Pavia intervenierte (Seite 26, nr. 9), dürfte
dagegen eher mit dem Adalbertus illustris
Tusciae marchio, der mit
Sigefred und Adelelm von
Valence am 12. Oktober 900 schon einmal in
Pavia war (Seite 5, nr. 2), zu identifizieren sein. Ob das gleiche auch
für den Adelbertus
eines verfälschten Diploms LUDWIGS vom
11. Februar
902 gilt (Seite 76, nr. + IV - ricorse ad un diploma autentico di
Lodovico III), oder ob hier in der von Adalberto
ac etiam Sigefredo
ducibus für das Kloster Nonantola erbetenen Urkunde der Markgraf
Adalbert von Ivrea gemeint ist, muß offen bleiben.].
Diese Leute und dazu der Markgraf
Adalbert von Tuszien, der Pfalzgraf
Sigefred und der Graf Gotfried
waren die stützen der Herrschaft Ludwigs in Italien; und
unter ihnen
nahm Adalbert durch die
Beherrschung Nordwest-Oberitaliens und der Paßstraßen nach
Burgund und nach der Provence eine überaus wichtige
Stellung ein. In Vercelli erkannte Adalbert
damals (9. Mai 902) vor einem Missus LUDWIGS DES BLINDEN die
auf Intervention seines Vaters von Kaiser
WIDO dereinst
ausgestellte Freilassungsurkunde des Einwohners
Martinus aus Vercelli
als zurecht bestehend an [3
MANARESI, I placiti Seite 418, nr.113 (= TIRABOSCHI, Nonantola II Seite
85, nr. 63).]. Schon im März des Jahres
hatte er in Novara dem
iudex et notarius Evertus
die Erlaubnis zur Abfassung einer
Tauschurkunde gegeben und diese Urkunde nach Regierungsjahren
LUDWIGS III. zählen lassen [4
COLOMBO, Cartario di Vigevano, BS SS 128, Seite 8, nr. 4 (= BS SS 78 -
Novara - Seite 31, nr. 22): per mihi
dato licencia Adelberti
inluster marchio et comes seu per data licencia Garibaldus episcopus et
misso domni regi ...]. - Ob und inwieweit Adalbert auch etwas mit dem
zweiten Italienzug LUDWIGS III.,
der mit dessen Blendung (905) endete,
zu tun hatte, ist bei der Knappheit der Quellen nicht zu erweisen. Doch
ist eine erneute Parteinahme für LUDWIG nicht
unwahrscheinlich, da in
seinem - von Ivrea bis Turin und in das Gebirgsland von Montferrat sich
erstreckenden Einflußgebiet [5
In Ivrea war er seinem Vater nachgefolgt. Daß er im Val d'Ossola
Einfluß ausübte, beweist die dortige Stellung seines fidelis, des
Vicegrafen Gariard (vgl. Anm. 8 und 10). Daß Turin zum
Amtsgebiet
Adalberts gehörte, ergibt
sich daraus, daß er unam turrim
in praedicta
civitate (Taurinensi) constructam besaß, die er cum terris sibi
adhaerentibus dem Kloster Breme schenkte (vgl. Anm. 13).
Einfluß auf
das Gebiet von Montferrat läßt sich aus seinem Besitz in
Breme und Asti
erschließen.] die wichtigsten
Alpenpaßstraßen
einmündeten und LUDWIG somit
ja nur mit seinem Einverständnis das 2.
Italienunternehmen wagen konnte [6
Der Adalbertus, der in den
Gesta Berengarii lib. IV,
v. 77, Seite 128 als Vertreiber des burgundischen Heeres aus Italien
nach
der Blendung Kaiser LUDWIGS
genannt wird, ist - da die beiden
Italienzüge von 900 bis 902 und 905 in dieser Dichtung zu einem
Zug
verschmolzen werden - wohl auf Adalbert
von Tuszien und dessen Anteil
bei LUDWIGS
Vertreibung 902, den LIUDPRAND (Antapod. lib. II,
c. 35, Seite 54) bezeugt, zu beziehen. Dann hat man auch nicht
nötig, mit
E. DÜMMLER, Gesta Berengarii Seite 38, Anm. 4 die gleichzeitige
Nennung des Apennin als Verwechslung mit den pennischen Alpen zu deuten.].
Nach LUDWIGS
III. Blendung suchte Adalbert eine
Aussöhnung mit König
BERENGAR. Bereits im
Juni 907 ließ der Lambertus ex genere Francorum
vassus Adelberti illustris marchionis seine Urkunde, mit der er einige
Besitzungen im Gebiet von Asti vom Kloster Nonantola zu Libell nahm,
nach Regierungsjahren BERENGARS
zählen [7
TIRABOSCHI, Nonantola II Seite 68, nr. 92.], das
heißt BERENGAR
als sein und
seines Herrn Oberhaupt ansehen. Am 14. August 908 erbat dann der
Vicegraf Gariard als fidelis
Adalberti marchionis von BERENGAR eine
Besitzbestätigung für das von ihm selbst gegründete
Kloster Fontaneto [8
SCHIRAPARELLI, I dipl. di Berengario I. Seite 183, nr. 68.],
und am 23. Juni 909 intervenierte der Markgraf
Adalbert bereits
wieder als dilectissimass
fidelis bei BERENGAR in
Pavia zugunsten der
St.-Johannes-Kirche in Pavia [9
SCHIAPARELLI, a.a.O. Seite 185, nr. 69: noverit industria, Adelardum illustrem
marchionem dilectissimum fidelem
nostrum nostram suppliciter
exorasse clementiam... - Daß die Lesart „Adelardum" in der allein
erhaltenen Kopie von 1648 in „Adelbertum"
verbessert werden muß, hat
bereits E. DÜMMLER, Gesta Berengarii Seite 35, Anm. 1 vermerkt.].
Am 13. Juni 910 war der Adelbertus gloriosus marchio dilectus
gener et fidelis noster
noch einmal selbst bei BERENGAR in
Pavia und trat als Fürbitter
für eine weitere Bestäitigung des im Comitat von Ossola
gelegenen Besitzes seines fidelis,
des Vicegrafen Gariard, ein [10
SCHIAPARELLI, a.a.O. Seite 192, nr.71.]. Am 26.
Januar
913 verlieh der in Monza weilende König
BERENGAR auf Adalberts und des
Grafen Grimald Bitte der Kirche
von Vercelli den dortigen Königshof, 2
Mühlen vor der Stadt sowie verschiedene Marktgerechtigkeiten [11
SCHIAPARELLI, a.a.O. Seite 232, nr. 87; die von den gleichen
Intervenienten erbetene Urkunde für den Vicecomes Autbert (von Asti)
dürfte in den gleichen Tagen erlassen worden sein (a.a.O. Seite
247, nr.
93). Markgraf Adelbert wird
dazu noch in 3 plumpen Fälschungen - ohne
historischen Wert - genannt (Seite 363, nr. + 1; Seite 371, nr. + 3; S.
396,
nr. + 14).].
In den nächsten Jahren - die Chronologie ist jedoch recht unsicher
-
scheint sich Adalbert der
Fürsorge der Mönche des Klosters Novalese
angenommen zu haben, die vor den in den Alpentälern
plündernden
Sarazenen der Bergfeste Fraxinetum zu Beginn des 10. Jahrhunderts nach
Turin geflüchtet waren. Er übertrug ihnen zunächst die
Turiner St.
Andreaskirche cum porta conmitale
secus murum civitatis [12
Chron. Novali c. lib. V, c. 5, Seite 247. Vgl. weiter CIPOLLA,
Monumenta Novalic. vetust. I Seite 109, nr. 45 - Diplom Papst Johanns
XIII. von 972/April/21; Seite 114, nr. 46 - Diplom OTTOS I. von
972/Mai/l; Seite 119, nr. 50 und Seite 123, nr. 52 - Diplome OTTOS III.]-,
einen
Befestigungsturm dieser Stadt mit angrenzendem Land [13 Geht hervor
aus Dipl. Hugos
vom 24. Juli 929 (SCHIAPARELLI, I dipl. di Ugo Seite 63, nr. 21).],
kaufte
schließlich den aus Breme vorn König wegen zu harter
Bedrückung der
Untertanen vertriebenen Brüdern
Arland und Garland die
Hälfte ihres
Besitzes ab, schenkte sie den Mönchen und schuf der Kongregation
hier
eine neue Heimstätte [14
Chron. Novalic. lib.V, c.15/16, Seite 258. SCHIAPARELLI, I dipl. di Ugo
Seite 63, nr. 21: Bremeto scilicet,
quam ab Herlando emit. Der
Überführung des Klosters nach Breme wird verschiedentlich
gedacht: vgl.
neben Chron. Novalic. App. III, Seite 285ff. (cenobio ... a
dyra genie Sarracenorum, illo superveniente, funditus dissipato, sed
rursum, annuente gratia superni Conditoris, a quodam marchione,
Adhelbertus nomine, pater Berengarii
regis, qui dicebatur, feliciter
restaurato, in oppido, quod dicitur Bremidum) die in Anm. 12
zitierten
Urkunden und CIPOLLA, Monumenta Novalic. vetust. I, nr. 58, 62,
75. Ob Arland und Garland in Breme ein Amt
verwalteten, kann man aus den
vagen Andeutungen des späten Chronisten nicht erkennen. Daß
sie Franken
waren, geht aus dem Rechtsbekenntnis der Tochter Arlands, Adalburga (CdL Seite 894,nr. 526),
hervor.102].
Als sich zu Ende 921 in Ober-Italien eine neue Verschwörergruppe
sammelte, da war der Markgraf
Adalbert von Ivrea wieder beteiligt. In
den Brescianer Bergen kamen die Verschworenen zu einer Beratung
über
BERENGARS
Absetzung zusammen: Markgraf Adalbert
von Ivrea, Pfalzgraf
Odelrich, (Graf) Giselbert etc. Doch BERENGAR
konnte diese durch
herbeigerufene Ungarnhaufen überfallen und gefangennehen oder
töten lassen. Adalbert blieb schnelle Verkleidung unerkannt und
konnte sich wie ein einfacher miles in einem benachbarten Castell von
einem seiner eigenen Untergebenen freikaufen lassen. Sobald er aber
nach Ivrea zurückgekehrt war, sandte er - im Einvernehmen mit
denen, die entkommen waren oder denen
schon vergeben worden war - den (Grafen) Giselbert zu König Rudolf II. von Hoch-Burgund,
um diesem die Herrschaft über Italien anzutragen [15 LIUDPRAND,
Antapod. lib. II, c. 57-64, Seite 63 ff.]. Und
nachdem Rudolf
innerhalb von 30 Tagen nach Italien gekomme war,
befand sich auch Adalbert in
seiner Begleitung. Am 4. Februar 922 trat
der Adelbertus
gloriosissimus marchio dilectissimus fidelis bei Rudolf
in Pavia als Fürbitter für eine Besitzbestätigung an die
Kirche von
Parma auf [16
SCHIAPARELLI, I dipl. di Rodolfo II. Seite 95, nr. 1.];
am 8. Dezember 922 setzte er sich nochmals bei Rudolf
für
die Kanoniker von Parma ein [17
SCHIAPARELLI, a.a.O. Seite 100, nr.3.]. Die
Schlacht bei Fiorenzuola, in der am
17. Juli 923 die Truppen Rudolfs und BERENGARS
aufeinanderprallten,
wurde von seinem Untergebenen
Gariardus gemeinsam mit dem späteren
Markgrafen Bonifaz von Camerino und Spoleto zu Rudolfs
Gunsten
entschieden [18
LIUDPRAND, Antapod. lib.
II, c. 66, Seite 67. ].
Bald darauf scheint er jedoch verstorben zu sein. Defuncto Adelberto,
Eporegiae civitatis marchione, uxor eius Hermengarda (Tochter
des
Markgrafen Adalbert von Tuszien,
die Adalbert von Ivrea nach
dem Tode
Giselas
in 2. Ehe zur Frau genommen hatte,) totius
Italiae principatum
obtinebat, schreibt LIUDPRAND [19
Antapod. lib. III, c. 7, Seite 77.], und am 8.
Oktober 924
intervenierte bereits Hermengarda inclyta
comitissa mit dem
ebenerwähnten Markgrafen Bonifaz
bei Rudolf in
Pavia für die Schenkung
der curtis Sabbioneta an den
Bischof von Parma [20
SCHIAPARELLI, I dipl. di Rodolfo II. Seite 111, nr. 6.].
Am 5. Dezember des Jahres
setzten sich dann die Hermingardis nobilissima comitissa et filii eius
Berengarius
et Ascerius incliti comites bei
Rudolf für
die Überlassung
des Castel vecchio d'Asti mit allem Zubehör an den Grafen Autbert von
Asti ein [21 SCHIAPARELLI,
a.a.O. Seite 122, nr.10.]. Bei dem Placitum des Pfalzgrafen Giselbert am 14. Mai
927
traten auch vassalli Hermengarde comitesse, nicht
mehr vasalli
Adelberti marchionis,
auf`[22
MANARESI, 1 placiti Seite 497, nr. 133 (= CdL Seite 891, nr. 524).],
und am 1. Mai 928 bezeichnete sich Berengar
II. bereits als marchio,
filius hone memorie Adelberti illustris
marchio(nis) [23 CdL Seite
894, nr. 526.]. Eine am 28. Februar 929 vor König Hugo in Turin
ausgestellte Urkunde des Adalbertus gratia Dei humilis marchio hic in
Italia, mit der den Novaleser
Mönchen die villa
Gonzole und die curtis
von S. Dalmazzo geschenkt werden, kann deshalb - trotz SCHIAPARELLIS
gegenteiliger Versicherung - nicht echt sein [24
SCHIAPARELLI, I dipl. di Ugo Seite 51, nr.19 (= CIPOLLA, Mon. Novalic.
vet. I Seite 95, nr. 36). Auffällig ist schon die Formel gratia Dei humilis marchio hic in Italia,
noch mehr aber die Art der Bestätigung dieser Urkunde durch König Hugo (coram dicto domno rege confirmnante et
laudante) an Stelle der sonst üblichenköniglichen
Bestätigungsurkunde (vgl. dazu auch Skizze
Amalrich II., Anm. 9). Liegt
aber vielleicht bei dieser Urkunde eine
Nachfälschung auf Grund alter Ansprüche und anderer echter
Vorlagen
vor? Die angewendeten Rechtsformeln legen zumindest eine derartige
Vermutung nahe. Vgl. dazu auch E. DÜMMLER, Gesta Berengarii Seite
49, Anm. 3.].
Die Macht in Ivrea ging zunächst auf Hermengarda über. Nachdem König Rudolf (924/25?) für
einige Zeit nach Burgund abgezogen war, zettelte sie gegen diesen eine
neue Rebellion an, besetzte Pavia, ja soll es darauf sogar vermocht
haben, Rudolf
von seinen bisherigen Freunden und Beratern zu trennen und diesen mit
den Mitteln einer raffinierten Liebschaft an sich zu binden, wodurch
aber von Rudolfs
ehemaligen Freunden nun der Markgraf Hugo von Vienne, Hermengardas Stief-Bruder, als neuer
Kronprätendent nach Italien gerufen worden sei. Wenn Rudolf sich
darauf nach Burgund zurückzog, um neue Truppen zu holen und auch seinen Schwiegervater, den Herzog Burchard von Schwaben,
für die neue Auseinandersetzung zu gewinnen, sich dann
längere Zeit in Ivrea mit seinen Leuten aufhielt, Hugo dagegen
über See kommend in Tuszien Fuß faßte und die
Alpenpässe mied, FLODOARD in Vergröberung der Nachricht von
der Liebschaft Hermengardas
und Rudolfs
sogar Rudolf
eine zweite Ehe vivente uxore sua
zuschrieb, dann scheint diese sehr groteske Nachricht LIUDPRANDS an
Glaubhaftigkeit zu gewinnen [25
LIUDPRAND, Antapod. lib. III, c. 7-16, Seite 77-81
und FLODOARD, Annales ad 926, Seite 35. Da diesem Teil der
Liudprand-Erzählung schon die Tendenz zugrunde liegen kann, in
Ermengarda die ganze Familie Berengars II., ihres
Sohnes und Liudprands
Todfeindes zur Zeit der Abfassung der Antapodosis, in das
verwerflichste Licht zu stellen, hat die Forschung diese Nachricht
Liudprands bisher immer mit
Skepsis aufgenommen.]. Bald muß Hermengarda aber auch bei ihrem
Stief-Bruder Vertrauen gesucht haben. Bereits am 3. September 926 war
sie bei Hugo
in Pavia und intervenierte zusammen mit dem Erzbischof Lampert von Mailand, dem Bischof Adelbert von Bergamo und dem
Grafen Giselbert für die
Bestätigung des Besitzes des S. Sistoklosters in Piacenza [26
SCHIAPARELLI, I dipl. di Ugo Seite 6, nr. 2.
Erzbischof Lampert ist - nach
LIUDPRAND - sogar einer
derjenigen, die Hermengarda
durch ihre Machenschaften dazu trieb,
Anlehnung bei Hugo
zu suchen.]. Auch im Jahre 929, als sie
ihre Macht schon an ihren Stiefsohn
Berengar (II.) abgegeben hatte, hielt sie
sich am Hofe Hugos
auf [27
SCHIAPARELLI, a.a.O. Seite 61, nr. 21. - Drei
weitere Urkunden, die Ermengarda
am 17. Sept. 929, am 16. Sept. 930 und
am 29. Febr. 932 in der Umgebung Hugos zeigen
(SCHIPARELLI, a.a.O. Seite 70, nr. 24; Seite 76, nr. 26; Seite 87, nr.
29), sind Parmenser
Fälschungen; vgl. dazu C. MANARESI, Alle origini del potere dei
vescovi Seite 235ff.].
Markgraf Adalbert von Ivrea war
fränkischer Abkunft; das wird klar durch die Erzählung von
der Einwanderung seines Vaters Anskar
und durch die Rechtsbekenntnisse seiner Söhne, - des Markgrafen und späteren Königs Berengar (II.), der aus der Ehe mit Gisela, der Tochter BERENGARS
I., stammte, und des
Markgrafen Anskar II., den ihm Hermengarda gebar [28 Vgl. CdL
Seite 915, nr. 537 (von 931/April/25); SCHIAPARELLI, I dipl. di Ugo
Seite 232, nr. 80 (Insertum von 945/April/8). Die
Filiation wird auch von LIUDPRAND, Antapod. lib. II, c. 56;
lib. IV, c. 8; lib. V, c. 4 bestätigt.].