Sohn des 1078 gefallenen Grafen Heinrich von Hildrizhausen
Lorenz, Sönke: Seite 299-301
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"Staufer, Tübinger und andere Herrschaftsträger
im Schönbuch"
In der Glehuntare etablierte sich spätestens in der
2. Hälfte des 11. Jahrhunderts eine Adelsfamilie, die sich nach ihrer
Burg in oder bei Hildrizhausen benannte. Die Lage der 1165 zerstörten
Burg konnte noch nicht ermittelt werden. Comes
Heinrich von Hildrizhausen wird im Schenkungsbuch von Kloster
Reichenbach faßbar anläßlich der großen Schenkung
des Diemar von Trifels an Hirsau. Der Schenkungsvorgang fällt in das
Ende der 80-er Jahre des 11. Jahrhunderts und wird von den führenden
schwäbischen Parteigängern des Papsttums bezeugt: Abt Wilhelm
von Hirsau (+ 1091), der Hirsauer Vogt Graf Adalbert II. von Calw (+ 1099),
Herzog Berthold II. von Zähringen (+ 1111), Graf Liutold von Achalm
(+ 1098) und sein Bruder Graf Cuno von Wülfingen (+ 1092), Graf Friedrich
I. von Zollern, Graf Hugo II. von Tübingen und sein Bruder Heinrich,
dann Graf Heinrich von
Hildrizhausen und sein Bruder Hugo
von Kräheneck, Konrad von Württemberg und andere namentlich
genannte Adlige.
Über Heinrich von Hildrizhausen
liegen nur bruchstückhafte Nachrichten vor. Er war mit Beatrix
(gestorben
1104), einer der fünf Erbtöchter Herzog Ottos III. von Schwaben
(gestorben 1057), des letzten Grafen von Schweinfurt, verheiratet und soll
seinen Schwerpunkt an den Main verlegt und als Markgraf der Nordmark
agiert haben. Als Kinder sind bezeugt: ein Konrad (als adolescens
1104 kurz vor der Mutter ums Leben gekommen), Otto der Blinde (um
1100 Mönch in Hirsau), Eberhard (von 1097 bis zu seinem Tod
1112 Bischof von Eichstätt und 1104 Erbe von Schweinfurt), und Beatrix.
Beatrix
aber wurde die Frau Graf Gottfrieds (I.) von Cappenberg (gestorben 1106)
und gebar ihm die späteren Gründer des Prämonstratenserstifts,
die Grafen Gottfried (II.) und Otto.
oo Beatrix von Schweinfurt, Tochter des Markgrafen
Otto
um 1040-
1104
Beatrix
war die Erbin von Schweinfurt.
Kinder:
Konrad
-
1104 gefallen
Otto der Blinde Mönch zu Hirsau
-
Eberhard Bischof von Eichstätt (1106-1112)
um 1065/70 -6.1.1112
Beatrix
-
1115/22
1. oo Gottfried I. Graf von Cappenberg
- 1106 gefallen
2. oo Heinrich I. Graf von Rietberg
- 1115/18
Literatur:
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Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung
im östlichen Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977
Seite 245 - Lorenz, Sönke: Staufer, Tübinger und andere
Herrschaftsträger im Schönbuch, in Von Schwaben bis Jerusalem
von Sönke Lorenz/Ulrich Schmidt (Hg), Seite 285-321 Jan Thorbecke
Verlag Sigmaringen 1995 Seite 299-301 - Schütz Alois: Die Andechs-Meranier
in Franken und ihre Rolle in der europäischen Politik des Hochmittelalter,
in
Die Andechs-Meranier in Franken. Europäisches Fürstentum
im Hochmittelalter. Verlag Philipp von Zabern Mainz 1998, Seite 4,13 -