KATZENELNBOGEN


Lexikon des Mittelalters:
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Katzenelnbogen, Grafschaft
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Die Herrschaftsbildung gründete sich anfänglich auf Vogteien der Klöster Prüm, Siegburg und Bleidenstadt sowie des Erzbistums Mainz im Gebiet südlich der Lahnmündung. Namengebend wurde die um 1095 erbaute Burg K
atzenelnbogen (Rhein-Lahn-Kreis). St. Goar und Braubach wurden wichtig, wo die KATZENELNBOGENER als Untervögte der Grafen von Arnstein aufstiegen. Nach vorübergehendem Auftreten im Kraichgau als Anhänger König KONRADS III. wurden Stellungen an der Bergstraße, im Odenwald und im Ried aufgebaut. Die Landesherrschaft gliederte sich fortan in die Nieder- und die Obergrafschaft.
In erstaunlich zielstrebiger Kombination von Heiratspolitik, Kauf und Pfand, aber auch kriegerische Aktivität erweiterten die Grafen ihren Besitz im Rheinengtal, auf dem Hunsrück, an der Lahn und im Taunus.
In der Obergrafschaft wurde stetig die innere Konsolidation betrieben. Aus der Niedergrafschaft griff man auf Kosten fast aller Nachbarn in den Westerwald und in die Wetterau aus. Auf Verpfändungen der geistlichen Kurfürsten beruhen die Erfolge einer Rheinzollpolitik, die das Haus
KATZENELNBOGEN zu einem der finanzstärksten Mächte aufsteigen ließ. Grundzug des politischen Verhaltens der Grafen blieben seit der STAUFER-Zeit Reichsdienstleistungen für alle Kronträger. Verwaltungssitze waren Burgen mit einem dem Grafen-Haus eigenen Baustil. Nach dem Erlöschen des Hauses 1479 fiel die Grafschaft an die Landgrafschaft Hessen, die dies wertvolle Erbe in Kämpfen mit allen Nachbarmächten erst im Frankfurter Frieden von 1557 sicherte.
A. Gerlich

Quellen u. Literatur:
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 K.E. Demandt, Reg. der Gf.en v. K. 1060-1486, 4 Bde, 1953-57
 K.E. Demandt, Die Anfänge des K.er Grafenhauses und die reichsgeschichtl. Grundlagen seines Aufstieges. NassA 63, 1952, 17-71
 K.E. Demandt, Die letzten K.er und der Kampf um ihr Erbe, ebd. 66, 1955, 98-132
 B. Diestelkamp, Das Lehnrecht der Gft. K. im 14. und 15. Jh., 1980.