HENNEBERG, GRAFEN VON
 

EUROPÄISCHE STAMMTAFELN NEUE FOLGE BAND XVI Tafel 144-149
EUROPÄISCHE STAMMTAFELN NEUE FOLGE BAND III TEILBAND I Tafel 54
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 2130
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Henneberg
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Nach der Burg Henneberg bei Meiningen benanntes Geschlecht (früher angenommene Herkunft von den älteren BABENBERGERN heute bezweifelt), das mit Poppo I. (
1078), der das Fundament für die Besitz- und Machtfülle seines Hauses zwischen Rhön, Thüringer Wald und Haßbergen legte, im Gefolge Kaiser HEINRICHS IV. aufstieg.
In Auseinandersetzungen mit Würzburg, wo die Grafen von Henneberg durch kaiserliche Gunst Burggrafen und Hochstiftsvögte wurden und Gebhard, Sohn Godebolds II., Gründers des hennebergischen Hausklosters Veßra, Bischof war, erlitten sie besonders in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts Rückschläge.
Ihr politisches Interesse richtete sich dann mehr nach Südosten; aus dem Erbe der ANDECHS-MERANIER gewannen sie Coburg. Die neuerworbenen Gebiete faßte Hermann I., zweimal (1247, 1256) vom Papst favorisierter Thronkandidat, als »Neue Herrschaft« zusammen.
Durch die Teilung von 1274 entstanden die Linien Schleusingen, Hartenberg und Aschach (später Römhild). Eine Vormachtstellung Hennebergs in Franken begründete Berthold VII. (1284-1340), einflußreicher Parteigänger Kaiser LUDWIGS DES BAYERN, der 1310 die Schleusinger Linie in den Reichsfürstenstand erhob.
Als Bertholds Sohn Heinrich VIII. (1340-1347) ohne männliche Erben starb, gelangte die Pflege Coburg an die WETTINER; weitere Verluste schwächten die Position der Grafen in Franken auf Dauer.
Heinrichs VIII.
 Bruder Johann I. konnte nur vier Ämter, darunter Schmalkalden, halten.
Beim Aussterben der Linie 1583 fiel das völlig verschuldete Land größtenteils an die WETTINER.
Der letzte Sproß der ebenfalls verschuldeten Hartenberger Linie verkaufte den Rest seines Besitzes 1371 an seinen Aschacher Vetter.
Die Besitzungen der Grafen von Henneberg-Aschach gingen im 14. Jahrhundert zum größten Teil an Würzburg verloren; sie verlegten ihre Residenz 1391 auf Burg Hartenberg, 1465 nach Römhild, von wo aus Georg I., dem Vater Kurfürst Bertholds von Mainz, noch einmal der Ausbau eines ansehnlichen Territoriums gelang. Die Erhebung auch des Römhilder Zweigs in den Reichsfürstenstand 1486 aber hielt den Niedergang der durch eine weitere Teilung geschwächten Linie nicht auf. Sie starb 1549 aus.
A. Wendehorst

Bibliographien:
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E. Henning - G. Jochums, Bibliogr. zur Henneberg. Gesch., 1976
E. Henning - G. Jochums, Nachträge und Ergänzungen, Mainfrk. Jb. 31, 1979, 163-168

Quellen:
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Henneberg. UB, hg. K. Schöppach u. a., 7 Bde, 1842-77
E. Müller, Übersicht über die Bestände des Landesarchivs Meiningen, 1960

Literatur:
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NDB VIII, 536-538
F. Tenner, Burg H., der Stammsitz des henneberg. Gf.enhauses, 1936
E. Zickgraf, Die gefürstete Gft. H.-Schleusingen, 1944
E. Henning, Die Entwicklung der Landesherrschaft zw. dem n. Thüringer Wald und dem s. Maingebiet am Beispiel der Gft. H., Mainfrk. Jb. 14, 1972, 1-36
E. Schubert, Berthold VII. (d. Weise) v. H., Frk. Lebensbilder 5, 1973, 1-22.


Gefürstete Grafschaft in Franken, benannt nach der Burg Henneberg südwestlich von Meiningen. Das alte Grafen-Geschlecht verlor das Coburger Gebiet 1353 an die WETTINER, 1583 starb es aus; den Hauptanteil des Erbes erhielten die ERNESTINER und das Albertinische Kursachsen.

Patze Hans/Schlesinger Walter: Seite 201
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"Geschichte Thüringens"

Schon der erste wissenschaftliche Historiker dieses Grafen-Hauses, Spangenberg, hat im 16. Jahrhundert nachgewiesen, dass eine genealogische Verbindung zwischen den im 9. Jahrhundert im Grabfeld gebietenden Grafen mit dem Leitnamen Poppo, die nach ihrer Burg auch BABENBERGER genannt werden, und den späteren Grafen von Henneberg bestehen muß. Außer den Leitnamen ist die weitgehend übereinstimmende Lage der Güter der BABENBERGER-POPPONEN und der HENNEBERGER ein wesentliches Indiz der Beweisführung für diesen Zusammenhang. In der erbitterten Fehde, die am Beginn des 10. Jahrhunderts zwischen den POPPONEN-BABENBERGERN und den KONRADINERN im mittelalterlichen Mainland ausgefochten wurde, blieben den POPPONEN ihre Allode. Darauf baute sich die Herrschaft der im 11. Jahrhundert in Erscheinung tretenden Grafen von Henneberg auf.