Begraben: Königsfelden (Aargau,
Schweiz)
Älteste Tochter des Herzogs Meinhard II. (IV.)
von
Görz-Tirol
(† 1.11.1295) aus
dem Hause der MEINHARDINER und
der
Elisabeth von Bayern, Tochter
von Herzog Otto II. dem Erlauchten († 29.11.1253) und der Agnes von
Braunschweig-Pfalz;
Schwester von Herzog Otto II. von
Kärnten († 25.10.1310), Graf Albert II. von Tirol († 24./30.4.1292), Ludwig von Görz-Tirol († 22.9.1305),
König Heinrich VI. von Böhmen († 2.4.1335), Landgräfin Agnes von Thüringen († 14.5.1293),
Stief-Schwester von Domprobst
Friedrich von Brixen († 13.3.1333),
Graf Heinrich von Eschenloch (†
1349), Burggraf Albrecht von Tirol († 1335/36)
und von Herzog Konradin von Schwaben († 29.10.1269
hingerichtet), Nichte von Gräfin Adelheid von Ortenburg (†
1291), Graf Albert
IV.(I.) von Görz und Tirol († 1.4.1304)
und Gräfin Bertha von Wullenstetten († 8.2.1267), Enkel
von Graf
Meinhard III. von
Görz
(† 22.7.1258) und
der Adelheid von Tirol,
Groß-Nichte vom Römischen
Kaiser OTTO IV. († 19.5.1218)
Lexikon des Mittelalters: Band III
Seite 1831
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Elisabeth, deutsche Königin
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* 1262/63, † 28. Oktober 1313
Königsfelden
Begraben: Königsfelden (Aargau, Schweiz)
Tochter des
Grafen Meinhard
II.
von Tirol-Görz und der Elisabeth von Wittelsbach (Witwe
König
KONRADS IV.),
Halb-Schwester
Konradins
Gemahlin ALBRECHTS I. VON
HABSBURG
oo 20. November 1274
Elisabeth, die Stamm-Mutter aller HABSBURGER, scheint von ihrem Vater ein starkes Verständnis für Realpolitik und wirtschaftliche Belange geerbt zu haben. Sie förderte wesentlich die Salzproduktion in Hallstatt und bewährte sich als ausgleichende Persönlichkeit bei zahlreichen Konflikten ihres Mannes mit Landesherren und Reichsfürsten. ALBRECHT betraute sie mehrfach mit eigenständigen politischen Aufgaben. Nach der Ermordung ihres Gemahls 1308 setzte sich nachdrücklich für die Bestrafung der Mörder ein und bestimmte vorübergehend die Politik der HABSBURGER, bis sie sich in ihre Stiftung Königsfelden zurückzog.
Literatur:
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NDB IV, 440 - G. Friess, Königin Elisabeth
von
Görz-Tirol,
Bll. des Vereins für LK von Niederösterreich, NF 24, 1890 -
A.
Ljotsky, Geschichte Österreichs seit der Mitte des 13. Jh., 1967 -
R. Palme, Rechts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte der inneralpinen
Salzwerke
bis zu deren Monopolisierung, 1983.
ELISABETH,
deutsche
Königin
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* 1262, †
28.10.1313
Tochter des Grafen Meinhard II. von Görz
Elisabeth war
verheiratet
mit Herzog
Albrecht (als
deutscher
König
ALBRECHT I.), dem ältesten
Sohn König
RUDOLFS
VON HABSBURG.
Elisabeth
vertrat
ALBRECHT oft als Statthalterin
und verfolgte dessen Mörder Johann
Parricida
mit unnachgiebiger Härte.
Sie gründete am Ort der Ermordung ihres
Gemahls
das Kloster Königsfelden bei Brugg im Aargau, wo sie auch ihren
Lebensabend
verbrachte.
KÖNIG ALBRECHT I.
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* nach 1255, † 1.5.1308 ermordet
Rheinfelden Königsfelden
bei
Brugg
an der Aare
um 1276 in Wien
oo ELISABETH,
PRINZESSIN
VON KÄRNTEN-GÖRZ-TIROL
* um 1262, †
28.10.1313
München
Wien
Grabstätte: Unter der Hauptapsis der Stiftskirche St. Paul in Lavanttal/Kärnten
Eltern: Meinhard II., Herzog von
Kärnten, Graf
von
Görz und Tirol, und der Elisabeth,
Prinzessin von Bayern, Tochter
Ottos II., Herzog von
Bayern
ALBRECHT
I.
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* VII.1255, † ermordet
Königsfelden 1.V.1308
Begraben: Wettingen, 1309 Speyer Dom
1283 HERZOG VON ÖSTERREICH,
STEIERMAR, KRAIN
und
der WINDISCHEN MARK
Mainz 24. VI resp. Frankfurt/M 27. VII 1298 Wahl
Aachen 24.VIII 1298 Krönung zum KÖNIG
Wien 1274
oo ELISABETH
VON
GÖRZ-TIROL
* vor 1262,
†
Wien
28. X 1313
Begraben: 1316 Königsfelden
Tochter von Graf Meinhard IV. (II.)
Graf von
Görz
und Tirol, Herzog von Kärnten
Die für
RUDOLF
recht erfolgreiche Versammlung zu Nürnberg klang aus mit einer
prächtigen
Hochzeitsfeier. Des Königs
ältester Sohn Albrecht
heiratete Elisabeth von Görz-Tirol,
eine hochpolitische Verbindung, wenn auch die Väter von Braut und
Bräutigam als gute Freunde galten. Das Mädchen, das man dem
etwa
20-jährigen Albrecht ins
Hochzeitsbett
legte, mochte kaum zwölf Jahre zählen. Ob daher die Braut
schon
in der Lage war, ihre ehelichen Pflichten zu erfüllen, oder das
Beilager
symbolisch stattfand, indem der Bräutigam in voller Rüstung
sich
neben seine künftige Ehefrau legte und ihre Schenkel flüchtig
berührte, womit die Ehe als vollzogen galt, ist nicht
überliefert.
Wie immer die Vermählung des HABSBURGERS
mit der GÖRZERIN
vonstatten
ging,
ob das junge Paar gleich zu seinen ehelichen Freuden kam oder sich noch
eine angemessene Zeit gedulden mussten, im Vordergrund dieser
Verbindung
stand der politische Aspekt. Graf Meinhard war der
südwestliche
Nachbar Przemysl Ottokars von Böhmen.
Andics Hellmut: Seite 36,40-43
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"Die Frauen der Habsburger."
Da sollte die Ehe des
Königs-Sohnes Albrecht
mit Elisabeth von Tirol, der
Tochter
Meinhards, die Türen
für die Zukunft offenhalten.
Elisabeth von Tirol,
die ihr Vater Meinhard
als achtjähriges Kind an den jungen
Albrecht von Habsburg verheiratet
hatte,
wurde doch noch deutsche Königin.
ALBRECHT
blieb
König,
und Elisabeth von Tirol blieb
neben
ihm Königin bis zu jenem Tag im Jahre des Herrn 1308, an dem der
sich
um sein Erbe geprellt fühlende Neffe
Johann
zum Dolch griff.
Mit knapp 42 Jahren war
Elisabeth
schon wieder Witwe. Dazwischen hatte sie nicht weniger als 21
Kinder
zur Welt gebracht. Unter den an Nachkommenschaft wahrhaft nicht
armen
HABSBURGER-Frauen hielt sie damit
vom
Anfang bis zum Untergang der Dynastie die Spitze.
Von Elisabeth
war
schon die Rede. Sie war eine kluge, geschäftstüchtige Frau,
die
gewisse kaufmännische Talente besaß. Der Bau der
Salinenanlagen
im Salzkammergut geht auf ihre Anregung zurück; und sie
vergaß
auch nicht, sich einen Teil der Einnahmen als Nadelgeld zu sichern.
Die Kinder und die meisten Enkel der Elisabeth
von Tirol waren von Jugend an schwach, für Krankheiten
anfällig; Folge der Inzucht in dem Grafen-Geschlecht [Hermann
Wiesflecker,
Meinhard der Zweite, Innsbruck 1955.].
Wiesflecker Hermann:
Seite 33,113,123,125,279
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"Meinhard der Zweite. Tirol, Kärnten und ihre Nachbarländer
am Ende des 13. Jahrhunderts"
Im jungen Meinhard vereinigte sich Art
und Blut vieler alpenländischer Geschlechter in glücklicher
Inzucht. Manche haben angenommen, daß die Geschlechter von
Görz und Tirol aus gemeinsamen Stamme kämen; Wechselheiraten
sind in den beiden letzten Generationen nachzuweisen und mögen
vielleicht auch früher schon geschlossen worden sein. Dies warf
auf die weitere Entwicklung der beiden Geschlechter düstere
Schatten: zeigte Meinhard
die besten Anlagen beider Geschlechter in sich vereinigt, so konnte man
bereits an seinen Geschwistern und an seinen Kindern die Unart in
krankhafter Übersteigerung erkennen; Albert, sein Bruder, war von
roher Gemütsart, trunksüchtig und ehrvergessen; von der
Schwester Adelheid wird
erzählt, daß sie ihrem Gemahl Friedrich von Ortenburg nach
dem Leben getrachtet und dann in plötzlicher Zerknirschung bei den
Reuerinnen in Cividale gebüßt habe.
Während im albertinischen
Stamme das kranke Erbe erst in den späteren Generationen
augenscheinlich wurde, trugen Meinhards
Kinder deutliche Spuren körperlichen und geistigen Verfalles an
sich; Unfruchtbarkeit, Siechtum, Wahnsinn und frühen Tod. Bereits
in der dritten Generation ist
Meinhards Stamm mit Margaretha
der Maultasche in seltsamer Entartung verdorrt.
Der gleiche Reichstag zu Nürnberg, Mitte November 1274, der die
Hochzeit des Königs-Sohnes Albrecht
mit der GÖRZERIN Elisabeth sah, eröffente
das Reichsverfahren wider Ottokar. Meinhard nützte die
alten Verbindungen seines Hauses nach Ungarn, um eine Ehe des
Königs-Sohnes Andreas von
Ungarn mit RUDOLFS
Tochter Clementia zu
vermitteln.
Unter dem frischen Eindruck des Stamser Weihefestes gedachte Meinhard auch die
Kärntner Frage zu fördern. Er begleitete seine Tochter Elisabeth zu Herzog Albrecht nach Wien und reiste
dann wohl gemeinsam mit dem Herzogs-Paar nach Eger weiter, wo im
Jänner 12985 das Beilager König
Wenzels mit der HABSBURGERIN
Guta, einer Tochter König
RUDOLFS, gefeiert
werden sollte.
Jetzt war es Zeit, auch die Wittumsansprüche seiner Tochter
Elisabeth mit Albrecht von Österreich zu
ordnen.
Da starb am 24. April 1292 - vielleicht an den Zufällen des
Krieges - Herzog Albert, Meinhards ältester Sohn.
Der jüngere
Ludwig war den
schwierigen Aufgaben in Kärnten offenabr nicht
gewachsen.: zu St. Veit hielt der ahnungslose Prinz die
Hauptverräter an seinem eigenen Hof. In der Nacht zum 22.
Juli 1292 ward der Anschalg durchgeführt. Salzburger und
Heunburger Mannschaften drangen von Verrätern
angefügrt, heimlich in die Stadt; die Herzogsleute wurden
überwältigt, Herzog Ludwig vom Salzburger Vizedom
festgenommen und eiligst weggeführt.
Eine Schicksalswende schien sich abzukündigen. Binnen weniger
Wochen hatte Meinhard
seinen ältesten Sohn begraben und Ludwig,
seinen anderen Sohn, an den Feind verloren. Der eigene Bruder
ließ ihn im Stich. Graf Albert von Görz begann
gerade
damals Verhandlungen sowohl mit Salzburg als auch mit Aquileja.
24.11.1274
oo ALBRECHT I. Deutscher König
nach 1255 † 1.5.1308
ermordet
Kinder:
Rudolf
III. König von Böhmen
um 1282 † 4.7.1307
Wien
Horazdowitz bei Prag
FRIEDRICH
(III.) DER SCHÖNE
um 1289 † 13.1.1330
Wien
Gutenstein
Leopold I. der Glorwürdige
Herzog von
Österreich
vor 4.8.1290 † 28.2.1326
Wien
Straßburg
Albrecht II. der Weise Herzog
von
Österreich
12.12.1298 † 20.7.1358
Habsburg Wien
Heinrich der Freundliche Herzog
von
Österreich
um 1299 † 3.2.1327
Wien
Bruck
an der Mur
Meinhard Herzog von
Österreich
um 1300 † um 1301
Wien
Wien
Otto der Fröhliche Herzog
von
Österreich
23.7.1301 † 17.2.1339
Wien Neuburg
Anna
um 1280 † 19.3.1328
Wien
Breslau
1295
1. oo Hermann Markgraf von Brandenburg
um 1280 †
1308
um 1311
2. oo Heinrich
VI. Herzog von Schlesien-Breslau
28.3.1294
† 24.11.1335
Breslau Breslau
Agnes
18.5.1281 † 10.6.1364
Wien
Königsfelden
13.2.1296
oo Andreas
III. König von Ungarn
um 1275 † 14.1.1301
Slawonien
Stuhlweißenburg
Elisabeth
um 1285 † 19.5.1352
Wien
Nancy
1306
oo Friedrich IV. Herzog von Lothringen
15.4.1282 † 23.8.1328
gefallen
Nancy
bei Kassel
Katharina
Oktober 1295 † 18.1.1323
Wien
Neapel
1316
oo Karl Herzog von Kalabrien
um 1290 † 10.11.1328
Neapel Neapel
Jutta
um 1300 † März 1329
Wien
Wien
26.4.1319
oo Ludwig VII. Graf von
Öttingen
um
1300 † 29.9.1346
Harburg
Weitra/Nieder-Österreich
Literatur:
------------
Andics Hellmut: Die Frauen der
Habsburger.
Wilhelm
Heyne Verlag München 1985 Seite 36,40-43 - Benker Gertrud:
Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher auf dem Kaiserthron. Eugen
Diederichs
Verlag München 1997 Seite 33,41,43 - DIE
HABSBURGER. Ein Biographisches Lexikon.
Piper
Verlag GmbH & Co. KG, München 1988 Seite 81-82 - Franzl, Johann:
Rudolf
I. Der erste Habsburger auf dem deutschen Thron, Verlag Styria 1986,
Seite
108,219 - Jäschke
Kurt-Ulrich:
Europa und das
römisch-deutsche
Reich um 1300. Verlag W. Kohlhammmer Stuttgart Berlin Köln 1999
Seite 86,120 - Klauser,
Heinrich:
Lexikon deutscher Herrscher und
Fürstenhäuser,
Ullstein Lexikon Seite 47 - Krieger, Karl-Friedrich: Die
Habsburger
im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III. Verlag W. Kohlhammer
Stuttgart
Berlin Köln 1994, Seite 76,107,113 - Krieger
Karl-Friedrich:
Rudolf von Habsburg. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2003
Seite 132 - Reifenscheid, Richard: Die Habsburger. Von Rudolf
I.
bis Karl I. Verlag Styria Graz Wien Köln, 1982, Seite 22,26,29,39
- Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern.
Verlag
Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 302 - Schwennicke Detlev:
Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann
GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 41 - Thiele, Andreas:
Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I,
Teilband
1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 89 - Wiesflecker
Hermann:
Meinhard der Zweite, Tirol,
Kärnten und ihre Nachbarländer am Ende des 13. Jahrhunderts
Seite 33 -