BERTHOLD
II. VON STERNBERG
Berthold von Sternberg († 13. November 1287 wahrscheinlich
in
Würzburg) war von 1271 bis zu
seinem Tode als Berthold II.
Bischof von Würzburg.
Berthold II. im Familienkontext:
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Nach Wilhelm Engel entstammt Berthold
dem fränkischen
Geschlecht der von Sternberg, deren Stammburg
heute zur Gemeinde
Sulzdorf an der Lederhecke
im Landkreis Rhön-Grabfeld
in Unter-Franken
zählt. Er nennt als letzten Stammhalter des Geschlechtes Albert
von Sternberg, der vermutlich ein Bruder des Berthold war. Der Besitz
fiel als Lehen an die Grafen von
Henneberg,
aus denen die STERNBERGER
hervorgegangen seien [1 Sternberg
ist auch der Name zweier Grafen-Geschlechter, siehe dazu Sternberg
(Adels-Geschlecht) und Grafen von Sternberg]. Sein
Vater war
Heinrich, Sohn Poppos von Irmelshausen, der
im Kampf gegen Graf Poppo
VII. von Henneberg gefallen war. Zusammen mit seinen beiden
jüngeren Brüdern Herrmann
und Heinrich
schlug Berthold eine
geistliche Laufbahn ein. Sie traten zusammen in das Würzburger
Domkapitel ein. Herrmann
wird später Propst des Kollegialstiftes
Neumünster und Heinrich
Dompropst in Bamberg.
Berthold II. als Bischof:
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Nach dem Tod des Bischofs
Iring von Reinstein-Homburg
erfolgte 1266 eine Doppelwahl. Gewählt wurde zum einen Poppo
III. von Trimberg [2
wird in
älterer Literatur merkwürdigerweise auch als Konrad II.
von Trimberg bezeichnet],
zum anderen Berthold I. von
Henneberg,
Bruder des Grafen Herrmann von Henneberg. Die
tatsächliche Regierung als Stiftspfleger übernahm jedoch
Berthold II. von Sternberg
kraft seiner Funktion als Domdechant. Während Berthold von
Henneberg, selbst Domherr von Würzburg und Mainz, seine Anerkennung in Mainz
erhielt und zur tatsächlichen Umsetzung seines Anspruchs mit der
Armee seines Bruders gegen Würzburg zog, suchte Poppo von Trimberg
seine Anerkennung beim Papst Clemens IV. in Rom, die er
auch erhielt.
Er starb aber auf der Rückreise noch auf italienischem Boden. Dem
heranrückenden Berthold von
Henneberg setzte das Domkapitel unter
Berthold II. von Sternberg
und die Stadt Würzburg eine Streitmacht
entgegen, die ihm entgegenzog. Am 8. August 1266 kam es bei Kitzingen
zur Schlacht, in der die Henneberger
Armee aufgerieben wurde. Trotzdem
beharrte Berthold auf
seinen Ansprüchen und konnte sich im
nördlichen Teil des Hochstiftes festsetzen. 1274 unternahm er
einen weiteren Versuch, sich in Würzburg zu etablieren; 1275
erfolgt dann ein Vergleich. Berthold
von Henneberg durfte den Titel des
Bischofs weiterführen, er verzichtete aber praktisch auf die
Ausübung des Amtes und wurde von Berthold II. von Sternberg
abgefunden.
Auch wenn Berthold II. von Sternberg bereits 1266 als Pfleger faktisch die Angelegenheiten des Bistums steuerte, erschien er in Urkunden als Bischof erst ab dem Jahre 1271. Zu seiner Bestätigung reiste er 1274 zu Papst Gregor X. nach Rom und begann selbst die Zählung seiner Amtsjahre mit dem Jahr 1275.
Reichspolitisch galt Berthold II. von Sternberg als Gefolgsmann von König RICHARD VON CORNWALL. Als er sich in Auseinandersetzungen mit den Grafen von Rieneck und Henneberg verwickelte und zuletzt 1282 eine Fehde mit dem Abt von Fulda, Bertho IV. von Biembach, ausbrach, trat der König vermittelnd ein. Berthold und der Abt einigten sich auf die Zerstörung der Burg Eberstein, um das Raubrittertum zu bekämpfen. Die Auerburg, die sich in der Grenzregion befindet, war 1290 in Würzburger Besitz.
Die Gemeinde Bergtheim verdankt dem Bischof ihre erste urkundliche Erwähnung von 1282. Er erscheint auch im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters in Blankenau sowie der Fürstenburg im Vinschgau. Er tauschte 1287 die Burg Boxberg gegen Burg Schweinberg von den Johannitern zu Wölchingen ein.
Sein Grab im Würzburger Dom ist nicht mehr vorhanden. Er gilt nach einer Ebracher Überlieferung jedoch als erster Bischof, der sein Herz im Kloster Ebrach bestatten ließ. Darauf deutet dort eine Sepultur hinter dem Hochaltar aus dem frühen 14. Jahrhundert hin [3 Wilhelm Engel: Bischof Berthold von Sternberg und die Würzburger Juden - Das Rätsel eines untergegangenen Bischofsgrabes im Würzburger Dom. Die Mainlande 6. 1955.][4 vergleiche dazu aber auch Siegfried von Truhendingen].