BLAUBEUREN


Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 268
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Blaubeuren
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Kloster und Stadt (Baden-Württemberg, Alb-Donau-Kreis)

Blaubeuren zählt zu den gegen Ende des 11. Jahrhunderts im Zuge einer monastischen Bewegung entstandenen benediktinischen Reform-Klöstern des schwäbischen Adels.
Um 1085 verlegten die Brüder Graf Sigiboto von Ruck, Anselm und Hugo von Tübingen eine bei Egelsee versuchte Gründung in die am Quellteich des Donauzuflusses Blau, dem Blautopf, bestehende Siedlung Beuron und besetzten das Kloster mit Hirschauer Benediktinern. Die Lage an einer der wichtigsten Verbindungsstraßen vom mitleren Neckar in den Donauraum sicherte eine wirtschaftliche Blüte bis zur 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts (bedeutendes Skriptorium, Klosterkirche St. Johann Baptist vollendet 1124), zog die Vogtei über Blaubeuren jedoch auch in das expandierende Interessenfeld von Habsburg, Württemberg und der Reichsstadt Ulm (nach den Grafen von Tübingen um 1280 Grafen von Helfenstein, 1303 Habsburg, 1308 Württemberg), bis Blaubeuren 1447 endgültig als österreichisches Lehen an Württemberg kam, das es zum landsässigen Kloster machte.
1451 schloß sich Blaubeuren, das seinen Konvent dem Bürgertum geöffnet hatte, der Melker Reform an, was eine letzte große Blüte einleitete (1466 Beginn des Neubaus der Klosteranlage, Kirche von Peter von Koblenz 1491-1499, Chorgestühl von J. Syrlin dem Jüngeren 1491, Hochaltar mit Malereien von B. Zeitblom und B. Strigel, Skulpturen von G. Erhart, geweiht 1493, Vollendung der Anlage 1510).
Abt Heinrich II. Fabri (1475-1495) war maßgeblich an der Gründung der Universität Tübingen beteiligt. Württemberg führte 1535/56 die Reformation ein und machte Blaubeuren zu einer Schule unter der Leitung eines evangelischen Abtes (mit Landstandschaft). - Die Stadt Blaubeuren entwickelte sich aus einem 1159 genannten Markt neben dem Kloster (Stadtrecht Mitte 13. Jh.). 1363 wurde die vor 1343 errichtete Pfarrkirche dem Kloster Blaubeuren inkorporiert. Um 1425 reiche Spitalstiftung.

Literatur:
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Hist. Stätten Dtl. VI, 92-95 - O. G. Lonhard, Das Spital zum Hl. Geist in B., Ulm und Oberschwaben 39, 1970, 26-80 - Die Benediktinerkl. in Baden-Württemberg, bearb. F. Quarthal, 1975 (Germania Benedictina 5), 160-174.