Blaubeuren zählt zu
den gegen
Ende des 11. Jahrhunderts im Zuge einer monastischen Bewegung
entstandenen
benediktinischen
Reform-Klöstern des schwäbischen Adels.
Um 1085 verlegten die
Brüder Graf Sigiboto von Ruck, Anselm und Hugo
von
Tübingen eine bei Egelsee versuchte Gründung in die am
Quellteich
des Donauzuflusses Blau, dem Blautopf, bestehende Siedlung Beuron und
besetzten
das Kloster mit Hirschauer Benediktinern. Die Lage an einer der
wichtigsten
Verbindungsstraßen vom mitleren Neckar in den Donauraum sicherte
eine wirtschaftliche Blüte bis zur 2. Hälfte des 13.
Jahrhunderts
(bedeutendes
Skriptorium, Klosterkirche St. Johann Baptist vollendet 1124), zog die
Vogtei über Blaubeuren jedoch
auch in das expandierende Interessenfeld von Habsburg,
Württemberg und der Reichsstadt Ulm (nach den Grafen von
Tübingen
um 1280 Grafen von Helfenstein,
1303 Habsburg, 1308
Württemberg),
bis Blaubeuren 1447 endgültig
als österreichisches Lehen an Württemberg kam, das es zum
landsässigen
Kloster machte.
1451 schloß sich Blaubeuren,
das seinen Konvent dem Bürgertum geöffnet hatte, der Melker
Reform
an, was eine letzte große Blüte einleitete (1466 Beginn des
Neubaus der Klosteranlage, Kirche von Peter von Koblenz 1491-1499,
Chorgestühl
von J. Syrlin dem Jüngeren 1491, Hochaltar mit Malereien von B.
Zeitblom
und B. Strigel, Skulpturen von G. Erhart, geweiht 1493, Vollendung der
Anlage 1510).
Abt Heinrich II. Fabri (1475-1495)
war maßgeblich
an
der Gründung der Universität Tübingen beteiligt.
Württemberg
führte 1535/56 die Reformation ein und machte Blaubeuren
zu einer Schule unter der Leitung eines evangelischen Abtes (mit
Landstandschaft).
- Die Stadt Blaubeuren entwickelte sich aus einem 1159 genannten Markt
neben dem Kloster (Stadtrecht Mitte 13. Jh.). 1363 wurde die vor 1343
errichtete
Pfarrkirche dem Kloster Blaubeuren
inkorporiert. Um 1425 reiche Spitalstiftung.
Literatur:
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Hist. Stätten Dtl. VI, 92-95 - O. G. Lonhard, Das Spital zum Hl.
Geist in B., Ulm und Oberschwaben 39, 1970, 26-80 - Die Benediktinerkl.
in Baden-Württemberg, bearb. F. Quarthal, 1975 (Germania
Benedictina
5), 160-174.