Jüngerer Sohn des Grafen Goswin I. von Heinsberg
und der Oda von Walbeck, Tochter von Graf Siegfried II. im Nordthüringengau
Goswin II. folgte dem Vater und Bruder Gerhard I. als Graf von Heinsberg und Valkenburg. Er war eine treue STAUFER-Stütze, zog mehrmals mit nach Italien und war dort zeitweise Statthalter von Ancona. Er stritt viel mit seinen Nachbarn, besonders den Herzögen von Limburg, die Heinsberg 1144 zerstörten. Er förderte die Prämonstratenser und stiftete das Kloster Heinsberg.
Corsten Severin:
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"Philipp von Heinsberg"
Tatsächlich erbte Goswin
II. diese Herrschaft Valkenburg an der Geul, in der heutigen
niederländischen Provinz Limburg, von seinem Vater, der seit spätestens
1119 Herr von Heinsberg und Valkenburg war. Als Goswin I. 1128 starb,
fiel die Herrschaft Heinsberg an seinen ältesten Sohn Gerhard,
während der am 13. Juni desselben Jahres zu Aachen in der Umgebung
des Königs begegnende "Gozwinus de Montfalconis"
der
Vater Philipps ist. Nach Gerhards
Tod (7. August 1129?) hat
ihn sein Bruder Goswin auch in Heinsberg beerbt; denn er nannte
sich ausweislich einer Urkunde König LOTHARS
vom 18. März 1132 auch nach dieser Herrschaft. Daß er auch Vakenburg
weiterhin besaß, geht aus anderen Belegen hervor, in denen er sich
als Herr von Valkenburg zu erkennen gibt.
Es ist gewiß kein Zufall, daß die beiden
HEINSBERGER
verhältnismäßig häufig in der Umgebung
von
König LOTHAR III. (VON SÜPPLINGENBURG)
erwähnt werden. Die wohl mit den verwandtschaftlichen Beziehungen
der HEINSBERGER zu sächsischen Familien zu begründende
Bindung an den SÜPPLINGENBURGER
hatte ein feindseliges Verhältnis zu den STAUFERN
zur Folge. Das hatte für Goswin
II. böse Konsequenzen, als nach dem Tode
LOTHARS (3./4. Dezember 1137) mit KONRAD
III. die
STAUFER das höchste
Amt erlangten. Ob Goswin
bei der Krönung KONRADS
in Aachen (13. März 1138) anwesend war, ist ungewiß. Am anschließenden
Kölner Hoftag muß er wenigstens anfangs teilgenommen haben;
denn er war Zeuge bei einem Rechtsakt zugunsten der Abtei Burtscheid. Daß
er aber nicht mehr genannt wird, als es drei Tage später um die Besitzrechte
von Saint Remi in Meeressen ging, wo Goswin
Vogt war, gibt zu denken. Jedenfalls kam es bald zu einem schweren
Konflikt, als der König dem HEINSBERGER die Reichslehen Gangelt
und Richterich entzog. Goswin weigerte
sich, die Güter, die er lange Jahre besessen hatte, herauszugeben.
Da zerstörte Herzog Heinrich von Limburg auf königlichen Befehl
als Strafmaßnahme Heinsberg, ohne daß er ernstliche Gegenwehr
erfahren hätte (1144).
Nach der Katastrophe scheint sich
Goswin noch einmal zum
Erscheinen bei Hofe bereitgefunden zu haben, sonst aber ist er in der Umgebung
der Königin nicht mehr nachzuweisen. Umso engere Beziehungen unterhielt
der HEINSBERGER
mit den Erzbischöfen von Köln, wo er vor
allem in der Nähe von Erzbischof Arnold I. auffallend häufig
anzutreffen ist. Eine "enge Fühlung zu den Häusern HEINSBERG
und BERG" sei für den Kirchenfürsten charakteristisch, meint
der Biograph Arnolds. Mit Arnolds übernächsten Nachfolger, Friedrich
II. von Berg, zerstörte Goswin gemeinschaftlich
die Burg Harpers von Randerath, wobei unklar ist, ob das etwas mit
dem lothringischen Dukat der Kölner Erzbischöfe oder mit verwandtschaftlichen
Bindungen zu tun hat. Auch Goswin zeigte
sich zur Versöhnung bereit und erschien zur Krönung
FRIEDRICHS I. in Aachen (9. März 1152). Der König
zog ihn als Zeugen bei der Besitzbestätigung für die Abtei Stablo
heran, befaßte sich aber auch mit der alten Streitfrage um die Rechte
des Vogtes an den Gütern von Saint Remi in Meerssen. Der auch von
der rechsthistorischen Forschung beachtete Urteilsspruch des Königs
fiel nicht gerade zugunsten Goswins aus;
dennoch scheint er die Beziehungen der HEINSBERGER
zu den STAUFERN
nicht auf Dauer getrübt zu haben. Es hat sich vielmehr eine Wende
angebahnt, die dazu führte, daß Goswin III. von Heinsberg-Valkenburg,
Sohn Goswins II. und Bruder von Erzbischof
Philipp, im Reichsdiesnt zu Ansehen und Ehren gelangte.
Goswin II.
war in der Umgebung des Königs am 11. April 1154 in Quedlinburg;
die Ordnung der Zeugenreihe schließt einigermaßen sicher aus,
daß es sich hier um den jüngeren Goswin handelt. Ob er
aber auch am 1. Italienzug FRIEDRICHS
teilnahm,
ist unsicher. In den Urkunden, die auf italienischen Boden ausgestellt
worden sind, kommt zwar mehrfach ein Goswin von
Heinsberg bzw. Valkenburg vor. Er hat aber vereinzelt
den Beinamen "minor", wie es auch vor Beginn des Italienzuges in
Maastricht der Fall war, wo das Hofgericht tagte. Es sieht so aus, als
habe der Sohn seinen Vater auf diesem Zuge vertreten. Wer von beiden dann
am 20. Februar 1156 in Frankfurt am Hofe des Kaisers war, kann auch nicht
eindeutig entscheiden werden.
Seit November 1165, das heißt noch zu Lebzeiten
Goswins II., weilte auch Philipp
als Domdechant von Köln in der Umgebung des Königs; im Oktober
des folgenden Jahres folgte er Erzbischof Rainald von Dassel auf dem vierten
Zug des Kaisers nach Italien.
Hier ist festzustellen, dass Goswin
II. und seine Söhne eine Kehrtwende in der bisherigen Politik
den STAUFERN gegenüber vollzogen
haben, die erstaunlich ist. Ob der Vater wirklich mit dem Herzen dabei
war, wissen wir nicht. Wann Goswin II.
gestorben ist, entzieht sich der genauen Feststellung. Das Totenbuch
der Heinsberger Prämonstratenserinnen hat den Todestag seines Stifters
unter dem 8. April vermerkt. Anfang August 1166 war er noch in der
Umgebung von Erzbischof Rainald von Dassel. Seitdem wird er in keiner Quelle
mehr als lebend erwähnt. Aus der Besitzbestätigung seines Sohnes
Philipp für das Heinsberger Gangolfusstift von 1170 geht eindeutig
hervor, daß er da bereits verstorben war. Unter diesen Umständen
wird man annehmen dürfen, dass Goswin II.
am 8. April 1167 oder 1168 verstorben ist.
oo Adelheid von Sommerschenburg, Tochter des Pfalzgrafen
Friedrich I.
- um 1178
Kinder:
Mathilde Erbin von Sommerschenburg
-20.1.1189
vor 1159
oo Dedi V. Graf von Wettin-Lausitz
vor 27.2.1142-16.8.1190
Hermann Geistlicher
-
Salome
-
oo Otto Graf von Assel
-31.8.1171/75
Goswin III. Graf von Valkenburg
- 1168/75
Gottfried I. Graf von Heinsberg
-
1190
Philipp I. von Heinsberg Erzbischof von Köln
(1167-1191)
1130-13.8.1191
bei Neapel