Sohn des N.N.
Goswin I. war seit 1085 Herr von Heinsberg und später auch zu Valkenburg. Er nutzte das Schwinden der pfalzgräflichen Macht im Raum Nieder-Lothringen geschickt aus.
Corsten Severin:
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"Philipp von Heinsberg"
Goswin I. wird zum
ersten Mal für das Jahr 1085 in der "Gesta abbatum Trudenensium",
der Chronik der Benediktinerabtei St. Truiden (nordwestlich von Lüttich)
erwähnt. Da wird gesagt, ein "Gozwinus
... de castello, quod dicitur Heinesberge"
habe zusammen mit seinem Verwandten Gerhard von Wassenberg im Auftrag von
Kaiser HEINRICH IV. den Mönch Luipo dort mit Gewalt als
Abt eingeführt. Zum Jahre 1104 erwähnen ihn die "Annales Rodenses"
als mitten im Leben stehend, 1118 war er zusammen mit seinem Bruder Gerhard
in der Umgebung des Kölner Erzbischofs Friedrich I., als dieser die
Gründung des Prämonstratenserkloster Dünnwald bestätigte.
Um diese Zeit scheint er auch die Herrschaft Valkenburg erworben
zu haben und nannte sich auch häufig nach ihr. Der Chronist der Abtei
St. Truiden, Rudolf, erwähnt in Zusammenhang mit dem Lütticher
Bistumsstreit der Jahre 1119 bis 1121 "Gozwinus
de castello Falcomonte". Seine Stellungnahme brachte ihm die
Ungnade Kaiser HEINRICHS V. ein, der
das Osterfest 1122 in Aachen gefeiert haben und dann in Lüttich einen
Hoftag abhielt. Er nahm Beschwerden des Servatius-Stifts in Maastricht
zum Anlaß, Goswin
wegen seiner
Parteinahme für den nach seiner Ansicht falschen Kandidaten auf den
Lütticher Bischofsthron zu bestrafen. Er belagerte die Valkenburg
mit Unterstützung des Grafen von Löwen und zerstörte
sie. Das Ereignis fand sein Echo nicht nur in den Maaslanden, auch die
Kölnische Königschronik hielt es für erwähnenswert.
Das überaus scharfe Vorgehen des Kaisers kann nicht
nur durch Ereignisse in Nieder-Lothringen erklärt werden. Es hat vielmehr
den Anschein, als habe HEINRICH gegen
den
VALKENBURGER
einen ganz besonderen Haß gehegt. Es könnte sein,
dass der Kaiser eine alte Rechnung zu begleichen hatte, die mit der für
ihn unglücklichen Schlacht am Welfesholz zusammenhängen könnte.
Die sächsischen Großen hatten dem SALIER
in diesem Treffen eine schwere Niederlage bereitet (11. Februar 1115).
Als Sammelpunkt und wohl auch Befehlszentrale diente die Burg Walbeck
an der Aller. Als Gatte der Oda von Walbeck, von der noch zu
sprechen ist, war Goswin persönlich
oder über seine Vasallen an der Schlacht aktiv beteiligt. Andererseits
scheint er HEINRICH IV.
ergeben gewesen zu sein, der bekanntlich in Nieder-Lothringen
die treusten Anhänger hatte. Daß er im Auftrag des Kaisers in
St. Truiden mit Gewalt eingriff, weist auch in diese Richtung. Goswin
wird zum letzten Mal 1125 erwähnt. Als seine Ehefrau, Oda,
das Heinsberger Gangolfus-Stift gründete, lebte er bereits nicht mehr;
denn die Stifterin erwähnt nur die Zustimmung ihrer beiden Söhne.
Die Klosterrather Annalen berichten, Goswin II. habe Richterich
1144 verloren, nachdem er es 16 Jahre lang widerrechtlich besessen habe.
Der jüngere Goswin dürfte aber erst nach dem Tode seines
Vaters das strittige Gut erhalten haben; somit errechnet sich aus dieser
Anmerkung des Chronisten 1128 als Todesjahr Goswins
I. Den Todestag hält das Memorialbuch der Heinsberger Prämonstratenserinnen
fest: Sie gedachten am 1. April "Gozwini
primi domini de Heinsberg".
oo Oda von Walbeck, Tochter des Grafen Siegfried
II. im Nordthüringengau
- 1152
Oda stiftetet das Gandolphusstift.
Kinder:
Gerhard I. Graf von Heinsberg
-
1128/29
Goswin II.
- nach
1160