Wohl Mitte des 13. Jahrhunderts (Erwähnung 1278) wurde der
neue
Burgsitz auf dem Schlossberg erbaut. Mit ihrem trapezförmigen
Grundriss lag die durch zwei Gräben vom hinteren Berg getrennte
Hauptburg auf der östlichen Seite des Plateaus. Ein Halsgraben
lief zwischen der Haupt- und der rechteckigen Vorburg. Bereits im 16.
Jahrhundert war die Anlage stark in Mitleidenschaft gezogen.
Anfänge:
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Die genealogische Forschung versuchte, das Geschlecht auf einen
Udalschalk von Ellingen
bzw. einen Gozwin de Ansperc,
beide 1087
belegt, zurückzuführen. Zudem wurde eine gregorianische
Gesinnung vermutet. An der sicher bestimmbaren Wurzel des HEIDECKER
Stammbaums stehen die Brüder Hadebrand I. und Gottfried von
Erlingshofen (Hadebrant et
frater eius Gotetfrid de
Erlungeshoven), die
1129 die Stiftung des Klosters Plankstetten
(Landkreis Neumarkt in der Ober-Pfalz) bezeugten. Letzterer, der sich
Gotefridus de Arnsperch
nannte, zeigte bereits eine gewisse
Königsnähe, die sich in der nächsten Generation
fortsetzte.
Hadebrand II. (gest. 1221)
wurde 1192 erstmals in kopialer
Überlieferung nach Heideck genannt (Hedebrando de Hardekke, 1197
als Haidebrandus de Haideke).
Zuvor hatte er Kaiser FRIEDRICH
BARBAROSSA (1152-1190) auf dessen Kreuzzug begleitet, von dem
der HEIDECKER
1192 zurückkehrte. Auch auf dem Regensburger Hoftag
Kaiser HEINRICHS
VI. (1190-1197) im selben Jahr ist er bezeugt. Hadebrand und
Gottfried blieben Leitnamen. Nachzuweisen sind Beziehungen zu
schwäbischen, bayerischen, oberpfälzischen und
fränkischen Klöstern und Stiften.
Der staufernahe Gottfried III. († 1265), Sohn Hadebrands II.,
bzw. nach ihm Hadebrand III. (erwähnt 1248/56) und
Marquard I. (†
1278), der Sophie
(Schwester des Nürnberger
Burggrafen) heiratete, gelang es, die Machtposition um Heideck
auszubauen. Möglicherweise fällt in diese Zeit auch die
planmäßige Stadtgründung von Heideck unterhalb der
neuen Burg (Hauptstraße durch einen ovalen Stadtkern als
Verbindung zweier Tore), das - wie erwähnt - 1288 als civitas
belegt ist. Die Besitzgeschichte lässt sich nur aus späteren
Quellen rekonstruieren. Herrschaftsgeschichtlich bedeutsam war die seit
dem 12. Jahrhundert ausgeübte Eichstätter Vogtei. Weiterer
wichtiger Besitz rührte aus dem Erbe Bertholds von Thannbrunn (vor
1194) und der Abenberger Grafen,
aus der Nachfolge der Hohenburger
Grafen und der Dornberger Vögte.
Bedeutsame Lehen stammten vom Hochstift Würzburg.
Ob die HEIDECKER nach
Norden neue Rodungssiedlungen anlegten, ist
umstritten. Viele der dafür veranschlagten Orte scheinen eher
einer älteren Schicht anzugehören.
Die Heidecker im 14. Jahrhundert:
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Gottfried IV. († 1331) konnte - trotz
wichtiger Gewinne (Lichtenau,
Vestenberg
[beide Landkreis Ansbach], Vogtei über den Muhrer
Forst und Wildenfels
[Landkreis Nürnberger Land]) - die erreichte Position nicht halten
und
musste um 1300 Besitz an die Herzöge von Bayern bzw. die
Burggrafen von
Nürnberg verkaufen. Da vor allem Streubesitz abgestoßen
wurde - zu nennen sind besonders Arnsberg,
Erlingshofen
(beide Landkreis Eichstätt), wohl auch Roßtal
(Landkreis Fürth) und Roth
(Landkreis Roth) -, ergab sich aus der Not die räumliche
Verdichtung
der Herrschaft um den Kristallisationskern Heideck. Wichtige, von Gottfried IV. erworbene
Sepultur der Familie war die Zisterze Heilsbronn
(Landkreis Ansbach), welche der HEIDECKER
reich begabte. Später wandte
sich die Familie verstärkt dem Zisterzienser-Kloster Kaisheim
(Landkreis Donau-Ries) und dem Kollegiatstift Hilpoltstein
(Landkreis Roth) zu. Auch im Rieser
Kloster Kirchheim (Ostalbkreis, Baden-Württemberg) finden sich
Gräber des Geschlechts bzw. seiner Verwandten.
Eine Zäsur in der Geschichte des Hauses markiert das Aussterben der wohl verwandten HIRSCHBERGER 1305. Die HEIDECKER konnten Streubesitz aus deren Erbschaft erwerben, während Grafschaftsrechte und bedeutender Grundbesitz an die WITTELSBACHER fielen. Heideck, Brunneck an der Anlauter (bei Erlingshofen, Gemeinde Kinding, Landkreis Eichstätt), Lichtenau und Vestenberg, letztere durch Heirat mit einer Erb-Tochter der Dornberger Vögte an die HEIDECKER gekommen, bildeten nun Zentralorte der Familie.
Gottfrieds IV.
Kinder sind als Domherren in Bamberg (Hadebrand), Eichstätt
(Heinrich), Würzburg
(Marquard), als
Deutschordenskomture
(Wolfram, Otto) und als Äbtissin
von Kitzingen
(Anna) belegt. Erwähnter Heinrich von Heideck, Domherr zu Eichstätt
und Würzburger
Kantor († 1377), soll Stifter des
Weißenburger
Karmeliten-Klosters
gewesen sein.
Konrad I. († 1357), 1340 kaiserlicher Landrichter in
Nürnberg, sowie Friedrich
I. († 1374), der 1349 und 1354
als Hofrichter Kaiser KARLS
IV. (1346-1378) belegt ist, verdichteten durch Käufe den
Besitz der Familie. Durch Nähe zu KARL IV., der 1353 wichtige
Herrschaftsträger Frankens und Bayerns - darunter auch die
HEIDECKER - unter einem
Landfrieden vereinte, konnte sich
das Geschlecht (finanzielle) Unterstützung, Jagd- und
Nutzungsrechte im Weißenburger Forst (1349) südlich von
Heideck zur Altmühl hinab, die Pfandschaften Dollnstein
(Landkreis Eichstätt) (Kirchenpatronat und Vogtei) und Monheim
(1350) (Landkreis Donau-Ries) sichern, wobei 1360 Friedrich erstere und Wellheim
(mit Patronatsrecht) durch Kauf von den verwandten Grafen von Oettingen
erwarb. Mit
dem Weißenburger Forst als Landbrücke wurde die Schutter-
und Altmühlgegend herrschaftlich durchdrungen. Das Gebiet starken
Heidecker Einflusses war
nun annähernd ein Geviert, im Westen von
der Fränkischen bzw. Schwäbischen Rezat, im Osten von der
Schwarzach und im Süden von der Fränkischen Alb gerahmt und
im Norden etwa auf Höhe von Allersberg
und Roth (beide Landkreis Roth) endend.
Die Beziehungen zu den WITTELSBACHERN hatten sich schon gegen Ende der Regierungszeit Kaiser LUDWIGS IV. (1314-1346, Kaiser ab 1328) verschärft. Der Konflikt gipfelte 1348 in der Gefangennahme des Ellinger Deutschordenskomturs Otto von Heideck (erwähnt 1340-1358). Um das 1352/1353 gewonnene Erblehen Bechthal (Gemeinde Raitenbuch, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen), eine knapp 500 m auf einem Jurafelsen hoch gelegene, strategisch bedeutsame Burg, bemühten sich auch die bayerischen Herzöge, die Nürnberger Burggrafen und die Eichstätter Bischöfe. Die Beteiligung an dem erwähnten, 1353 geschlossenen Landfriedensbündnis sprechen für die Bedeutung der HEIDECKER im fränkischen Raum sowie der Burg Heideck im königlichen Straßenkontrollsystem.
Friedrich I. übertrug 1360 den Heidecker Allodialbesitz der böhmischen Krone, was Höhe- wie Wendepunkt der Familien-Geschichte markiert. Deren Geschicke waren nun mit den böhmischen Königen verknüpft. Friedrichs Sohn Johann wurde zuletzt Eichstätter Bischof (1415–1429); die Tochter Kunigunde († 1403) gründete das Kloster Kirchheim im Ries.
Die Bedeutung der HEIDECKER zeigt
sich ferner in den
Eheschließungen des 14. und frühen 15. Jahrhunderts, durch
die sich die Familie unter anderem mit den Grafen von
Henneberg-Aschach,
Henneberg-Schleusingen, Ortenburg, Schwarzburg-Leutenberg
und den Herzögen von Teck verband.
Niedergang im 15. Jahrhundert:
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Aufgrund finanzieller Probleme und innerfamiliärer Spannungen
begann um 1400 die Macht der HEIDECKER
zu zerbröckeln, was
letztlich – trotz gelegentlicher Rückkäufe – zur
Veräußerung fast aller Besitzungen im Laufe des 15.
Jahrhunderts führte. Konsolidierungsversuche scheiterten. Die
Erbteilung 1437, die Hussiten,
Fehden mit Markgraf Albrecht
Achilles (1440-1486), Pfalzgraf
Otto
von Mosbach (1410-1461) oder den Eichstätter
Bischöfen beschleunigten den Machtzerfall. Im
Markgräflerkrieg eroberte
Albrecht Achilles 1449 Burg und Stadt Heideck. Konrad von Heideck
(† ca. 1470/71) konnte mit
Nürnberger Hilfstruppen im
selben Jahr die Reichsstadt
Weißenburg gegen den HOHENZOLLERN
verteidigen. Nach dem
Laufer Vertrag 1453 erhielt Konrad
II. die Herrschaft Heideck zwar
zurück, doch drückende Kriegsfolgelasten hatten 1455 die
Verpfändung gegen Wohnrecht an Herzog
Ludwig
den Reichen von Bayern-Landshut (1450-1479), der zuvor schon
die wichtigen (Teil-)Geleitrechte
nach Nürnberg beansprucht hatte, zur Folge. Da die Pfandsumme
nicht aufgebracht werden konnte, fiel nach Konrads Tod 1471 Heideck an
die reichen wittelsbachischen
Herzöge.
Der Niedergang der Familie, die nun verstärkt Dienste bei
den
wittelsbachischen Herzögen,
Markgraf Albrecht Achilles oder dem
Eichstätter Bischof annehmen musste, die allesamt Interesse am
Restbesitz der HEIDECKER
hatten, spiegelt sich in den Eheverbindungen
wider. Verstärkt lassen sich nun ritterbürtige Familien wie
die HIRSCHHORNER,
SICKINGER oder ROSENBERGER
nachweisen. Noch 1417 wurde Agnes
Truchsess
von Waldburg († ca. 1454/1460)
anlässlich ihrer
Eheschließung mit Johann
II. († 1425) von Kaiser SIGISMUND
(1433-1437) in den Grafenstand erhoben. Bezeichnenderweise
zerschlug sich Ende des 15. Jahrhunderts ein Eheprojekt zwischen
Barbara von Brandenburg
und Konrad von Heideck.
Auf Brandenburger Seite
wurde die angebliche Verlobung als Hohn für das Haus empfunden.
Linienbildung und Abwanderung:
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Obwohl Rechte auf fränkische Besitzungen noch im 16. und 17.
Jahrhundert aufrecht erhalten wurden - 1624 verzichteten die HEIDECKER
auf ihre letzten Ansprüche -, ist die neuzeitliche Geschichte der
abgewanderten Familie weitgehend nicht mehr mit Bayern verbunden. Vier
Söhne Johanns IV. († 1506) begründeten eigene
Linien:
Kennzeichen des 16. Jahrhunderts ist eine rasche Folge von
Gebietserwerb, -verlusten und Tausch. 1506 fiel die Herrschaft an
Pfalz-Neuburg, 1542 wurde sie an die Reichsstadt Nürnberg
verpfändet, von dort aus erfolgte die Reformation
(Rekatholisierung in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts). Im
Jahre 1582 löste Pfalz-Neuburg die Herrschaft
wieder aus. Das württembergische Truppenkontingent stand im
Schmalkaldischen Krieg 1546/1547 stand unter dem Befehl Johanns/Hans
von Heidecks. 1592 waren die süddeutschen HEIDECKER
genötigt,
zur Deckung der Schulden den Ritterlehenhof, letztes Relikt der
Herrschaft Heideck, zu veräußern. Nicht wenige HEIDECKER
machten militärische Karriere, etwa Georg Friedrich († nach
1626), im Dreißigjährigen Krieg Oberstquartiermeister
im
Leibregiment König Christians
von Dänemark (1588/96-1648).
Status:
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Die edelfreien HEIDECKER
werden in Zeugenreihen des 12. Jahrhunderts
unter den liberi und nobiles geführt (etwa 1129,
1138, 1184,
1189). 1350 wurden die HEIDECKER und ihre
Untertanen vom Reichsgericht
zu Landeck befreit mit Ausnahme gewisser Delikte (fließende
Wunden, Diebstahl, Notzucht). 1360 bezeichnete sich Friedrich I. als
"unvermanter fryhe". Ihm wurde das Recht zugestanden, nicht mehr vor
dem Nürnberger
Landgericht oder anderen Gerichten erscheinen zu müssen.
Zuständig waren nun die kaiserlichen Hofrichter. 1387
bestätigten König WENZEL
(1376-1400), 1402 König Ruprecht
III. (1400-1410) die von KARL
IV. verliehenen Privilegien.
1422/1424/1426 leisteten die
HEIDECKER nochmals den Lehnseid vor
König SIGISMUND bzw. dem kaiserlichen
Hofmeister. Die Zimmerische
Chronik überliefert, SIGISMUND
habe des Reiches
Repräsentation um vier alte freie Herren-Geschlechter erweitern
wollen, darunter die HEIDECKER.
Die unmittelbare Stellung der Familie
zeigte sich letztmals 1520 auf dem Romzug. Denn nach Wormser
Reichstagsbeschluss von 1495
war das Geschlecht als Reichsstand angehalten, zwei Berittene und neun
Mann zu Fuß zu stellen.