Wilhelm                                          Graf von Haldensleben
-----------                                         Markgraf der Nordmark (1044-1056)
    -10.9.1056
     bei Burg Prizlava
 

Sohn des Grafen Bernhard II. von Haldensleben
 

Althoff Gerd: Seite 413
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                             G 115

Lü:     10.9  Willehardus mar  + 1056 Markgraf der Nordmark

Der Eintrag ins Lüneburger Necrolog lautet vollständig: Willehardus marchio et Thiedricus comes et Bernardus et multi alii interfecti a Slavis.
Markgraf Wilhelm fiel ebenso wie die Grafen Thiedrich von Katlenburg (G 116) und Bernhard von Dommersleben (G 117) in der Schlacht gegen die Liutizen, in der das sächsische Kontingent fast gänzlich vernichtet wurde.
Vgl. Steindorf, Jbb. Heinrichs III. 2, S. 352 f. und Lüpke, Markgrafen, S. 18.



Thiele Andreas: Tafel 218
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

WILHELM
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    + 1056 gefallen

Folgte dem Vater um 1044 und ist quellenmäßig kaum greifbar. Er wurde nur anläßlich seines Todes erwähnt. Er fiel mit Dietrich I. von Katlenburg in der Schlacht bei Prizlawa gegen die Slawen. Da Wilhelm kinderlos starb und sein Bruder Konrad schon vor ihm gestorben war, wurde seine Nichte Gertrud Alleinerbin des HALDENSLEBENER Besitzes.



Lüpke Siegfried: Seite 18
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"Die Markgrafen der Sächsischen Ostmarken in der Zeit von Gero bis zum Beginn des Investiturstreites (940-1075)"

Ihm folgte Wilhelm (1045?-1056), vielleicht zwischen 1044 und 1046, der allem Anschein nach sein Sohn war. Von ihm ist uns nur sein Tod im Kampfe gegen die Liutizen bei Prizlawa überliefert. Er war, wenn wir Lamperts Bericht trauen dürfen, auf ausdrücklichen Befehl des Kaisers, der anscheinend durch Krankheit an der Teilnahme verhindert war, gegen die Liutizen gezogen. Mit ihm zusammen fielen die Grafen Dietrich von Katlenburg und Bernhard von Dommersleben. Von Wilhelms Gaugrafschaften erfahren wir nichts. Immerhin ist es wahrscheinlich, dass er wenigstens einen Teil der Grafschaften seiner Vorgänger innehatte. Außerdem werden zu seiner Zeit Liuthar und Bernhard als Gaugrafen erwähnt, Liuthar in Nordthüringen und im Derlingau und Bernhard außerdem im Gau Belesen und Hardagau. Bedeutsam ist, dass HEINRICH III. in der Nordmark die Erbfolge von Bernhard auf Wilhelm hat gelten lassen, wie es in anderen Fällen schon sein Vater getan hatte. Wilhelms Halbbruder Otto aber konnte seine Ansprüche auf die Mark nicht durchsetzen und kam in den entstehenden Wirren um. Damit starb Dietrichs Haus aus. Die Nordmark kam an das Haus STADE.
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 413 G 115 - Annalista Saxo: Reichschronik Seite 65,69-71,73 - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 128,195,196 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 283/Band III Seite 305 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 23,88 A. 344 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 Seite 58,60 - Lüpke, Siegfried: Die Markgrafen der Sächsischen Ostmarken in der Zeit von Gero bis zum Beginn des Investiturstreites (940-1075), Dissertation Halle 1937 Seite 18 - Steindorff, Ernst: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich III., Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963 Band II Seite 352- Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 218 - Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 37,99 -