Begraben: Unter der Hauptapsis der Stiftskirche St. Paul
i. Lavanttal/Kärnten
2. Sohn des Königs RUDOLF
I. VON HABSBURG aus seiner 1. Ehe mit der Gertrud
von Hohenberg, Tochter von Graf Ulrich
Reifenscheid Richard: Seite 23
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"Die Habsburger. Von Rudolf I. bis Karl I."
7. HARTMANN, GRAF VON HABSBURG
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* um 1263, + 20.12.1281
Rheinfelden zwischen Breisach und Straßburg
im Rhein ertrunken
Grabstätte: Unter der Hauptapsis der Stiftskirche St. Paul i. Lavanttal/Kärnten
Hartmann war der Lieblingssohn
RUDOLFS
I. Von seinem Vater laufend zu den Staatsgeschäften hinzugezogen,
bewährte er sich so vortrefflich, dass König
RUDOLF VON HABSBURG erwog, die
deutsche Königswürde auf ihn und nicht auf seinen ältesten
Sohn ALBRECHT zu übertragen. Auch
die Verlobung Hartmanns
mit der Prinzessin
Johanna, Tochter König Eduards
I. von England, lässt erkennen, welche Hoffnung
RUDOLFauf
Hartmann
setzte. Auf der Fahrt zum Hof seines Vaters kenterte das Boot Hartmanns,
und er ertrank mit 13 adeligen Gefährten zwischen Breisach
und Straßburg in den Fluten des Rheins. In der Kirche der Benediktinerabtei
erinnerte eine Gedenktafel an dieses tragische Ereignis.
Nach längeren Verhandlungen gab RUDOLF
VON HABSBURG im September 1277 Vollmacht, die Eheverbindung
seines zweitältesten Sohnes Hartmann
mit Eduards Tochter Johanna
zu vereinbaren. In London fasste man zunächst nur einen
vorläufigen und unverbindlichen Termin für die Hochzeit der noch
im Kindesalter stehenden Prinzessin ins Auge und überließ das
Weitere neuerlichen Besprechungen in Deutschland. Erst Ende April und Anfang
Mai 1278 kam es in Wien zu festen und detaillierten Abmachungen. Die Mitgift
sollte 10.000 Mark betragen; Morgengabe und Wittum wurden auf näher
bezeichnetes
habsburgisches Hausgut
angewiesen. Der englischen Gesandteninstruktion entsprechend verpflichtete
sich RUDOLF VON HABSBURG für den
Fall seiner Kaiserkrönung,
Hartmann zum
römischen König zu erheben; allein das hing von der einträchtigen
Zustimmung der Kurfürsten ab. Vom gleichen Tage datiert RUDOLFS
Versprechen,
nach Kräften bemüht zu sein, dass Hartmann
- mit Zustimmung der Reichsfürsten - in den Besitz des Königreichs
Arelat gelangte.
Der vorgesehenen Reise Hartmanns
nach England erwuchs auf deutscher Seite eine Reihe von Hemmnissen;
zunächst gab König RUDOLF die
Kriegsläufe im Reich als Grund der Verzögerung an; erneuter Aufschub
wurde mit einer schweren Krankheit
Hartmanns
entschuldigt. Im September 1279 schrieb Bischof Heinrich von Basel an König
Eduard, zu den legitimen Entschuldigungsgründen sei eine
gewisse Interesselosigkeit hinzugetreten. Er wolle aber alles daran setzen,
die Heirat doch noch zuwege zu bringen. Zunächst habe er aber Hartmann
geraten, einen gegenwärtigen Besuch bei König
RUDOLF zur Klarstellung seines "status" zu benutzen, ehe Hartmannsich
nach England begebe.
Dem anglo-habsburgischen
Ehevorhaben setze der Tod Hartmanns ein
Ende. Am 21. Dezember 1281 ertrank er mit seinen Begleitern im Rhein
zwischen Breisach und Straßburg.
v. oo Johanna von England, Tochter des Königs
Eduard I.
1272-23.4.1307
Literatur:
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Reifenscheid, Richard: Die Habsburger. Von Rudolf
I. bis Karl I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1982 Seite 23 - Tautz
Fritz: Die Könige von England und das Reich 1272-1377, Seite 121-123
- Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur
europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main
1993 Tafel 87 -