Begraben: Marienkirche zu Brünn
Einzige Tochter und Erbin des Königs
Przemyslaw II. von Polen aus seiner 2. Ehe mit der
Richsa
von Schweden, Tochter von König
Waldemar
Lexikon des Mittelalters: Band III Seite 1832
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Elisabeth (Taufname: Richeza, daher E. Rixa, E. Rejcka)
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* 1. September 1288, + 10. Oktober 1335
Königin von Böhmen seit 1303
Tochter Premysl II., König von Polen, und der Richeza, Tochter des Königs von Schweden, Waldemar
Zunächst (vor 1300) mit dem Markgrafen von Brandenburg, Otto IV., verlobt, 1300 jedoch mit Wenzel II., König von Böhmen, erhielt sie 1303 den Namen Elisabeth. Aus ihrer Ehe mit Wenzel II. ging eine Tochter, Agnes, hervor. Durch ihre Hand erwarb Wenzel II. zusätzliche Rechte auf den polnischen Königsthron. Nach dem Tod ihres Gatten (1305) und kurzer Regierung seines Sohnes Wenzel III. (+ 4. August 1306) heiratete Elisabeth in zweiter Ehe Rudolf III., König von Böhmen (1306-1307). Als Wittum besaß Elisabeth zunächst den Burgbezirk von Königsgrätz. Sie spielte mit ihrem Gefährten Heinrich von Leipa (Jindrich z Lipe), dem Anführer der böhmischen Adelspartei gegen die Königin Elisabeth, Gattin Johanns von Böhmen, eine politische Rolle. Nach dessen Tod (1329) zog sie sich in das von ihr 1323 gegründete Zisterzienserkloster in Brünn (Aula s. Mariae) zurück, dessen Äbtissin ihre Tochter Agnes war.
Literatur:
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Bosl, Böhmische Länder, Bd 1, 282f, 362f.
1. RUDOLF III., Herzog von Österreich, 1306 König
von Böhmen
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* um 1282, + 4.7.1307
Wien
Horazdowitz bei Prag
Grabstätte: Fürstengruft im St-Veits-Dom in Prag
1. oo 29.5.1300 in Wien
BLANKA, Prinzessin von Frankereich
* um 1285, + 19.3.1305
Paris Wien
Grabstätte: Krypta der Minoritenkirche in Wien
Eltern: Philipp III., König von Frankreich, und Maria, Prinzessin von Brabant, Tochter Heinrichs III., Herzog von Brabant
2. oo 16.10.1306 in Prag
ELISABETH, PRINZESSIN VON POLEN, Königin-Witwe von Böhmen
* um 1286, + 18.10.1335
Lemberg Brünn
Eltern: Premislaw II., König von Polen, und Richza, Prinzessin von Schweden, Tochter Waldemars, König von Schweden
Elisabeth war die
Witwe König Wenzels II. von Böhmen,
des letzten PREMSYLIDEN [Richtigstellung:
Der letzte PREMYSLIDE war Wenzel
III., der Sohn von König Wenzel
II.]. Nach dessen Tod heiratete Rudolf
III. die Witwe des Böhmen-Königs und wurde 1306 als
König
von Böhmen anerkannt.
Hundt Barbara: Seite 62
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"Ludwig der Bayer. Der Kaiser aus dem Hause Wittelsbach"
Bei Witwen scheint man dagegen recht großzügig
gewesen zu sein. Auch hier muss man nicht die Literatur bemühen. Die
polnische
Prinzessin Elisabeth, die man blutjung mit dem verwitweten Wenzel
II. von Böhmen verheiratet hatte und nach seinem Tod mit
dem nächsten böhmischen König, Herzog
Rudolf III. von Österreich, war ein Jahr nach der zweiten
Eheschließung ganze 20 Jahre alt und bereits wieder Witwe. Sie ging
nun nach Mähren und lebte eine Zeitlang mit dem prominenten Kavalier
Herrn
Heinrich von Leipa zusammen. Ohne dass offenbar jemand daran Anstoß
nahm! Den hätte man weit eher genommen, hätte sie, eine verwitwete
Königin, unter ihrem Stand geheiratet. So hielt auch die Königin-Witwe
Kunigunde von Böhmen, die Mutter Wenzels
II., ihre Ehe mit Zawisch von Falkenstein geheim, obwohl sich
das ganze Land den Mund zerriss über die enge Beziehung und die Macht,
die er über sie hatte. Erst nach ihrem Tod wurde die heimliche Heirat
bekannt.
Der Ungenannte von Leoben erzählt bei dieser Gelegenheit:
Die hinterlassene Witwe Rudolfs wäre,
weil sie eben schwanger war, von Kaiser, noch ehe er diesen Zug unternahm,
nach Österreich berufen worden, um dort ihr Wochenbett in Sicherheit
aufzuschlagen. Sie hätte auch wirklich einen Sohn geboren, dessen
unstreitiges Erbrecht auf Böhmen der Kaiser nun mit den Waffen in
der Hand behalten wollte. Man sollte aus dieser Erzählung fast schließen:
der Kaiser wäre damals selbst in Österreich gewesen, was er doch
gewiß nicht war. Und der Sohn Elisabeths,
wenn sie einen geboren, müßte bald nach seiner Geburt wieder
gestorben sein, da kein anderer Skribent seiner mit einem Wort erwähnt.
Und es ist umso wahrscheinlicher, daß der Chronist sich bloß
an eine unerwiesene Sage des Volkes gehalten, weil unsere Geschichtsschreiber
geradezu behaupten: Rudolf hätte
keinen Erben hinterlassen. Ob ich schon auf der anderen Seite Hermann Cornern
auch nicht beipflichten kann, wenn er vorgibt, Rudolf
wäre
ganz unfähig zur Zeugung und dies wäee eine der Ursachen der
Abneigung der Böhmen gewesen. Denn seine erste Gemahlin
Blanka
starb ja in Kindesnöten und eine Tulner Handschrift erwähnt zwei
Kinder Rudolfs, die dort begraben sind.
26.5.1300
1. oo 2. Wenzel II. König von Böhmen
17.9.1271-21.6.1305
16.10.1306
2. oo 2. Rudolf III. Herzog von Österreich
x
1281-4.7.1307
Kinder:
1. Ehe
Agnes
15.6.1305-1336/4.1.1337
1319
oo Heinrich I. Herzog von Schlesien-Schweidnitz-Jauer
1292/96-6.3./15.5.1346
Literatur:
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Eberhard Winfried: Westmitteleuropa Ostmitteleuropa.
Vergleiche und Beziehungen. Festschrift für Ferdinand Seibt zum 65.
Geburtstag. R. Oldenbourg Verlag München 1992 Seite 297,304-305 -
Hoensch Jörg K.: Die Luxemburger, Kohlhammer-Urban
Taschenbücher Band 407 2000, Seite 37,58 -
Hundt, Barbara: Ludwig der Bayer. Der Kaiser aus
dem Hause Wittelsbach Bechtle Verlag Esslingen München 1989 Seite
62 - Kaiser Karl IV. und die Kultur und Kunst seiner Zeit. Artia
Verlag Prag 1978 Seite 22,56,127,237 - Krieger, Karl-Friedrich: Die Habsburger
im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart
Berlin Köln 1994, Seite 105,113 - Reifenscheid, Richard: Die
Habsburger. Von Rudolf I. bis Karl I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln
1982 Seite 30 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag
Frankfurt/Main 1993 Tafel 89 -