Um 1030 finden wir eine für die
Verwandtschaftsverhältnisse es Grafen Altmann II. sehr
aufschlußrreiche Urkunde:
Eine femina nobilis Hazacha = Haziga, Witwe eines Piligrim, übergab ihr Gut
zu Schäftlarn dem Grafen
Altmann, der es dem
Freisinger Bischof tradieren sollte. Der Bischof sollte dafür zwei
Töchter im Kloster unterbringen. Zeugen waren Heimo, Papo und Engildeo, die Söhne der Haziga, danach folgen Papo und Ogo, die Söhne eines Dietrich.
Papo hieß auch Hazigas Vogt, der Urkunde
zufolge Stief-Vater der Kinder und damit Hazigas zweiter Gemahl. Man
könnte sagen, daß Altmann
hier einfach als Vertreter des Bischofs handelte. Es ist aber daran zu
erinnern, daß Graf Altmann selber in
Schäftlarn begütert war; ohne Zweifel wurde Altmann auf Grund seiner
Verwandtschaft von Haziga und
ihrem zweiten Mann Pabo
gebeten, ihnen als Salmann zur Verfügung zu stehen. Wenn wir uns
in Altmanns Verwandtschaft
umsehen, dann ist natürlich an seinen Cousin Babo III. "von Scheyern" zu
denken, der selber eine Tochter
Haziga hatte. Wir gehen davon aus, daß die Schäftlarner Tradentin Hazecha und ihr zweiter Mann Pabo die Eltern der Haziga "von Scheyern" waren.
Da wir feststellen, daß von den Hauptvögten Helmperht Verwandter der KÜHBACHER und Graf Udalschalk
direkter Erbe war und auch Graf Otto von Scheyern über
seine Frau Haziga mit
den KÜHBACHERN
zusammenhing, erhebt sich die Frage, ob nicht auch die Vögte Ratolt, Papo und Udalschalk mit den KÜHBACHERN verwandt
waren, zumal ja bei Papo und
Udalschalk die Namen
darauf hindeuten.
Nun kommt aber nach 1000 wieder ein Piligrim vor, der die
Söhne Heimo (=
Kurzform für Heimperht),
Papo und Engildeo hatte. Sie stammten
aus Piligrims Ehe mit Hazecha, die - wie schon
gezeigt - in zweiter Ehe mit dem KÜHBACHER
Papo verheiratet, Mutter der Haziga war. Als Bruder dieses
Piligrim läßt
sich ein Dietrich erschließen,
Vater der Brüder Papo und
Ougo.
Aber nicht nur Dietrich und
der Geistliche Ratolt waren Söhne des Vogtes Ratolt, sondern mit
großer Sicherheit auch ein Piligrim,
auf den wir bereits eingegangen sind, der Vater von Heimo (= Heimperht), Papo und Engildeo und der erste Mann
der Haziga, die in
zweiter Ehe Graf Papo "von Scheyern" heiratete.
Die Verwandtschaft zwischen der
RATOLT-Familie und den KÜHBACHERN geht aber
nicht auf diese Heirat zurück, sondern ist viel älter, war
doch Graf Udalschalk von Kühbach
erster Zeuge für den Priester Ratolt.
Papos Tochter Haziga war demnach die letzte
"eigentliche" KÜHBACHERIN.
1. oo Piligrim
† um 1030
2. oo Babo III. Graf von Kühbach
†
Kinder: 2 Töchter
1. Ehe
Heimo
†
Babo
†
Engildeo
†
N.N. Nonne
†
N.N. Nonne
†
2. Ehe
Haziga (Hadegunde)
um 1040 † 1.8.1104
1. oo Hermann Graf von Kastl
† 27.1.1056
Literatur:
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Kramer
Ferdinand/Strömer Wilhelm:
Hochmittelalterliche Adelsfamilien in Altbayern, Franken und
Schwaben. Seite 119,130,132,135, 136 -