Guntpolt                                      Graf an der unteren Amper c 1020/45
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um 1045  

Nach G. Mayr Sohn des Grafen Altmann I. an der Paar ( nach 1007) aus dem Hause der ARIBONEN und der Liutgard von Kühbach, Tochter von Graf Babo I. ( 9.1.975) und der Ita von Schwaben
Bruder von
Graf Udalschalk II. an der Paar (um 1040), Graf Altmann II. an der Paar (um 1047), Graf Hartwic I. an der Paar ( 1024),
Neffe von Graf
Udalschalk I. von Kühbach ( 1008/09), Graf Adalbero von Kühbach ( 9.10. nach 1011), Hilda von Kühbach 
Enkel von
Graf N.N. aus dem Hause der ARIBONEN und der N.N.

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 223
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1. GUNTPOLD

F. siehe Vorbemerkung; eV.
c 1020 Jetzendorf AG Pfaffenhofen (Grafschaft an der unteren Amper) wird an Freising gegeben, Spitzenzeuge Guntpolt comes et frater eius Hartwich nQ 5, 247 f n 1384
(1022/23) Tausch mit Gütern zu Leibersdorf AG Mainburg, Dietersdorf G Aufham AG Pfaffenhofen und Tölzkirchen G Baumgarten AG Freising sowie Abersberg G Zolling AG Moosburg, Zeuge comes Guntpolt nQ 5, 253 f n 1392
1025 Gundpolt comes DD 3, 693 n 2
c 1025 Tausch mit Gütern zu Gundelshausen G Dürnhausen AG Pfaffenhofen und Roggendorf G Sillertshausen AG Moosburg Spitzenzeuge Guntpolt comes nQ 5, 257 f n 1397
1034 Mai Regensburg comites tres Altmann, Sarhilo, Guntpolt et frater eius Hartwich nQ 5, 295 f n 1440
(1034) Altmann comes, Hartwich, Sarchilo comes, Guntpolt comes nQ 5 295 n 1439; IV.
1045 27/3 - 11/6 Schenkung der Richlint, Witwe Adalberos II. von Ebersberg, an das Kloster Ebersberg, Spitzenzeuge Guntpolt comes, später Hartwic de Perchoven Hundt, Ebersberg 143 f n 44.
 
Vorbemerkung zu den Anfängen
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Hartwig II. (siehe unten 3) steht an der Spitze des von vornherein gesicherten Stammbaumes. Denn wenn er auch nirgends ausdrücklich als Vater Ernsts I. bezeugt ist, so kann doch über dieses Verhältnis kein Zweifel bestehen. Er ist Vogt von Eichstätt, ebenso nach ihm Ernst; Hartwigs Name findet sich wieder bei den Söhnen Ernsts I., zuletzt trägt ihn ein Ur-Enkel Ernsts I. Schwieriger ist die Anknüpfung nach oben. - Von etwa 1020 an begegnen in den Freisinger Aufzeichnungen wiederholt die Brüder Guntpolt (1) und Hartwig I. (2), von denen der erstere Graf war, während der letztere dem politisch einflussreichen Grafen Altmann II. (Ebersberg-Kühbach n 31) näher stand. Er kann nicht gut dessen Schwieger-Sohn gewesen sein, weil sein Bruder Graf war und deswegen wie er selbst schon in vorgerückteren Jahren gestanden haben muss. Die Annäherung, die durch die Übernahme der männlichen Vornamen der Familie Altmanns in die Hartwigs ganz offenkundig ist, muss durch die Kinder der beiden erfolgt sein.
Hartwig, der Bruder
Guntpolts, steht also um eine Geschlechtsfolge höher als Hartwig, der Gatte der Aviza (3). Letzterer heißt von etwa 1035 an von Berghofen einem im Umkreis der Besitzungen Altmanns gelegenen Ort. Nach der Eichstätter Überlieferung des 14. Jahrhunderts, einer Zeit also, die dem 1305 erloschenen berühmten Geschlecht noch sehr nahe stand und die man auch aus inneren Gründen durchaus ernstnehmen muss, gehörte der Eichstätter Bischof Gebhard (4), der 1054-1057 als Viktor II. Papst war, unserem Geschlecht an. Als Gebhard 1042 Bischof wurde, war er noch sehr jung, er wird etwa 1020 geboren sein. Da sein Vater Hartwig hieß, kann er nur ein Bruder Hartwigs von Berghofen und Sohn des älteren Hartwig, Bruder des Guntpolt, gewesen sein. Durch seine Mutter Beliza wird die Verbindung mit Kaiser HEINRICH III. über den mit diesem verwandten Bischof Gebhard III. von Regensburg hergestellt worden sein. Wenn Papst Gebhard-Viktor in den erzählenden Quellen teils Bayer, teils Schwabe genannt wird, so bezieht sich jenes offenbar auf die Wirksamkeit seines Vaters in Bayern, dieses auf die Abkunft seines Geschlechtes. Graf Gunpolt besaß seine Grafschaft aus zweiter oder dritter Hand von dem Grafen Adalbero II. von Ebersberg, dem Gatten der welfischen und schwäbischen Richlinde, deren Namen man übrigens bei den Kindern Hartwigs II. wieder findet. Guntpolt und sein Bruder Hartwig gehörten demnach einem schwäbischen Hause an und wurden durch ihre Beziehungen zu Richlinde nach Bayern verpflanzt.
Beliza
stellt auch die charakteristische Verbindung des zunächst im Amper-Raum tätigen Geschlechtes mit Eichstätt an der Altmühl her. Sie muss eng mit dem Eichstätter Vogt Gotapold von 1035 (Heidingsfelder n 166) verbunden gewesen sein, von dem des Papstes Bruder
Gotapold (5) den Namen hat, und war entweder dessen Tochter oder Schwester, jedenfalls aber Erbin. Der Vogt Gotapold kann nicht des Bischofs Vater gewesen sein, weil sein Name nach 5 aus dem Geschlechte verschwindet.


Literatur:
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Kramer Ferdinand/Strömer Wilhelm: Hochmittelalterliche Adelsfamilien in Altbayern, Franken und Schwaben. Seite 109,120-122,135 - Wegener Dr. Wilhelm: GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE Seite 223 -