GRAFEN von
GRÖGLING-HIRSCHBERG
Die Grafen von Grögling-Hirschberg, auch Grafen von
Hirschberg, waren ein oberpfälzisch-mittelfränkisches
Adels-Geschlecht vom 12. bis Anfang des 14. Jahrhunderts.
Herkunft und Name:
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Die Herkunft des Grafen-Geschlechts ist nicht sicher feststellbar.
Fest steht, dass es zuerst unter dem Namen Grafen von Grögling,
Dollnstein und Ottenburg erschien;
zu Grögling (Chregelingen; bei Dietfurt an der
Altmühl)
saß das Geschlecht um das Jahr 1100, zu Dollnstein nach 1139.
Sowohl Grögling als auch Dollnstein hatte das Adels-Geschlecht vom
Bischof von Eichstätt als Lehen
erhalten. Wann die Herren von Grögling-Dollnstein ihre
(Hirschberger) Grafschaft mit den Untergauen Kelsgau,
Rudmarsberg und
Sulzgau, die 1004 von der Markgrafschaft auf dem Nordgau abgetrennt
worden war, vom Kaiser verliehen bekamen, ist nicht geklärt. Den
Ottenburg-Beinamen führte es nach der Grafschaft
Ottenburg um Glonn und Amper bei Freising, die ebenfalls ihnen
gehörte.
Den Hauptnamen Hirschberg legte sich das Geschlecht zu, nachdem es
bereits mehr als drei Jahrzehnte auf Burg Hirschberg, am
nördlichen Altmühlhang oberhalb von Beilngries ansässig
war. Die erste Nennung stammt von 1205.
Das Grafen-Geschlecht, das im oberpfälzisch-fränkischen
Altmühlgebiet mit breit gestreutem Besitz eine dominierende
Stellung einnahm, gebot über 122 Dörfer nicht nur in der
territorial selbständigen Grafschaft Hirschberg, sondern über
weitere Orte in der Grafschaft Sulzbach. Die Herren von Hirschberg
waren mit den Grafen von Sulzbach, den Grafen
von Oettingen, mit den Herzögen von Bayern und mit den
gräflichen Häusern von Württemberg und Tirol verwandt.
Als die Grafen von Sulzbach
1188 ausstarben, kamen Teile von deren Besitz in den Besitz der Herren
von Hirschberg.
Vertreter des Geschlechts:
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Von der später so bezeichneten Grafschaft Hirschberg
ist erstmals 1007 die Rede, als Kaiser HEINRICH II. (DER
HEILIGE) den Ort Beilngries (Bilingriez) dem neu
gegründeten Bistum
Bamberg schenkte. Der Name Hirschberg erscheint
erstmals im Jahr 1180 durch die Nennung des Adeligen "Chounradus de
Hirzperch" als Urkundenzeuge.
Die ursprünglichen Herren von Hirschberg (1180, 1194 und 1196 in Urkunden erwähnt) haben nichts mit dem Adelsgeschlecht zu tun, das sich ab 1205 Grafen von Hirschberg nannte. Letztere bauten wohl um diese Zeit ihre dortige Burg anstelle eines Vorgängerbaus, um den eichstättischen Vogteisitz und zugleich den Sitz der Gaugrafschaft besser zu sichern und besser repräsentieren zu können. Zur Erbauungszeit war ein Hartwig aus dem Geschlecht der Grafen von Kreglingen-Tollnstein Bischof von Eichstätt (1196–1223). Er war ein Sohn des Eichstätter Stiftvogts Graf Gerhard I. vom Kreglingen-Tollnstein. Hartwigs älterer Bruder Gebhard nannte sich Graf von Kreglingen-Tollnstein-Hirschberg. Der jüngere Bruder Gerhard trug dagegen den Titel eines Grafen von Sulzbach.
Bereits 1068 ist ein anderer Hartwig als eichstättischer Vogt genannt, der wohl auch der späteren Grafenfamilie angehörte; ob er der Vater von Ernst war, der 1087 urkundlich erwähnt wird und sich gelegentlich Graf von Ottenburg nannte, ist unsicher. Ernst hatte einen Sohn namens Altmann, der sich um 1098 von Grögling nannte.
Gebhard II., der 1125 bis 1149 Bischof von Eichstätt war, entstammte ebenfalls dem Chregelinger Geschlecht; sein Vater, der eichstättische Vogt Graf Ernst von Chreglingen, nannte sich als Inhaber der Grafschaft um Amber und Glonn auch Graf von Ottenburg. Unter Gebhard II. gründete sein Bruder Ernst im Jahr 1129 das Benediktinerkloster Plankstetten. Von Gebhard VI. von Hirschberg hat sich ein Siegel an einer Urkunde vom 28. Februar 1253 erhalten: das Wappen zeigt einen auf dreieckigem Schild stehenden Hirsch. 50 Jahre später erlosch das Geschlecht mit Gebhard VII.
Dass Papst
Viktor II. († 1057) diesem Grafengeschlecht entstammte, wie
ein wohl aus dem 14. Jahrhundert stammender Nachtrag im
Pontifikale Gundekarianum
vermeldet, gilt heute als widerlegt.
Tiroler Besitz:
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Im 13. Jahrhundert waren die Herren von Hirschberg auch in
Tirol sesshaft. Ihnen
gehörte die Burg
Hirschberg bei Wenns im Pitztal; heute sind von ihr
nur noch geringe Spuren vorhanden. Hierher kam das Geschlecht durch
verwandtschaftliche Beziehungen mit dem Tiroler Grafengeschlecht; ein
Graf von Hirschberg war der Schwiegersohn des Tiroler Grafen
Albert III.
Als dieser 1253 ohne männlichen Erben starb, erbten seine beiden
Schwiegersöhne, ebendieser Graf von Hirschberg und der Graf
Meinhard von Görz.
Bei der Teilung des Besitzes fiel dem Hirschberger das Oberinntal und
das Wipptal
(Brennergegend) zu. Erst von dieser Zeit an führte die Burg bei
Wenns den Namen der Hirschberger; zuvor hieß die Burg
Straßberg. Der Sohn und Erbe des Grafen von Hirschberg, Graf
Gebhard IV., verkaufte 1284 den Tiroler Besitz an den Grafen
Meinhard II. von
Görz und siedelte wieder auf das Schloss oberhalb von
Beilngries über.
Kampf um das Hirschberger Erbe:
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Gebhard VII., dieser letzte Graf von Hirschberg, hatte eine
Gräfin Sophie von Oettingen zu Frau. Schon zu seinen Lebzeiten,
als klar wurde, dass es keine (männlichen) Nachkommen geben werde,
gab es Streitigkeiten um das künftige Erbe. So machte Herzog
Rudolph von Bayern – die Mutter Gebhards war eine Herzogin Sophie von
Bayern – wegen seiner engen Verwandtschaft mit ihm Ansprüche auf
seine zukünftige Hinterlassenschaft geltend. Gebhard wollte jedoch
das Bistum Eichstätt als Erben und hatte in zwei Testamenten 1291
und 1296 diesbezüglich verfügt. Am 8. September 1304
machte er ein drittes Testament, in dem er ausdrücklich den
Bischof von Eichstätt als Erben seiner Grafschaft und den damit
zusammenhängenden Besitztümern, darunter die Burg Hirschberg
und der Markt Beilngries, einsetzte. Er starb ein Jahr später, am
4. März 1305, und wurde im Augustiner-Chorherrenstift Rebdorf
bestattet.
Der Kampf um das Erbe, der nun zwischen Bayern und dem Eichstätter Bischof entbrannte, wurde Monate später, am 19. Oktober 1305, durch einen in Gaimersheim geschlossenen Vergleich beendet: Die Grafschaft Hirschberg mit ihren 122 Orten fiel an das Bistum Eichstätt, darunter Hirschberg und Beilngries, Kevenhüll, Kottingwörth, Ottmaring, Sulzkirchen, Erasbach, Raitenbuch und Forchheim, während der Bischof auf einen Großteil des Erbes zugunsten einer gütlichen Einigung mit den Wittelsbachern verzichtete. Die zweite Stammburg Dollnstein kam vorübergehend an die verschwägerten Oettinger.
Zur weiteren Geschichte des Schlosses Hirschberg
siehe dort.
Stammliste:
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- Hartwig I. († 1034), ∞ Beliza
- 1. Hartwig II. († 1068/69), Graf von
Berghofen, Graf an der
unteren Amper, Vogt von Eichstätt, ∞ Aviza (Tochter von Graf
Altmann von Kühbach)
- 1. Ernst I. († 12. November 1096/97), ∞
I. Richlind
(Tochter des Eichstätter Hochstiftsvogtes Hartwig) ∞ II. Liutgard
von Zähringen (Tochter von Herzog Berthold I.; Witwe von Diepold
II. von Vohburg)
- 1. Altmann I. († 2. Oktober 1125/30)
- 2. Hartwig III., ∞ Tochter von
Stadtgraf Gerhard
- 1. Gebhard I. († 1158)
- 2. Gerhard I. († 1170), ∞2
Sophie von Sulzbach,
Erbtochter von Graf Gebhard III.
- (2) 1. Gebhard II. (* 1160;
† 1232), ∞ I. NN,
∞ II. Agnes von Truhendingen
- (1) 1. Gerhard III. († 1230)
- (1) 2. Gebhard III. († 1245), Graf von Sulzbach
- (2) 3. Agnes († 1282), Gräfin von Hals
- (2) 4. Gebhard IV. (*
1220; † 27. Februar
1275), ∞ I. Elisabeth von Tirol (Tochter von Graf Albert
III. (Tirol), Witwe von Herzog Otto II. von Meranien), ∞ II. Sophie
von Bayern (Tochter von Herzog Otto II. dem Erlauchten)
- (2) 1. Gerhard V. (2. Oktober 1258; † 2. März 1278)
- (2) 2. Gebhard VI.(* 1260; † 4. März 1305), ∞ Sophie von Öttingen (Tochter von Graf Ludwig V.)
- (2) 3. Agnes († 1296), Burggräfin von Nürnberg
- (2) 5. Friedrich († 9. August 1300) von Dollnstein – Domherr in Salzburg
- (2) 6. Elisabeth, Gräfin von Graisbach
- (2) 2. Gerhard II. († n
1191), Graf von
Dollnstein, Vogt von Eichstätt, ∞ Tochter von Otto II. von
Lengbach, Domvogt von Regensburg
- 1. Gebhard V. († 2. Februar 1249), Graf von Sulzbach
- 2. Gerhard IV.(† 1225), Graf von Dollnstein, ∞ Adelheid von Kyburg-Dillingen
- 3. Kunigunde († 1249) ∞ I. Berthold III., Graf von Bogen, ∞ II. Konrad, Graf von Wasserburg
- (2) 3. Hartwig, Bischof von Eichstätt (1196–1223)
- (2) 1. Gebhard II. (* 1160;
† 1232), ∞ I. NN,
∞ II. Agnes von Truhendingen
- 3. Ernst II.; gründete 1129 das Kloster Plankstetten
- 4. Gebhard (* 1095; † 17. März 1149), Bischof von Eichstätt (1125–1149)
- 2. Udalschalk († 20. November
1115), Graf im Lurngau, ∞
II. Adelheid von Krain (Tochter von Markgraf Ulrich I.,
Witwe nach Domvogt Friedrich II. von Regensburg)
- 1. Konrad († 20. Januar 1112), Graf im Lurngau, Vogt von Aquileia
- 2. Altmann (* 1090); † 27. März 1149), Bischof von Trient
- 3. Adalbero, Graf im Lurngau († um 1135)
- 4. Adelheid vom Lurngau († 1120), ∞ Burkhard IV. († 1138), Graf von Moosburg
- 5. Willibirg, Erbin von Meranien, ∞ Konrad I. († 1135), Graf von Dachau
- 3. Adalbert († August 1096), Graf von Ortenburg
- 1. Ernst I. († 12. November 1096/97), ∞
I. Richlind
(Tochter des Eichstätter Hochstiftsvogtes Hartwig) ∞ II. Liutgard
von Zähringen (Tochter von Herzog Berthold I.; Witwe von Diepold
II. von Vohburg)
- 2. Gebhard I. (* um 1012; † 28. Juli 1057), war Papst Viktor II.
- 3. Gotapolt (* 1015; † 27. Dezember 1063), Patriarch von Aquileia
- 1. Hartwig II. († 1068/69), Graf von
Berghofen, Graf an der
unteren Amper, Vogt von Eichstätt, ∞ Aviza (Tochter von Graf
Altmann von Kühbach)