Gertrud von Sulzbach                    Deutsche Königin
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1113/1614.4.1146
             Hersfeld

Begraben: Zisterzienser-Kloster Ebrach  

Älteste Tochter des Grafen Berengar I. von Sulzbach (3.12.1125) aus seiner 2. Ehe mit der Adelheid von Wolfratshausen, Tochter von Graf Otto II. von Ambras (24.4.1122) und der BABONIN Adelheid von Regensburg
Schwester von Graf
Gebhard III. von Sulzbach (28.10.1188), Kaiserin Bertha-Irene von Byzanz (1158/60), Herzogin Liutgard von Brabant ( nach 1163), Markgräfin Mathilde von Istrien (3.11.1165) und Äbtissin Adelheid von Niederburg
Nichte
vom Edelfreien Kuno II. von Horburg (
30.6.1138/39), Graf Heinrich I. von Lechsgemünd und Frontenhausen (11.3.1142), Graf Otto III. von Wolfratshausen ( 28.5.1127), Herrin Elisabeth von Stein und Eulenschwang, Bischof Heinrich I. von Regensburg ( 11.5.1155), Graf Liutpold von Diessen ( 19.2.1102) und Nonne Agnes
Enkelin von Graf Gebhard I. von Sulzbach ( um 1071) und der Irmgard von Rott oder Graf Gebhard II. von Sulzbach ( 1085) und der Irmgard von Rott,
Ur-Ur-Ur-Enkelin der Römischen Kaiserin
Gisela von Schwaben (
15.2.1043)

Brandenburg Erich: Tafel 11 Seite 23
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIII. 114 a. KONRAD III.
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* 1093, 1152 15.II.

HERZOG von FRANKEN, DEUTSCHER KÖNIG 1138

Gemahlin:
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vor 1136
GERTRUD, Tochter des Grafen Berengar I. von Sulzbach

     1146


Schwennicke, Detlef: Tafel 93 A
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"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken"

GERTRUD
---------------
    Hersfeld 14. IV 1146

Begraben: Ebrach

 vor 1134
  oo KONRAD III. VON SCHWABEN (STAUFER), 1138 König
            Bamberg 15. II 1152

Begraben: ibidem Dom


Schwennicke Detlev: Tafel 14
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

KONRAD III.
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* 1093, Bamberg 15. II 1052

Begraben: Banmberg Dom

1116/20 HERZOG VON FRANKEN
1127/35 GEGEN-KÖNIG
Koblenz 7. III 1138 gewählt
Aachen 13. III 1138 gekrönt KÖNIG

  um 1115
  1. oo GERTRUD VON KOMBURG
                1130/31

Begraben: Kloster Lorsch

Tochter von Heinrich Graf von Rothenburg

  vor 1134
  2. oo GERTRUD VON SULZBACH
                Hersfeld 14. IV 1146

Begraben: Kloster Ebrach

Tochter von Graf Berengar I.


Hlawitschka Eduard: Seite 53-55
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"Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk Band II 1138-1197"

XXXIV : Königin Gertrud (von Sulzbach), Gemahlin König Konrads III.

1 : Königin Gertrud (von Sulzbach)

Als Gemahlin König KONRADS III. ist die dilecta contectalis nostra Gertrudis bzw. thori nostrique regni consors Gerdrudis regina vielmals bezeugt; vgl. MGH D K III 13,14,18 etc.
Auch Otto von Freising, Chron. lib. VII cap. 28, MGH SS rer. Germ. Seite 354, schreibt, daß der Kaiser von Konstantinopel, indem er filio suo Manuel sororem reginae Gerdrudis [ac. Berta von Sulzbach] anverlobte, cum Romano rege Conrado amiciae fedus inierat.
Vgl. dazu Otto von Freising, Gesta Fredrici Kapitelübersicht I, 25:
Qualiter soror Gerdrudis reginae sociata est Manuel Grecorum imperatori; MGH SS rer. Germ. Seite 3; ed. F.-J. SCHMALE Seite 92. - Auch in der in XXXIII : König Konrad III. nr. 1 zitierten Fundacio monast. Ebracens. ist von Cunrado rege cum uxore sua Gertrude regina die Rede.
Für die Ermittlung der Geburtszeit Gertruds liegen keine Anhaltspunkte vor. Vermutet wird, daß Gertrud "wohl 1113 oder wenig später" bzw. "um 1113/16" geboren wurde; vgl. E. GOEZ, Königin Gertrud Seite 29; H. STURM, Districtus Egranus Seite 26 Anm. 56.
Zu ihrer vermutlichen Heiratszeit - ca. 1135/36 (oder schon 1132733) - vgl. bei XXXIII : König Konrad III. nr. 1.
Gertrud verstarb am 14. April 1146. Den genauen Todestag überliefern mehrere Nekrologien; so das Necrol. S. Rudperti Salisburg., MGH Necrol. 2 Seite 125, das Necrol. Admuntense, ebd. Seite 294, das Necrol. Wessobrunnense, MGH Necrol. I Seite 45, das Necrol. Ottenburanum, ebd. Seite 106, die Fragmenta necrologici incerti, MGH Necrol. 5 Seite 595, das Nekrolog des Klosters Michelsberg in Bamberg, MGH Libri mem. et necrol. NS 6 Seite 468, auch J. F. Böhmer, Fontes rer. Germ. IV Seite 501: - jeweils zum 14.IV. als Gertrudis regina. - Auch in Speyer wurde ihrer an diesem Tage gedacht; vgl. W. METZ, Das älteste Nekrolog Seite 202, und H. GRAFEN, Spuren Seite 400, 423.
Das Necrol. Tegernseense, MGH Necrol. 3 Seite 144, verzeichnet zum 15. April (also um einen Tag abweichend) Gerdrudis regina. - Umfassende Zusammenstellung der Nekrologeinträge zum Todestag Gertruds bei W. BERNHARDI, Konrad III. Band 1 Seite 471 Anm. 11, und von J. NOSPICKEL in MGH Lib. mem. et necrol. NS Seite 468.
Das Todesjahr 1146 ergibt sich daraus, daß König KONRADS III. Diplom 148 am 3. April 1146 in Aachen noch interventu quoque et petitione karisseime coniugis nostre Gertrudis regine ausgestellt wurde, das Diplom 149 am 14. Mai 1146 in Nürnberg aber bereits pro remedio anime nostre necnon dilecte nostre Gerdrudis regine omniumque antecessorum seu partentum nostrorum ausgefertigt worden ist; ähnlich MGH D K III 150 vom 22.V.1146 aus Nürnberg. Das D K III 152 (wohl gleichfalls vom Mai 1146 aus Nürnberg) wurde pro remedio animarum nostrarum et noviter defuncte Gerdrudis regine coniugis nostre ausgestellt. So ist das Todesjahr 1146 nicht zweifelhaft. In MGH D K III 156 vom 2. August 1146 aus Fulda für das Kloster Hersfeld ist angegeben:
pro remedio anime nostre dilecteque coniugis nostre Gerdrudis regine, que in Hersuelden deo spiritum reddidit.
Gertruds Tod in Hersfeld wird bestätigt durch eine Urkunde Abt Heinrichs von Hersfeld vom Jahre 1146 bei H. B. WENCK, Hessische Landesgeschichte II Seite 97, Exzerpt bei W. BERNHARDI, Konrad III., Band 1 Seite 471 Anm. 12:
Gertrudis regina Hersfeldiae moriens. -
Auch in erzählenden Quellen ist Gertruds Todesjahr verzeichnet; so in den Ann. Stadenses ad 1146, MGH SS 16 Seite 327:
Conradus rex placitum habuit in Saxonia cum principibus. Ghertrudis uxor eius interim obiit;
Ann. Herbipolenses ad 1146, MGH SS 16 Seite 3:
Gerdrud regina decessit Idus Aprilis;
Ann. Halesbrunnenses ad 1146, MGH SS 15 Seite 14:
Gerdrudis regina obiit.
Weitere Nennungen bei K. NICOLAI, Genealogie und Charakteristik Seite 25, und W. BERNHARDI, Konrad III. Band 1 Seite 471 Anm. 11.
Bestattet wurde Gertrud in der Cistzerzienser-Abteikirche in Ebrach vor dem Hauptaltar; vgl. Ann. Palidenses ad 1146, MGH SS 16 Seite 81: Gertrudis regina obiit, sepulta in Everacensi ecclesia;
Fundacio monast. Ebracens., MGH SS 15/2 Seite 1042:
... principale altare in honore regine celi sancte ... Marie et sancti Johannis ap. et evang. sanctique Nicolai ep., ante quorum altare iacet eciam sepulta pie memorie ... nobilis in inclita Gertrudis Romanorum imperatrix et mater Heinrici regis, que obiit 18. Kal. Mai anno Domini 1147 [richtig 1146] et nono regni eius, primo scilicet anno ante illam maximam expedicionem Iherosolimitanam mariti sui Conradi, christianissimi regis Romanorum ... -
Zur Umbettung ihrer Gebeine 1269 durch Abt Nikolaus von Ebrach vgl. E. GOEZ, Königin Gertrud Seite 34f., 42.
Die Angabe, Gertrud sei in Lorch begraben worden - so die ganz späte Hyst. Friderici imp. et. parent., MGH SS 23 Seite 384 (Gertrud regina, Conrradi regis amica illic ... iacet), die W. BERNHARDI, Konrad III. Band 1 Seite 472 Anm. 13, zur Ansicht einer möglichen Bestattung von Herz und Eingeweiden Gertruds im Kloster Lorch gelangen läßt -, dürfte lediglich eine späte Lorcher Legende darstellen, diie zur Hebung des Ansehens Lorchs erfunden wurde. Auch in Kastl glaubte man im 14. Jahrhundert, daß Gertrud im dortigen Kloster bestattet worden sei - vgl. Deutsche Reimchronik, ed. J. MORITZ Seite 156 v. 749f. (Und sein Swester Fraw Gerdravt/Ligt hie die was Kunic Conrads Praut) -, was ebenso unhaltbar ist; vgl. dazu unten bei nr. 4, auch H. Dopsch, Siedlung und Recht Seite 222. Vgl. zu allem auch F. GELDNER, um die frühen Staufergräber Seite 38-52.
 

Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 350
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"Die Zeit der Staufer"

VII. GENERATION

37 (21) KÖNIG KONRAD III.
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* 1093, 18.2.1152

    um 1131/1132, vor 1134
  II. oo GERTRUD VON SULZBACH
         * um 1113/16, 14.4.1146
                                    Hersfeld

Begraben: Zisterzienser-Kloster Ebrach

Tochter des Grafen Berengar I. von Sulzbach und der Adelheid von Wolfratshausen, Tochter des Grafen Otto II. von Dießen. Otto war ein Sohn des Grafen Berthold von Dießen (vgl. Nr. 11).

KONRAD III. und Königin Gertrud waren also beide Nachkommen (Ur-Ur-Enkel) eines staufischen Paares. Wenn Königin Gertrud von Mutterseite STAUFER-Blut hatte, wird eher verständlich, warum man ihre Schwester Bertha von Sulzbach gewissermaßen als "STAUFERIN" nach Byzanz schicken konnte, als Kaiser Manuel Komnenos sich mit dem staufischen Hause verbinden wollte - ein Sachverhalt, auf den Hirsch schon 1939 hingewiesen hat.

Kinder zweiter Ehe:
58 (König HEINRICH-BERENGAR)
59 (Friedrich)
und weitere Kinder?


GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 202
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GERTRUD VON SULZBACH
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Gattin des Königs KONRAD III. seit 1131/32,
14/4 1146
vgl. Kastler Reimchronik Vers 543 ff bei Moritz 2, 147,
ferner Moritz 1, 249 ff,
Bernhardi Jahrb. Konrads III. 19 Anm. 29, 471 Anm 11.


Höflinger Klaus: Seite 262
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"König Konrad III. (1138-1152)", in: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern

KÖNIG KONRAD III.
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* 1093
15.2.1152 in Bamberg

Grabstätte: Dom zu Bamberg (Ostkrypta)

Vater: Friedrich (I.) von Staufen, Herzog von Schwaben (seit 1079), Sohn Friedrichs von Büren ( nach 1053) und der Hildegard von Bar-Mousson ( 1094), deren Großmutter Hildegard Gräfin von Egisheim, Schwester Papst Leos IX. war.
* um 1047/48
1105 (vor 21.7.)

Grabstätte: Benediktiner-Abtei Lorch

Mutter: Agnes, Tochter Kaiser HEINRICHS IV. ( 1106) und Berthas von Savoyen ( 1087)
* Sommer 1072/Anfang 1073
24.9.1143 in Österreich

Grabstätte: Augustinerchorherrenstift Klosterneuburg (bei Wien)
Sie war in zweiter Ehe (1106) mit Markgraf Leopold III. (dem Heiligen) von Österreich verheiratet. Ihre staufischen Kinder aus erster und ihre babenbergischen aus zweiter Ehe waren demnach Halb-Geschwister - die Voraussetzung für die enge Zusammenarbeit der STAUFER und BABENBERGER, die sich anfangs geradezu als Mitglieder eines einzigen Hauses empfanden.

  o um 1109/10 Konkubinat mit
     GERBERGA, vornehme Dame (verwandt mit PREMYSLIDEN und BABENBERGERN?)
     * um 1092, nach 1120, vor 1144 (1166)

 wohl Ende 1114/Anfang 1115
  1. oo GERTRUD VON COMBURG
           * um 1095, um 1130/31

Grabstätte: Benediktiner-Abtei Lorch

Eltern: Heinrich, Graf von Comburg und Rothenburg ( 1116), und Geba/Gertrud, Tochter des Grafen Ebo von Mergentheim

  um 1131/32, vor 1134
  2. oo GERTRUD VON SULZBACH
           * um 1113/16, 14.4.1146 in Hersfeld

Grabstätte: Zisterzienser-Abtei Ebrach

Eltern: Berengar II., Graf von Sulzbach ( 1125), und Adelheid von Wolfratshausen ( 1126), Tochter des Grafen Otto II. von Dießen


Gertrud wurde in dem 1126 gegründeten ehemals berühmten Zisterzienser-Kloster Ebrach im Steigerwald bestattet. Hier ruht auch ihr Sohn Herzog Friedrich IV. von Schwaben.

Mühlbacher Josef: Seite 18-22
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"Lebenswege und Schicksale staufischer Frauen"

Gertrud von Sulzbach ist wie ihr Gemahl KONRAD III. nur wenig ins Bewußtsein des Volkes eingegangen. Die Größe und der Glanz der ihnen Nachfolgenden, Kaiser FRIEDRICH I. BARBAROSSA und der Beatrix von Burgund, überragen und überstrahlen sie. KONRAD waren trotz seiner großen Fähigkeiten dauernde Erfolge nicht bescheiden. Dennoch ist er, der erste König des staufischen Geschlechtes, die Vorstufe für den Aufstieg der drei folgenden Kaiser: FRIEDRICHS I. BARBAROSSAS, HEINRICHS VI. und FRIEDRICHS II. - die drei Berge in der Landschaft der staufischen Geschichte.
Als mit Kaiser HEINRICH V., dem Sohn des den STAUFERN gewogenen HEINRICH IV., 1125 die SALIER ausstarben, wurde als deren Nachfolger Friedrich II., Herzog von Schwaben als Enkel HEINRICHS IV. erwartet. Gewählt wurde Lothar von Sachsen-Supplinburg, gegen den schon 1127 KONRAD, der andere Enkel HEINRICHS IV., als Gegen-König auftrat. Schließlich wurde KONRAD nach dem Tod LOTHARS VON SUPPLINBURG 1138 aus Abneigung gegen den zu mächtigen WELFEN Heinrich den Stolzen in Koblenz zum König gewählt.
KONRAD wird als ritterliche Erscheinung beschrieben, von edler Gestalt, ein tüchtiger Kriegsmann, leutselig und gesellig, fröhlich und zugleich mit Anwandlungen zu Frömmelei und Reuegefühlen. Seine Regierungszeit war ausgefüllt mit Auseinandersetzungen und Kriegen gegen die WELFEN, dem erfolglosen zweiten Kreuzzug, den er nach einer zündenden Predigt Bernhards von Clairvaux im Dom von Speyer gelobt hatte.
Gebrochen und krank aus dem Heiligen Land wieder daheim, nahm KONRAD von neuem den Kampf gegen Heinrich den Löwen auf, der vorzeitig vom Kreuzzug nach Deutschland zurückgekehrt war. Als KONRAD 1152 mit 50 Jahren zermürbt und enttäuscht starb, "stand er fast genau da, wo er begonnen hatte" (Karl Hampe). Er starb in Bamberg und wurde dort im Dom bestattet.
Vor dem Hintergrund dieser ruhelosen Zeit und neben dem glücklosen Mann ist die Gestalt seiner Gattin zu sehen, deren Halt ihre tiefe Frömmigkeit war. Der Vater Gertruds von Sulzbach war der Graf Berengar I., ihre Mutter, die dritte Gemahlin Berengars, Adelheid von Wolfratshausen. Sie ist eine von fünf Schwestern, von denen Bertha (Irene) mit dem Kaiser von Byzanz, Manuel I., vermählt war.
Das Geschlecht derer von SULZBACH ist seit dem 11. Jahrhundert bekannt, war mächtig in Ost-Franken und im bayerischen Nordgau und im Besitz der Hauptvogtei des Bistums Bamberg, dem sich KONRAD eng verbunden fühlte. Graf Berengar I. wie sein Sohn Berengar II. waren getreue Gefolgsleute FRIEDRICH BARBAROSSAS. Berengar II. ist in dessen Heer 1167 in Rom an einer grassierenden Seuche gestorben.
Der erstgeborene Sohn KONRADS und Gertruds, HEINRICH (1137-1150), der vor der Kreuzfahrt des Vaters zehnjährig zum König gewählt und gekrönt worden war, starb schon im Alter von 13 Jahren.
Auch der zweitgeborene Sohn Friedrich, Herzog von Rothenburg und Schwaben (1145-1167), starb mit 22 Jahren. Den 18-jährigen hat Acerbus Morena, der Chronist von Lodi in einer seiner ausgezeichneten Charakteristiken festgehalten: "Er war groß für sein Alter, tapfer, ruhmbegierig, gut gebaut, breit und stämmig, hellhäutig, schön und wohlgestalt, heiter und fröhlich, mit gleichsam weißem und lockigen Haar." Er war also ein echter STAUFER bis auf sein Körpermaß; die STAUFER waren durchweg mittelgroß. Vielleicht ist seine Größe ein Erbteil der Mutter.
Seine Tapferkeit wurde schon als Bannerträger im Heer FRIEDRICHS BARBAROSSAS beim Sturm auf die Tore Mailands (1162) hervorgehoben. Im Kampf gegen Rom wird ihm allerdings Kirchenschändung vorgeworfen, auch sein Trotz gegen den Vater ist ein staufischer Zug,  der sich später bei HEINRICH (VII.) in der Rebellion gegen den Vater FRIEDRICH II. unheilvoll auswirken sollte. Rücksichtslosigkeit, ja Grausamkeit, erschrecken dann an Kaiser HEINRICH VI. KONRADS Sohn Friedrich weigerte sich, den vom Kaiser geforderten Eid gegen Papst Alexander III. zu leisten, und er scheint, wohl gegen die Absicht des Vaters, 1166 Gertrud, die Tochter Heinrichs des Löwen und der Klemantia von Zähringen geheiratet zu haben.
Die Anlagen des ungestümen jungen Mannes gelangten nicht zur Reife. Im Alter von 22 Jahren wurde er in Rom im Heer FRIEDRICH BARBAROSSAS ein Opfer der verheerenden Seuche. Da er kinderlos geblieben war, starb mit ihm die Familie KONRADS III. aus. Seine Gemahlin Gertrud heiratete in zweiter Ehe Knut VI. von Dänemark.
Der Widerstand gegen den Vater mochte der Grund dafür gewesen sein, dass diese vor dem Sterben nicht ihn, sondern seinen Neffen FRIEDRICH, den späteren Kaiser FRIEDRICH I. BARBAROSSA, zum Nachfolger vorgeschlagen hatte: Dieser Entschluß wurde die einzige große und entscheidende Tat KONRADS genannt.
In das Leben und die Geschicke KONRADS und seiner Söhne ist auch deren Mutter einbezogen, über die uns nur wenig bekannt ist. Von KONRAD sind zwei Episoden in der Erinnerung des Volkes wachgeblieben, die Episode von den treuen Weibern nach der Eroberung der welfischen Burg Weinsberg durch KONRAD (1140); die andere Anektode: KONRAD habe vor Damaskus einem Gegner mit einem Hieb Kopf, Hals und die linke Seite abgeschlagen, ist erfunden.
Für Gottfried von Viterbo war KONRAD "im Rate ein Seneca, von Aussehen ein Paris, ein Hektor in den Waffen."
Nach der Geburt des Sohnes Friedrich erkrankte Gertrud auf dem Wege zu ihrem Gatten; sie starb in Hersfeld 1146 im Alter von 36 Jahren. Sie ist also ihrem Gatten und beiden Söhnen im Tod vorausgegangen. Bestattet wurde sie in dem 1126 gegründeten, ehemals berühmten und sehr reichen Zisterzienser-Kloster Ebrach im Steigerwald, das sie wie viele andere Klöster reich beschenkt hatte. Hier ruht auch ihr Sohn Herzog Friedrich von Rothenburg.
 
 
 
 

 1135
  oo 2. KONRAD III. König des Deutschen Reiches
          1093 15.2.1152
 
 
 
 

Kinder:

  HEINRICH (VI.)
  11371150

  Friedrich IV. Herzog von Schwaben
  1144/4519.8.1167
 
 
 
Quellen:
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Annalen von Pöhlde ad a. 1146 - Chronik des Albert von Stade ad a. 1146 - Otto von Freising und Rahewin: Die Taten Friedrichs oder richtiger Cronica, Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1965 -

Literatur:
-----------
Akermann Manfred: Die Staufer. Ein europäisches Herrschergeschlecht. Konrad Theiß Verlag Stuttgart 2003 - Ay, Karl-Ludwig/Maier, Lorenz/JahnJoachim: Die Welfen. Landesgeschichtliche Aspekte ihrer Herrschaft. Universitätsverlag Konstanz GmbH 1998 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 11 Seite 23 - Bühler, Heinz: Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben. Gesammelte Aufsätze. Anton H. Konrad Verlag 1997 Seite 369,464,707,822,910,922,1056 - 
Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 350 - Dendorfer, Jügen: Adelige Gruppenbildung und Königsherrschaft. Die Grafen von Sulzbach und ihr Beziehungsgeflecht im 12. Jahrhundert Seite 2-418 - Hlawitschka Eduard: Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk Band II 1138-1197 Hahnsche Buchhandlung Hannover 2009 Seite 2,5,53-57,60,79-82 - KRAMER FERDINAND - STÖRMER WILHELM (HG.): Hochmittelalterliche Adelsfamilien in Altbayern, Franken und Schwaben Seite 185,188, 204-206,211,572,757 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 149,254 - Mühlbacher, Josef: Lebensweg und Schicksale der staufischen Frauen, Bechtle Verlag Esslingen 1977 Seite 18-22 - Opll Ferdinand: Friedrich Barbarossa. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1998 Seite 113 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 262,2567,272 - Schwarzmaier, Hansmartin: Die Heimat der Staufer. Bilder und Dokumente aus einhundert Jahren staufischer Geschichte in Südwestdeutschland, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1976 Seite 17,43,116 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 14 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafle 93 A - Seibert Hubertus und Dendorfer Jürgen (Hg.): Grafen, Herzöge, Lönige. Der Aufstieg der frühen Staufer und das Reich (1079-1151) Seite 49-51,60-63,113,146,194,329,339,415 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 30-34,46, 53,57,60,62,187-188,211-214,216,250-251,313,482,509, 607,827 - www.wikipedia.de -