Elisabeth von Tirol                        Herzogin von Meranien, Pfalzgräfin von Burgund
------------------------                      Gräfin von Hirschberg
um 1220/25 10.10.1256  

Jüngere Tochter und Mit-Erbin des Grafen Adalbert IV. von Tirol (22.7.1253) und der Uta von Frontenhausen-Lechsgemünd, Tochter von Graf Heinrich II. (26.1.1208) und der Adelheid von Plain
Schwester von Gräfin Adelheid von Görz (
26.5.1279)
Nichte von Bischof
Konrad IV. von Regensburg (9.4.1226), Graf Otto von Frontenhausen ( vor 1185), Burggräfin Adelheid von Nürnberg
Enkelin von
Grafen Heinrich von Tirol (14.6.1190) und der Agnes von Wangen

Schwennicke Detlev: Tafel 86
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

OTTO II.
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19.VI.1248 Burg Niesten

Begraben: Langheim

1234 HERZOG von MERANIEN, PFALZGRAF von BURGUND

 1234
  oo ELISABETH VON TIROL
          
10.X.1256

Tochter von Graf Adalbert III.

(II. oo 1249 Gebhard IV., 1240 Graf von Hirschberg
27.II. 1275)


Thiele, Andreas: Tafel 113
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

ELISABETH VON TIROL
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1256

MIT-ERBIN

 1234
  oo OTTO II. VON ANDECHS HERZOG von MERANIEN, PFALZGRAF von BURGUND
           
1248

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 310
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20. ELISABETH

Gemahl:
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1.) (1234) Herzog Otto II. von Meranien siehe 15 zu 1234 (2. Hälfte) und (Ende Dezember), 1237 30/10,1239 4/6,1239,1241 21/3,
1248 19/6
vgl. Andechs n 73.
2.) (1249) Graf Gebhard VII. von Hirschberg siehe Hirschberg n 37

1250 Januar zuerst als seine Gattin erwähnt RB 4, 751
1254 23/11 Elisabeth, Gattin Gebhards von Hirschberg MB 2, 454 f n 12,
1256 10/10 Raitenhaslach: Elisabeth comitissa de Tyrol Necr. 2, 278.


DIE ANDECHS-MERANIER IN FRANKEN. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter.: Seite 43,48,132
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Der Graf von Tirol war dagegen der zum gesetzlichen Vertreter des jungen MERANIERS bestimmt worden, weil dieser mit Elisabeth, der älteren Tochter seines Vormunds, verlobt war. Da der Graf von Tirol zwei Töchter, Elisabeth und Adelheid, aber keinen Sohn besaß, war zu erwarten, daß die meranische Herrschaft in absehbarer Zeit noch einmal eine Ausweitung erfahren würde. Aber es kam anders [300 Vgl. Schütz (1993), Seite 91.].
Wenige Tage später, am 19. Juni 1248, starb Herzog Otto VIII. auf der Burg Niesten. Im Kloster Langheim fand er seine letzte Ruhestätte [338 Vgl. die Hinweise bei Oefele (1877), Seite 39. - Zu den Gerüchten über den angeblich gewaltsamen Tod des Herzogs vgl. Schütz (1993), Seite 99.]. Seine Ehe war kinderlos
geblieben. Daher fielen die Besitzungen des Hauses an seine Frau Elisabeth sowie an seine Schwestern und deren Ehemänner.
Aus der Ehe des Herzogs Otto VII. mit der STAUFERIN Beatrix waren ein Sohn und fünf Töchter hervorgegangen [26 Decker-Hauff (1977), Seite 360 Nr. 79. Wegener (1962-1969), Tafel 10 Nr. 60; die Kinder aus der Ehe Nr. 73-78 (jeweils mit Belegen). Deren Aufzählung folgt der bei Oefele (1877), Wegener und Herzöge und Heilige (1993) identischen Reihenfolge. Herzog Ottos zweite Ehefrau Sophie von Anhalt fehlt in Herzöge und Heilige (1993).]. Der einzige Sohn Otto [27 Oefele (1877), Seite 38f. Nr. 47, demnach erst, als 1226 belegt.] war 1234 dem Vater in der Herrschaft gefolgt, zunächst allerdings unter der Vormundschaft des Bischofs Ekbert von Bamberg und des Grafen Albert von Tirol [28 Schütz (1993), Seite 91 mit der Vermutung, die Bestellung des söhnelosen Grafen von Tirol zum Vormund stehe im Zusammenhang mit dem Plan, eine von dessen beiden Töchtern mit dem Mündel Otto zu verheiraten.], dessen Tochter Elisabeth er vor 1239 geheiratet hatte [29 Oefele (1877), Seite 210f. Regest Nr. 667.]; sie ging 1249 eine zweite Ehe mit dem Grafen von Sulzbach und Hirschberg ein und starb kinderlos am 10. Oktober 1256 [30 Wegener (1962-1969), Tafel 16 Nr. 37 mit Belegen.].

HERZÖGE UND HEILIGE. Das Geschlecht der Andechs-Meranier im europäischen Hochmittelalter: Seite 83,96,99,102
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Banche, die Tochter des Grafen, heiratete später den König von Portugal, während Ottos Sohn, Herzog Otto VIII., sich mit Elisabeth, der Tochter Graf Alberts von Tirol, vermählte.
Herzog Otto VIII. dürfte 1236 volljährig geworden sein und in dieser Zeit Elisabeth, die Tochter seines Vormunds, Graf Alberts III. von Tirol, geheiratet haben.
Nach Herzog Ottos VIII. Tod verbreitete sich - was häufig der Fall war, wenn fürstliche Personen unerwartet starben - das Gerücht vom gewaltsamen Ende des ANDECHSERS. Im Kloster Schäftlarn glaubte man zu wissen, daß der Herzog vergiftet und erdrosselt worden sei; in Franken hieß es dagegen seit dem 14. Jahrhundert, der letzte Herzog von Meranien sei einem Mord zum Opfer gefallen - erdolcht von seinem eigenen Dienstmann Hager, wie die Sage später berichtete.
Herzog Ottos VIII. Ehe mit Elisabeth von Tirol war kinderlos geblieben.
Auch der Erbvertrag, den Herzog Otto VIII. um die gleiche Zeit mit seinem Schwieger-Vater, Graf Albert III. von Tirol, schloß, könnte mit den erwähnten erbrechtlichen Überlegungen oder Familienbeschlüssen in Verbindung gestanden haben. Diesem Erbvertrag war es zu verdanken, daß das Schicksal der "inter montana", der "im Gebirge" gelegene ANDECHSER Güter beim Eintritt dfes Erbfalls im Juni 1248 von vornherein unstrittig war. Sie fielen an Graf Albert III. von Tirol. Als dieser 1253 starb, fiel dessen Erbe zu gleichen Teilen an seine beiden Töchter. Nun erhielt Herzog Ottos Witwe Elisabeth, die inzwischen den aus Franken stammenden Grafen Gebhard von Hirschberg geheiratet hatte, die Besitzungen nördlich der Priener Brücke bei Landeck sowie nördlich der Holzbrücke bei Oberauf-Franzensfeste im Eisacktal. Da aber auch Elisabeths Ehe mit dem HIRSCHBERGER kinderlos blieb, sollten diese Güter nach ihrem Tod im Jahr 1256 an ihre Schwester Adelheid und deren GÖRZER Gemahl fallen. Auf diese Weise hatte die Kinderlosigkeit Herzog Ottos VIII. von Meranien entscheidend dazu beigetragen, daß im Lauf des 13. Jahrhunderts im Alpenraum aus TIROLER, ANDECHSER und GÖRZER Besitzungen jene Herrschaft entstehen konnte, die man bald als das "Land Tirol" bezeichnete.



    1239
  1. oo Otto II. Herzog von Meranien
     x    um 1171/84 19.6.1248
 

  2. oo Gebhard VII. Graf von Hirschberg
     x    um 1220 27.2.1275
 
 
 
 

Literatur:
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DIE ANDECHS-MERANIER IN FRANKEN. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter. Verlag Philipp von Zabern Mainz 1998 Seite 43,48, 132,266,272 - HERZÖGE UND HEILIGE. Das Geschlecht der Andechs-Meranier im europäischen Hochmittelalter. (Hg. Josef Kirmeier und Evamaria Brockhoff) Katalog der Landesaustellung im Kloster Andechs 13. Juli-24. Oktober 1993 Haus der Bayerischen Geschichte Seite 83,96, 99,102 - Oefele Edmund Freiherr von: Geschichte der Grafen von Andechs, Innsbruck 1877 Seite 38 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 86 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1 Tafel 113 - Wegener, Wilhelm Dr. jur.: Genealogische Tafeln zur mitteleuropäischen Geschichte, Heinz Reise-Verlag Göttingen 1962-1969 Seite 310 -