Sohn des Grafen
Hans Patze/Walter Schlesinger: Seite 188
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"Geschichte Thüringens"
Das Grafengeschlecht, das sich im hohen Mittelalter zunächst nach
dem Ort Tonna, später nach der Burg Gleichen nannte,
tritt mit einem Grafen Erwin, der in
einer Urkunde des Klosters Lippoldsberg von ca. 1099 als Zeuge erscheint,
in die Geschichte ein. Die Nennung im Zusammenhang mit einem Rechtsgeschäft
an der oberen Werra könnte Anlaß zu der Vermutung sein, die
Grafen kommen aus diesem Raum. Südlich Göttingen erhebt sich
die Burg Gleichen; sie ist zweifellos älter als die Namen der
thüringischen Gleichen-Burgen westlich Erfurt. Wenig Glauben
verdient die Nachricht der Reinhardsbrunner Annalen zum Jahre 1034, Graf
Ludwig der Bärtige habe von einem Grafen Biso (von Tonna) und anderen
Edlen Güter gekauft; denn diese Mitteilung findet sich noch in einer
Fälschung des gleichen Klosters aus dem 12. Jahrhundert auf
Kaiser HEINRICH III. Auf alle Fälle ist die Herkunftsbezeichnung
"von Gleichen" in der 1. Hälfte
des 11. Jahrhundert nicht möglich. Der Graf
Erwin der Lippoldsberger Urkunde ist vermutlich identisch mit
dem Grafen Erwin von Tonna, der 1110
in einer Urkunde für Reinhardsbrunn genannt wird. Sehr wahrscheinlich
hat dieser Graf Erwin I. von Tonna,
wie Ludwig der Springer, sich in enger Verbindung mit Erzbischof Ruthard
von Mainz emporgearbeitet. Schon 1104 war er Zeuge in 2 Urkunden dieses
Erzbischofs in Erfurt und in 2 Urkunden Ruthards für das Peterskloster
in Erfurt. Die an Sicherheit grenzende Vermutung, dass Erwin
schon um 1100 Vogt der Mainzer Kirche in Thüringen war,
wird bestätigt, als Graf Ulrich von Weimar der Mainzer Kirche Dienstmannen
"durch die Hand des Grafen Erwin von Thüringen"
schenkte. Noch andere Eigentumsübertragungen für das Erzstift
wurden durch ihn vorgenommen. Erwin I.
starb als Mönch in Reinhardsbrunn.
Seine Gemahlin Helinburg, vermutlich eine Gräfin von Lohra,
überlebte ihn und gründete das Kloster Volkenroda (nördlich
Mühlhausen) in den Mauern einer ehemaligen Burg. Dieses 1. Zisterzienserkloster
Thüringens wurde 1131 mit Mönchen aus Altenkamp besetzt. Obwohl
offenbar die Grafen von Gleichen, die in der Umgebung reich begütert
waren, die Vogtei über das Kloster ausgeübt haben, hat sich die
Zisterze entweder wegen der Nähe des Reichsbesitzes in Mühlhausen
oder weil die Zisterzienser ganz allgemein den König als ihren obersten
Vogt betrachteten, eng an das Reich gehalten.
oo Helinburg von Lohra
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Kinder:
Ernst I.
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Lambert I.
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Beatrix
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oo Poppo II. Graf von Henneberg
-20./21.7.1118