Sohn des N.N.
Geschichtsverein Wetter e.V.
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Giso I.
Eine Urkunde König Heinrichs II. an das St. Stephansstift in Mainz aus dem Jahre 1008 gilt als früheste Erwähnung eines Gisonen. Der Text findet sich in den Monumenta Germaniae Historica Diplomata, Teil 3, Nr. 178 und lautet:
„ ( ), quod nos habuimus in loco Amena dicto, et quicquid
ad illam curtem pertinet in pago Oberenlongenahe nominato in comitatu
Gisonis comitis, per kartam nostram pro tali commutatione traderemus,
( ) nos ( ) susciperemus."
dt. : „ ( ) , was uns in der benannten Ortschaft Amena
gehört und alles, was sich in der Nähe jenes Hofes befindet,
im Gau namens Oberlahn in der Grafschaft des Grafen Giso, haben
wir durch unser Pergament als Austausch ( für einen Hof in Buchenbach
....der Kirche des Heiligen Stephan zu Mainz ) anvertraut. ( ) Dies bezeugen
wir. "
Die Urkunde ist von Heinrich
II. abgezeichnet und von Eberhardus, dem Kanzler und Vertreter
des Erzbischofs Willigis von Mainz verfaßt worden und auf den 18.
Mai 1008 datiert.
Die Regeste, die deutsche Kurzinhaltsangabe, bezeichnet
das Dokument als Beleg für den Tausch eines Gutes in Niederohmen mit
einem Hof in Büchenbach. Diefenbach leitet in seinem Buch über
den Kreis Marburg den Namen AMENA über den Flußnamen AMENAHA
nach OHM ab und kommt dadurch zu OHMEN. Daraus folgert er, daß Graf
Giso im Gebiet NIEDER-OHMEN, also zwischen Grünberg und Gemünden,
Güter verwaltete oder besaß. Aufgrund der großen Entfernung
zu Wetter und zur Hollende schließt er dann diesen Giso als
Stammvater der Gisonen aus. [Diefenbach 33 ff, 196]
Diese Deutung ist nicht überzeugend.
Die Gisonen sind als Sachwalter des Reiches bis
in den Westerwald hinein als zuständig belegt; sie also in dem Gebiet
um Ohmen nicht zeitgleich anzunehmen, entbehrt der Logik. Diefenbach liefert
keinen Beweis, warum Amena zwingend zu Nieder - Ohmen wird. So existiert
auch ein Ober-Ohmen, doch liegt dieser Ort nicht im Oberlahngau.
Kommen die Besitzrechte des St. Stephansstiftes zu Mainz
an Gütern in Amoenau erst aus der Zeit nach 1118 ?
Wilhelm Buchenauer präsentiert in seinem Buch „
Warzenbach" ein Mainzer Dokument, das er in die Zeit vor oder um 1130 datiert.
Darin heißt es :
„ He sunt uille et uici decimationibus pertinentes
ad prebendam fratrum in curtu Ebelezdorf: ( ) Amenowa et Amenowa,
Wolmar media pars, Asepho, ( ), Ernesdehusun, Munechhusun, Warzbach,
Brungozeshusun,
Cagerenbach, ( ) ."
dt. : „ Dies sind die Höfe und Dörfer mit Zehntpflichtigen,
zur Pfründe der Brüder in Ebsdorf gehörend : ( ) Amoenau
und Oberndorf ( = Oberamoenau ), halb Wollmar, Asphe, ( ), Ernsthausen,
Münchhausen, Warzenbach, Brungershausen, Kernbach, ( )."
Es erscheint in keiner Weise abwegig, den genannten Giso
als Stammvater der Gisonen anzusehen und ihn der Burg Hollende,
auch zu Beginn des 11. Jahrhunderts, zuzuordnen.
Ein weiteres Indiz liefert der nachgewiesene Reichsgut-Charakter
des Burgwaldes und des Wollenberges, der seit karolingischer
Zeit
als königlicher Reichsforst, später „silva forst", belegt ist
und seinerzeit noch ungeteilt war. [Boucsein 47 ff ; Henseling ,Me, 13]
Die angesprochene Stiftsgründung in Wetter mit der
Notwendigkeit, diese auch militärisch zu schützen, liefert ein
drittes Argument für die zwingend gebotene Grafenpräsenz und
führt zu den gisonischen Grafen und Vögten.
Metz Wolfgang: Seite 355
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"Wesen und Struktur des Adels Althessens" in: Die
Salier und das Reich
Nicht weniger problematisch sieht es um die "GISONEN"
aus. Der Graf Giso von 1008 wird nur höchst ungern zu diesem
"Geschlecht" gezählt, weil er in der scheinbar falschen Grafschaft
amtierte, allerdings ausgerechnet als Vorläufer des Grafen
Werner III., so daß dann doch wieder Verwandtschaft bestanden
hätte.
Literatur:
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DIE SALIER UND DAS REICH. Gesellschaftlicher und
ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier. (Hg.) Stefan Weinfurter.
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Band I Seite 355 -