GISELBERTINER
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1467
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Giselbertiner
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nach ihrem ersten namentlich bekannten Vertreter, Graf Giselbert I., benannte Familie langobardischen Ursprungs. Ihre bedeutende Machtposition wurde durch Giselbert I. begründet, der die italienische Politik im ersten Drittel des 10. Jahrhunderts entscheidend mitgestaltete. Vom Vasallen König BERENGARS stieg er durch die Gunst des unter anderem von ihm nach Italien gerufenen Königs Rudolf II. 922 zum Grafen von Bergamo auf, wechselte dann erneut die Fronten und erlangte so 926 durch König Hugo auch das Amt des Pfalzgrafen. Ein weiterer Verrat kostete ihn 927 sein Stellung. Sein Sohn Lanfrank I. konnte diese erst 945 unter dem Einfluß Berengars von Ivrea wiedererlangen. Fortan wurden die Ämter des Pfalzgrafen (bis 1024) und des Grafen von Bergamo in der Familie der GISELBERTINER erblich. Deren weitgestreute Besitzungen erstreckten sich von Pavia bis zum Gardasee und verdichteten sich im Comitat Bergamo, vor allem um Alme, Levate, Crema und in der Valle Seriana. Die Konsolidierung der Bergamasker Bischofsherrschaft und der Herausbildung zahlreicher Burgherrschaften schwächten ebenso wie die Spannungen zwischen Kaiser OTTO II. und Lanfranks Sohn, Giselbert II., seit dem letzten Viertel des 10. Jh. die Macht der GISELBERTINER, deren Amtsgewalt allmählich im wesentlichen auf den vom Bischof von Cremona kontrollierten Südteil ihrer Grafschaft beschränkt wurde, so daß ihr bis ins 12. Jahrhundert bewahrter Titel "comes de comitatu Bergomense" immer inhaltsleerer wurde. Dieser Machtverlust wurde seit der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts von einer Aufsplitterung der Familie in zahlreiche Zweige begleitet, die sich nach den Zentren ihrer regional eng begrenzten Herrschaftsbereiche etwa "comites" von Crema, Calepio, Camisano oder Offanengo nannten. Unter ihnen nahmen die "de Martinengo" einen besonderen Rang ein. Einige dieser gräflichen Familien konnten sich über das ausgehende Mittelalter hinaus eine angesehene Stellung im Gebiet zwischen Bergamo, Brescia uns Cremona bewahren.