Begraben: Kartause Monnikhuisen bei Arnheim
Ältester Sohn des Herzogs Wilhelm II. von Jülich
(+ 13.12.1398)
und der Maria
von Geldern, Tochter von Herzog
Rainald II.
Lexikon des Mittelalters: Band IX Seite 146
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Wilhelm I., Herzog von Geldern
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* 31. März 1363, + 16. Februar 1402
Begraben: Kartause Monnikhuisen bei Arnheim
Ältester Sohn Herzog Wilhelms II. von Jülich
1379
oo Katharina von Bayern-Holland
- 1400
Die Ehe blieb kinderlos. 1371 nach dem Tode der beiden
letzten Herzöge aus dem alten geldrischen
Herrscherhaus erbte Wilhelm über
deren Halbschwester
Maria, seine Mutter, das Herzogtum
Geldern, mit dem er 1372 von Kaiser
KARL IV. belehnt und dabei der Regentschaft seines Vaters
unterstellt wurde. Er hatte den Herrschaftsanspruch gegen seine Tante Mechthild,
Witwe des Grafen Johann von Kleve (+ 1368), zu verteidigen. Der Erbfolgekrieg,
verquickt mit den Rivalitäten der Adelsparteien der Heekeren und Bronckhorsten,
neigte sich erst seit dem persönlichen Regierungsantritt Wilhelms
1377
(erneute kaiserliche Belehnung) zu seinen Gunsten; 1379 wurde er überall
als dominus et princeps terrarum Gelrie anerkannt. Seine
reichlich vorhandenen abenteuerlich-kriegerischen Energien lebte er nicht
nur in 3 Preußenzügen (1383,1388/89,1393) und einem Unternehmen
gegen nordafrikanische Seeräuber, sondern seit 1386 vor allem in militärischen
Aktionen gegen Brabant aus, wobei es um den Besitz von Grave, Millen, Waldfeucht
und Gangfelt ging. Das führte 1388 zu einem großangelegten,
allerdings kläglich gescheiterten französisch-burgundischen Feldzug
gegen Jülich, dessen Herzog man fälschlicherweise als Urheber
der antibrabantischen Politik seines Sohnes verdächtigte. Nach dem
Tode Herzogs Wilhelms II. von Jülich (13. Dezember 1393) trat
Wilhelmzum
Unwillen seines Bruders Rainald auch hier die Nachfolge an, durch
diese konsequente Anwendung des Primogeniturprinzips die erste jener monarchischen
Territorienunionen begründend, die der niederrheinischen Geschichte
des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit den Stempel aufdrücken
sollten. Durch Friedensschlüsse und Freundschaftsverträge mit
den Nachbarn (1395 Kleve,1397 Kurköln,1399 Aachen,1399 Brabant) brachte
er nach und nach die zwischenterritorialen Konflikte zum Ausgleich, was
ihm gestattete, nach 1400 in der Reichspolitik als unverdrossener Anhänger
des ihm persönlich bekannten König
WENZELS eine eigene Rolle zu spielen. Diese war dadurch
mitbestimmt, dass er zur Klientel der orleanistischen
Partei am französischen Königshof gehörte, welche Parteinahme
die logische Konsequenz aus dem burgundischen Zugriff auf Brabant (1396)
war.
WILHELM III.
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* 1363, + 1402
Wilhelm führte seit 1371 Erbkrieg gegen seine Tante Mechthild, wurde 1377 von Kaiser KARL IV. mit Geldernbelehnt und setzte sich 1379 endgültig durch. Er war der typische Vertreter eines ausklingenden Rittertums. Er machte fünf "Kreuzzüge" nach O-Preußen mit, führte viele kostspielige Turniere durch, behauptete eine formale Hoheit über die Friesen und schloss sich im Hundertjährigen Krieg England an. Er führte die typischen Fehden seines Hauses, besonders gegen Brabant, Limburg und die Bischöfe von Utrecht. 1384 zog er dem Deutschen Orden in Preußen zu Hilfe, musste aber 1386 zurückkehren, um einen Angriff des Herzogs von Brabant abzuwehren. 1393 fiel ihm das Herzogtum Jülich als Erbschaft zu. Er wurde dadurch noch in ganz andere Interessenbereiche hineingezogen, führte dort ebenso viele Fehden, stand besonders gegen die Erzbischöfe von Köln und die Grafen von Heinsberg. Er gewann Born, Euskirchen, Sittard, Boslar und Aldenhofen für Jülich und beherrschte damit die Kaiserstraße nach Aachen völlig. Er erreichte in Holland zeitweise die Versöhnung der Bürgerkriegsparteien, gewann 1400 Cuyk mit Grave und Murum für Geldern und verhinderte 1400 die Krönung RUPRECHTS III. VON DER PFALZ in Aachen, da er als Herzog von Jülich alle Straßen dorthin beherrschte. Er trat 1401 in ein lehensartiges Verhältnis zum Herzog von Orleans. Er erwarb das Recht, den Probst des Krönungsstifts und den Schultheiß von Aachen zu ernennen. Ihm folgte, da er kinderlos starb, sein Bruder Rainald IV.
oo 1379
KATHARINA
VON BAYERN
+ 1400
Tochter des Grafen Albrecht I. von Holland
Das Haus JÜLICH (HENGEBACH)
XIII. 1. WILHELM I.
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* 31.3.1363, + 16.2.1402
Arneheim
Begraben: in Monnikhuizen
Herzog von Geldern 4.12.1371-16.2.1402
Herzog von Jülich 13.12.1393-16.2.1402
Heirat zu Gertrudenberg am 18.9.1379 mit Katharina
von Bayern-Holland (* 1358, +11.11.1400 Hattem, begraben in
Monnikhuizen), Tochter von Herzog
Albrecht I. von Bayern (* 25.7.1336, + 12./13.12.1404),
des Grafen von Holalnd, Friesland und Seeland, und der Margarete
von Brieg (* 1336, + Februar 1386). Katharina
von Bayern-Holland war eine Enkelin Kaiser
LUDWIGS IV.
Literatur:
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Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H.
Beck München 1994, Seite 209 - GELRE GELDERN GELDERLAND. Geschichte
und Kultur des Herzogtums Geldern. Verlag des Historischen Vereins für
Geldern und Umgebung 2001 Band I Seite 36 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband
1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I
Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 3 -