Begraben: Kloster Graefenthal
Ältester Sohn des Grafen
Otto III. der Lahme von Geldern aus seiner 2. Ehe mit der Philippa
de Dammartin, Tochter von Graf Simon von Ponthieu
Lexikon des Mittelalters: Band VII Seite 415
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Rainald I., Graf von Geldern
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+ 1326
Trat 1271 die Nachfolge seines Vaters Otto I. in
der Grafschaft Geldern an. Schon zu
Beginn der Regierungszeit trugen die Stände (Ritterschaft, Städte)
die gräfliche Territorialpolitik mit. Sie standen hinter
Rainalds
Expansionsbestrebungen nach Süden, die nach der 1. Ehe Rainalds
mit
der Erbtochter von Limburg, Ermengarde
(+ 1283), möglich wurden, und billigten nach deren Scheitern
in der Schlacht von Worringen (1288) die Verpfändungen der Landeseinkünfte
an den Grafen von Flandern, dessen Tochter Rainald
I. 1285 in zweiter Ehe heiratete.
Sie trugen auch die Ablösung der Pfandschaft durch eine Landessteuer
(1293) mit. In der Folgezeit widmete Rainald
sich
der inneren Konsolidierung des Landes, vor allem durch Erneuerung von Stadtprivilegien.
Eine 1312 ausbrechende Geisteskrankheit führte zu Auseinandersetzungen
mit seinem Sohn Rainald
II., die 1318 durch Eingriff der Stände beigelegt wurden.
Rainald
I. blieb bis zu seinem Tod nominell Graf von Geldern,
aber die Regierung führte sein Sohn.
RAINALD I.
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* um 1255, + 1326
Rainald I. folgte 1271 und nahm ab 1280 am Erbkrieg um Limburg, mit dem ihn RUDOLF I. VON HABSBURG schon 1274 belehnt hatte, teil. Er erhob gegen Adolf, Graf von Berg, Ansprüche auf das Herzogtum Limburg, besetzte es und wurde von Luxemburg, Nassau und den Erzbischöfen von Köln gestützt. In dem ausbrechenden Kriege kam es am 5.6.1288 bei Worringen zur Schlacht, in der Rainald vom Herzog von Brabant gefangengenommen wurde. Gegen die Verzichtleistung auf alle Ansprüche in Limburg wurde er freigelassen. Er erhielt 1290 als Ersatz die Reichsstatthalterschaft für Friesland ohne dieses Amt wegen seines ständigen Streites mit den Friesen jemals voll ausüben zu können. Er musste 1288/93 Geldern an Flandern verpfänden und löste es mit Hilfe der Stände wieder ein, die damit erstmals politisch aktiv wurden, was der Anlass für ständigen Streit in der Zukunft und Schwächung der gräflichen Macht wurde. Er setzte das weibliche Erbrecht durch, wurde 1308 eine Stütze für Kaiser HEINRICH VII. und 1313 für den Gegen-König FRIEDRICH III. VON HABSBURG, der ihn am 1.8.1317 die Fürstenwürde zugestand, die Kaiser LUDWIG IV. aber nicht bestätigte. Er erwarb unter anderem Montfort und die Grafschaft Kessel westlich der Maas und Cuylenburg und unterstützte das Haus AVESNES 1320 im Holland-Erbkrieg. Er geriet wegen seiner Verschwendungssucht gegen den Sohn, der ihn 1320 für geisteskrank erklärte, was er wohl wirklich war, und wurde abgesetzt.
1. oo um 1276
IRMGARD
VON LIMBURG-BERG
+ 1282
Tochter und Erbin des Herzogs Walram V.
2. oo 1286
MARGARETE
DE DAMPIERRE
+ 1331
Tochter des Grafen Guido von Namur-Flandern, Witwe des
Erbprinzen Alexander von Schottland
(6 Kinder)
X. 3. RAINALD I. DER STREITBARE
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* um 1255, + 9.10.1326
Montfort
Begraben am 21.10.1326 im Kloster Graefenthal
Graf von Geldern 10.1.1271-9.10.1326 (1318 abgesetzt), Herzog von Limburg 1280-1288, 1317 Erhebung in den Reichsfürstenstand durch den deutschen Gegen-König FRIEDRICH DEN SCHÖNEN VON ÖSTERREICH.
a) Erste Heirat um 1276 mit Ermgard von Limburg (+
Juni 1283, begraben im Kloster Graefenthal),
Erbin des Herzogtums Limburg, Tochter
von Herzog
Walram VI. von Limburg (+ 1280) und der
Jutta
von Kleve (+ 1275).
b) Zweite Ehe zu Namne/Namur am 3.7.1286 mit Margareta
von Flandern (+ 1331), begraben im
Kloster Graefenthal), Tochter von
Guido
de Dampierre (* 1225/26, + 1304), Graf von Flandern
und Namen/Namur,
und der Isabella
von Luxemburg (+ 1298); Cousine ersten Grades von
Kaiser
HEINRICH VII. (1308-1313) und Witwe des Prinzen
Alexander von Schottland.
Kinder (alle aus zweiter Ehe)
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XI. 1. Rainald
XI. 2. Guido
(+ nach 1315 Arnheim, begraben zu Arnheim).
XI. 3. Philipp
(+ jung).
XI. 4. Elisabeth (Isabella), Äbtissin von St.
Klara zu Köln
(+ 1354 Kloster St. Klara), verlobt am 9.8.1299 mit Gottfried
von Brabant, Herrn von Aerschot (+ 1302); versprochen 1314 dem
Herzog Albrecht II. von Österreich
(* 1298, + 20.7.1358) oder dessen Zwillingsbruder, Herzog
Heinrich von Steiermark (* 1298, + 3.2.1327), beide Söhne
von König
ALBRECHT I. (1298-1308) und der Elisabeth
von Görz-Tirol (* 1262/63, + 1313) sowie Brüder
des Gegen-Königs FRIEDRICH
DES SCHÖNEN (* 1298, + 1330).
XI. 5. Philippa
(+ 23.8.1352), Nonne von St. Clara zu Köln.
XI. 6. Margareta
3.7.1286
2. oo 2. Margarete de Dampierre, Tochter des Grafen
Guido von Namur
- 1331
15.9.1282
1. oo Alexander
Erbprinz von Schottland
26.1.1263-28.1.1283
Kinder:
2. Ehe
Rainald II. der Schwarze
um 1295-12.10.1343
Isabella (Philippa) Nonne zu Köln
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1352
Köln
Elisabeth Äbtissin in Köln
- 1354
Margarete
- 1333
oo Dietrich VIII. Graf von Kleve
-7.7.1347
Literatur:
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GELRE GELDERN GELDERLAND. Geschichte und Kultur
des Herzogtums Geldern. Verlag des Historischen Vereins für Geldern
und Umgebung 2001 Band I Seite 34 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband
1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I
Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 2 -