GRAFEN VON ORTENBURG
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EUROPÄISCHE STAMMTAFELN NEUE FOLGE BAND XII Tafel 33 und 34
 

In Kärnten regierende Seitenlinie der Grafen von Grögling, Dollnstein und Hirschberg.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Seite 1482
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Ortenburg (bei Spittal an der Drau, Kärnten)
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Grafen von, Grafschaft

Das Geschlecht, wohl stammesgleich mit den Grafen von Tirol, beginnt mit dem Freisinger Vizedom Adalbert I. (oo um 1070 mit Bertha, Tochter Graf Ottos I. von Dießen), der sich 1093 erstmals von Ortenburg nannte. Nach dem Ende der Grafen von Lurn (1135) bildeten die ORTENBURGER aus Teilen von deren Erbe ein Herrschaftsgebiet, das von Möllbrücke bis nahe Villach reichte (erst 1389 Hochgericht). Otto I. nannte sich seit 1141 Graf von Ortenburg. Durch seine Ehe mit Agnes von Auersperg fasste er Fuß in Krain. Die Doppelstellung der ORTENBURGER in Kärnten, Krain und in Friaul, wo sie wiederholt als Condottieri auftraten, blieb in den folgenden Jahrhunderten bestimmend. Nahe ihrer Stammburg gründeten die ORTENBURGER 1191 ein Hospital, dem dort entstandenen Ort Spittal verlieh Graf Friedrich III. 1403 Markrecht. 1309 erwarben sie die seither im Titel der Grafen geführte Burg Sternberg (nördlich des Wörthersees). In Ober-Krain besaßen die ORTENBURGER große Güter um Radmannsdorf (Radovljica), in Unter-Krain verschiedene Herrschaften, größtenteils als Lehen vom Patriarchat Aquileia. Graf Otto VI. 1335/60 Landeshauptmann in Krain, organisierte seit 1320 die Erschließung der Gottschee. Graf Friedrich III. schloss 1377 mit den Grafen von Cilli einen Erbvertrag und vermochte seine Macht in Ober-Kärnten auf Kosten der Grafen von Görz zu erweitern. 1395 erhielt er den Blutbann, 1417 wurde die Grafschaft Ortenburg als Reichslehen anerkannt; Friedrich III. wurde Reichsverweser in Krain und 1409 Reichsvikar in Friaul. Das Geschlecht erlosch 1418/19. Das Erbe fiel an die Grafen von Cilli, als Name wurde die Grafschaft Ortenburg noch von Kaiser FRIEDRICH III. 1478 für eine eigenes Fürstentum Ober-Kärnten gebraucht. Die Grafen von Ortenberg (südwestlich Passau), die nach dem Ende der CILLIER 1456 vergeblich das Ortenburger Erbe beanspruchten, nannten sich seit 1530 Grafen von Ortenburg.

Literatur:
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K. Tangl, Die Gf.en v. O. in Kärnten, AÖG 30, 1864, 203-352; 36, 1866, 1-183 - C. Trotter, Zur Frage der Herkunft der kärntn. Gf.en v. O., MIÖG 30, 1909, 501ff; 31, 1910, 611ff. - F. Tyroller, Genealogie des altbayer. Adels im HochMA, 1969, 222, Taf. 16 - F. Hausmann, Ein bisher unbekanntes Werk des Michael Gotthard Christalnick zur Gesch. Kärntens und der Gf.en v. O., Carinthia I 179, 1989, 187-274 - Th. Meyer, Die O.er (Chronik 800 Jahre Spittal, 1991), 21-42 - Dies. (Ausstellungskat. 800 Jahre Spittal, 1991), 46-75 - Ch. Lackner, Zur Gesch. der Gf.en v. O. in Kärnten und Krain, Carinthia I 181, 1991, 181-200.
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