Begraben: Mainz, Dom
Sohn des Grafen
Gottfried II. von Eppstein und der Theodora von Wied, Tochter
von Graf
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1866
*******************
Siegfried II. von Eppstein, Erzbischof von Mainz 1200-1230
---------------------------
* ca. 1195 (?), + 9. März 1249
Bingen
Begraben: Mainz/Dom
Eltern: Gottfried
II. von Eppstein, Theodora von Wied
Brüder: Gerhard
II. (+ 1246), Gottfried
III. (+ 1283)
Onkel: Dietrich II., Graf von Wied, Erzbischof von Trier
Als Neffe des Vorgängers Siegfried II. wurde Siegfried III. um 1220 Domherr in Mainz, Propst in St. Bartholomäus/Frankfurt und Aschaffenburg. Nach der Wahl und Weihe (November 1230/Januar 1231) geriet Siegfried III. sofort in den Streit König HEINRICHS (VII.) mit Kaiser FRIEDRICH II., opponierte gegen des Königs Städtepolitik und stand bei Vermittlungsversuchen auf der Seite des Kaisers. Dieser übertrug 1232 endgültig die Reichsabtei Lorsch der Mainzer Kirche, wodurch der Streit zwischen Erzstift und Pfalzgrafschaft grundgelegt wurde. In Hessen, im Weserraum, Naheland und Taubertal glückten Burgen- und Besitzerwerbungen. Die Art der Mitwirkung am Mainzer Reichslandfrieden von 1235 ist nicht erkennbar. Nach der Königswahl KONRADS IV. 1237 wurde Siegfried III. zum procurator imperii ernannt (bis 1241). 1238 nahm er an der Belagerung von Brescia teil. Ausgleichsversuche zwischen Kaiser und Papst Gregor IX. blieben 1239/40 vergeblich. Siegfried III. selbst päpstlicher Legat, wurde von Albert Behaim mit dem Bann bedroht. Wie der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden (Bündnis 1241) wurde Siegfried III. ein Anführer der anti-staufischen Partei, nahm zwar nicht aktiv am Konzil von Lyon 1245 und der Kaiserabsetzung durch Papst Innozenz IV. teil, wählte aber am 22. Mai 1246 Landgraf Heinrich Raspe von Thüringen und am 3. Oktober 1247 Graf Wilhelm von Holland zu Gegenkönigen. Seit 1242 stand Siegfried III. am Mittel- und Oberrhein im Krieg mit KONRAD IV. Mainz mußte er am 13. November 1244 das erste große Stadtrecht gewähren. - Das geistliche Wirken des Erzbischofs zeigen Synoden (1233/34,1239,1243,1246) sowie die Inititiave bei der Kanonisation der heiligen Elisabeth von Thüringen, auch der mäßigende Einfluß auf die Ketzerbekämpfung des Konrad von Marburg. Höhepunkt seines Wirkens war die Weihe des Mainzer Domes (4. Juli 1239).
Quellen und Literatur:
----------------------
RI V, 1-6 - Reg. zur Gesch. der Mainzer Ebf.e ... 742-1288, bearb.
J. F. Böhmer-C. Will, II, 1886 [Nachdr. 1966], XXXII-XLV, 211-307,
Nr. 1-675 - G. W. Sante, S. III. v. Eppenstein, Ebf. v. Mainz (Nassauische
Lebensbilder, hg. R. Vaupel, I, 1940, 17-32 [Lit.] - L. Falck, Mainz in
seiner Blütezeit als Freie Stadt, 1973, 27ff., 52ff., passim - F.
Knöpf, Das letzte Jh. der Abtei (Die Reichsabtei Lorsch, hg. Ders.,
I, 1975), 175-226, bes. 199f. - F. Jürgensmeier, das Bm. Mainz, 1988,
101-105 [Lit.] - O. Renkhoff, Nassauische Biogr. 1992, 174, Nr. 974 [Lit.].
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Literatur:
----------
Horst, Eberhard: Friedrich der Staufer, Claassen Verlag Düsseldorf
1989, Seite 228, 246,253,304,322 -