Markward I.                                            Graf im Viehbachgau 916
----------------
    -

Sohn des Grafen
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
---------------------------------------------------------------------------------------------------
Wegener Dr. Wilhelm: Seite 108
*******************
1. MARKWART I.

Einmaliges Vorkommen: (916) Goldern G Hüttenkofen AG Landshut liegt in pago Viohbach (ONd Viehbach AG Dingolfing) in der Grafschaft des Marchward DD 1, 28 f. n 31.


Klaar Karl-Engelhard: Seite 73-74
******************
"Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten" (1966)

Der früheste in Bayern und den östlichen Marken fassbare Träger kennzeichnenden Namen Markwart begegnet uns in einer drei Hufen in der Grafschaft Markwart umfassenden Schenkung König KONRADS I. an einen Kleriker Erchenfrit wohl aus dem Jahre 916 (vgl. oben S. 13: Nr. 2). Es ist dies jener Markwart, in dem die Forschung schon lange den "Stammvater" der sogenannten EPPENSTEINER sieht, und erscheint in eben der Gegend des bayerischen Kernlandes, in der seine Nachfahren in der Folgezeit fast zwei Jahrhunderte hindurch mit Grundbesitz vertreten sind. Die gräfliche Stellung gleich des ersten in einer Landschaft erscheinenden Namensträgers ist im früheren Mittelalter jedenfalls bemerkenswert, auch wenn seine Erwähnung, wie hier, zufällig wirkt, da sie keinen unmittelbaren Bezug zum Geschehen und den daran Beteiligten aufweist. Ein Blick auf einige der letzteren sei immerhin erlaubt: Der Beschenkte war vornehmer, einheimischer Abkunft und stand auch sonst in Verbindung mit Salzburg und dessen Erzbischof Pilgrim, dem ersten Intervenienten, der als Angehöriger der bayerischen ARIBONEN-Sippe gilt. Gleichzeitig mit ihm, nach dem Tode ihrer beider Vorgänger in der Ungarnschlacht bei Pressburg (907), war Dracholf in Freising zur Bischofswürde aufsteigen. Dieser war indes fremder, mainfränkischer Herkunft und stand in enger Beziehung zum Kloster Münsterschwarzach. Graf Sighart schließlich ist wohl der Sohn jenes 906 verstorbenen, ebenfalls im Freisinger Bereiche tätigen gleichnamigen Grafen aus dem fränkischen Kraichgau und zugleich der Bruder Ratolts, des Kärntner Grenzgrafen Kaiser ARNULFS; er steht also den frühen "EBERSBERGERN" nahe. So kann der knappe Überblick über nur 4 Männer bereits recht tief hineinführen in die sich überschneidenden Personenkreise bayerischer und außerbayerischer Adelssippen im Bayern der ausgehenden KAROLINGER-Zeit, unter denen unser Graf Markwart zu wirken hatte.

Klaar Karl-Engelhard: Seite 13
******************
"Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten" (1966)

Die Herrschaft der Eppensteiner in den Zeugnissen
------------------------------------------------------------------
Nr. 1            Markwarte in Bayern vor 970

Es werden die frühen bayerischen Markwart-Nennungen zusammengestellt unter Berücksichtigung der Frage, ob ein verwandtschaftlicher Zusammenhang zwischen diesen MARKWARTEN und eine Verknüpfung mit den späteren "EPPENSTEINERN" möglich oder wahrscheinlich ist. - Vom Versuch einer Aufgliederung der Belege auf mehrere Personen und deren genealogische Verbindung wird abgesehen, da die Quellen hierfür keine Handhabe geben. Unbeweisbare Vermutungen dieser Art, meist unter der Annahme unmittelbarer Filiationen und mit Einführung schwankender Zählungen wurden verschiedentlich vorgetragen, so von Tangl, Eppenstein (die letzte Fassung: 4, 213), Hirsch, Heinr. II. 1, 154f., Pirchegger, Steiermark 1, 124f. Zuletzt hat Tyroller, Genealogie, 108f., unsere Nr. 2 auf Markwart I., die Nrn. 6-7 auf dessen gemutmaßten Sohn Markwart II. und die Nrn. 12 ff. auf den Enkel Markwart III. bezogen.
 

Nr. 2            [916, Sommer]

Drei in comitatu Marchwardi in pago Uiohbach in loco Goldaron dicto gelegene Hufen schenkt König KONRAD I. auf Intervention der Erzbischöfe Pilgrim (von Salzburg) und Heriger (von Mainz), des Bischofs Dracholf (von Freising) und eines Grafen Sighart dem Kleriker Erchenfrit.

D: MB 31/I, 186 nr. 94; D K I. nr. 31. - R: RI 1 nr. 2101

Datierung anhand der Inntervenienten-Liste im Vergleich mit D K I. nr. 30 (916 Juli 6). Viehbachgau: Sw. Dingolfing/Ndb. an der unteren Isar; vgl. die Lokalisierung der Reg. Imperii und Pichegger, Steiermark 1, 124f. Zu des letzteren Vermutung von Identität mit dem Ufgau s. zu Nr. 6, Goldaron: Goldern, Gde. Hüttenkofen, LK. Landshut/Ndb.; zum Namen Hamm, Herzogsgut, 23.

Der genannte Graf ist der frühest bezeugte Markwart in Bayern; vgl. zuletzt Tyroller, Genealogie, 108 nr. 1.
Unerklärlich ist die Angabe von Pirchegger, a.a.O., Markwart habe im gleichen Jahr von König HEINRICH I. 10 Hufen in Goldern bei Oberviehbach erhalten; Verwechslung mit D O I. nr. 33 ist kaum möglich, da dieses bed. anschließend behandelt wird (vgl. Nr. 6). - Zur Stellung des Beschenkten: 927 geben der Diakon Erchanfred, seine Gattin Ellanhild und ihr Sohn Alprih dem Erzbischof Odalbert von Salzburg tauschweise Besitz, den der Diakon zur Zeit Pilgrims von Salzburg ertauscht hatte (UB. Sbg. 1, 94 f nr. 31). Erchanfrid presbiter erscheint in einer Liste von Geistlichen des 10. Jh. im Salzburger Verbrüderungsbuch (ed. Karajan, 6 Sp. 30 Z. 5, ed. Herzberg-Fränkel, 11 Sp. 24 Z. 5). Im 9. Jh. ist der Name gleichmäßig, auch mit Zusätzen wie nobilis vir, presbiter nobilis in den Freisinger Traditionen vertreten (Register: 2, 706). Hingewiesen sei schließlich auf den Passauer vocatus episcopus Erchanfridus um 830 (Trad. Pass. nrn. 69,71) und den gleichnamigen Diakon und Kaplan Ludwigs des Deutschen, späteren Bischofs von Regensburg (847-863).- Vgl. unten 73,75 Anm. 3, 79.
 
 
 

  oo N.N.
            -
 
 
 
 

Kinder:

  Markward II.
          - nach 951