Sohn des Grafen
GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 108
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1. MARKWART I.
Einmaliges Vorkommen: (916) Goldern G Hüttenkofen
AG Landshut liegt in pago Viohbach (ONd Viehbach AG Dingolfing) in der
Grafschaft des Marchward DD 1, 28 f.
n 31.
Der früheste in Bayern und den östlichen Marken fassbare Träger kennzeichnenden Namen Markwart begegnet uns in einer drei Hufen in der Grafschaft Markwart umfassenden Schenkung König KONRADS I. an einen Kleriker Erchenfrit wohl aus dem Jahre 916 (vgl. oben S. 13: Nr. 2). Es ist dies jener Markwart, in dem die Forschung schon lange den "Stammvater" der sogenannten EPPENSTEINER sieht, und erscheint in eben der Gegend des bayerischen Kernlandes, in der seine Nachfahren in der Folgezeit fast zwei Jahrhunderte hindurch mit Grundbesitz vertreten sind. Die gräfliche Stellung gleich des ersten in einer Landschaft erscheinenden Namensträgers ist im früheren Mittelalter jedenfalls bemerkenswert, auch wenn seine Erwähnung, wie hier, zufällig wirkt, da sie keinen unmittelbaren Bezug zum Geschehen und den daran Beteiligten aufweist. Ein Blick auf einige der letzteren sei immerhin erlaubt: Der Beschenkte war vornehmer, einheimischer Abkunft und stand auch sonst in Verbindung mit Salzburg und dessen Erzbischof Pilgrim, dem ersten Intervenienten, der als Angehöriger der bayerischen ARIBONEN-Sippe gilt. Gleichzeitig mit ihm, nach dem Tode ihrer beider Vorgänger in der Ungarnschlacht bei Pressburg (907), war Dracholf in Freising zur Bischofswürde aufsteigen. Dieser war indes fremder, mainfränkischer Herkunft und stand in enger Beziehung zum Kloster Münsterschwarzach. Graf Sighart schließlich ist wohl der Sohn jenes 906 verstorbenen, ebenfalls im Freisinger Bereiche tätigen gleichnamigen Grafen aus dem fränkischen Kraichgau und zugleich der Bruder Ratolts, des Kärntner Grenzgrafen Kaiser ARNULFS; er steht also den frühen "EBERSBERGERN" nahe. So kann der knappe Überblick über nur 4 Männer bereits recht tief hineinführen in die sich überschneidenden Personenkreise bayerischer und außerbayerischer Adelssippen im Bayern der ausgehenden KAROLINGER-Zeit, unter denen unser Graf Markwart zu wirken hatte.
Klaar Karl-Engelhard: Seite 13
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"Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten" (1966)
Die Herrschaft der Eppensteiner in den Zeugnissen
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Nr. 1
Markwarte in Bayern vor 970
Es werden die frühen bayerischen Markwart-Nennungen
zusammengestellt unter Berücksichtigung der Frage, ob ein verwandtschaftlicher
Zusammenhang zwischen diesen MARKWARTEN und eine Verknüpfung mit den
späteren
"EPPENSTEINERN" möglich oder wahrscheinlich ist.
- Vom Versuch einer Aufgliederung der Belege auf mehrere Personen und deren
genealogische Verbindung wird abgesehen, da die Quellen hierfür keine
Handhabe geben. Unbeweisbare Vermutungen dieser Art, meist unter der Annahme
unmittelbarer Filiationen und mit Einführung schwankender Zählungen
wurden verschiedentlich vorgetragen, so von Tangl, Eppenstein (die letzte
Fassung: 4, 213), Hirsch, Heinr. II. 1, 154f., Pirchegger, Steiermark 1,
124f. Zuletzt hat Tyroller, Genealogie, 108f., unsere Nr. 2 auf Markwart
I., die Nrn. 6-7 auf dessen gemutmaßten Sohn Markwart II. und die
Nrn. 12 ff. auf den Enkel Markwart III. bezogen.
Nr. 2 [916, Sommer]
Drei in comitatu Marchwardi in pago Uiohbach in loco Goldaron dicto gelegene Hufen schenkt König KONRAD I. auf Intervention der Erzbischöfe Pilgrim (von Salzburg) und Heriger (von Mainz), des Bischofs Dracholf (von Freising) und eines Grafen Sighart dem Kleriker Erchenfrit.
D: MB 31/I, 186 nr. 94; D K I. nr. 31. - R: RI 1 nr. 2101
Datierung anhand der Inntervenienten-Liste im Vergleich mit D K I. nr. 30 (916 Juli 6). Viehbachgau: Sw. Dingolfing/Ndb. an der unteren Isar; vgl. die Lokalisierung der Reg. Imperii und Pichegger, Steiermark 1, 124f. Zu des letzteren Vermutung von Identität mit dem Ufgau s. zu Nr. 6, Goldaron: Goldern, Gde. Hüttenkofen, LK. Landshut/Ndb.; zum Namen Hamm, Herzogsgut, 23.
Der genannte Graf ist der frühest bezeugte
Markwart in Bayern; vgl. zuletzt Tyroller, Genealogie, 108
nr. 1.
Unerklärlich ist die Angabe von Pirchegger, a.a.O.,
Markwart habe
im gleichen Jahr von König
HEINRICH I. 10 Hufen in Goldern
bei Oberviehbach erhalten; Verwechslung mit D O I. nr. 33 ist kaum möglich,
da dieses bed. anschließend behandelt wird (vgl. Nr. 6). - Zur Stellung
des Beschenkten: 927 geben der Diakon Erchanfred, seine Gattin Ellanhild
und ihr Sohn Alprih dem Erzbischof Odalbert von Salzburg tauschweise Besitz,
den der Diakon zur Zeit Pilgrims von Salzburg ertauscht hatte (UB. Sbg.
1, 94 f nr. 31). Erchanfrid presbiter erscheint in einer Liste von Geistlichen
des 10. Jh. im Salzburger Verbrüderungsbuch (ed. Karajan, 6 Sp. 30
Z. 5, ed. Herzberg-Fränkel, 11 Sp. 24 Z. 5). Im 9. Jh. ist der Name
gleichmäßig, auch mit Zusätzen wie nobilis vir, presbiter
nobilis in den Freisinger Traditionen vertreten (Register: 2, 706). Hingewiesen
sei schließlich auf den Passauer vocatus episcopus Erchanfridus um
830 (Trad. Pass. nrn. 69,71) und den gleichnamigen Diakon und Kaplan Ludwigs
des Deutschen, späteren Bischofs von Regensburg (847-863).-
Vgl. unten 73,75 Anm. 3, 79.
oo N.N.
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Kinder:
Markward II.
- nach 951