Annalista Saxo: Seite 34,39,40,49,69,72,89
*************
"Reichschronik"

Das Jahr 985.

Markgraf Rikdag erbaute und gründete mit seiner Schwester Namens Eilsuit das Kloster, welches Gerbizstidi heißt. Dort stand dieselbe Schwester den Nonnen vor und daselbst wurde er auch begraben mit seinem Sohn Karl und den Meisten aus derselben Verwandtschaft. Ihm folgte Ekkihard, Gunthars Sohn, ein Mann von großer Thatkraft.

Das Jahr 1002.

[Herimann empfing die Leiche des Vaters mit außerordentlicher Trauer und ließ sie in seiner Burg Namens Gene bestatten,] in der Mainzer Parochie, an der Stelle, wo Sala und Unstrod zusammenfließen. Nach mehreren Jahren jedoch wurde er mit vielen Anderen von demselben Geschlechte versetzt in die Stadt Nuenburh, nicht weit von dem früheren Platze am weiteren Laufe des Flusses Sala, eine Stadt, welche die nachfolgenden Erben sammt ihrem sämmtlichen Erbgute in Demuth zum Dienste Gottes und seiner Mutter und des heiligen Petrus und anderer Heiligen hergaben, da leibliche Nachkommenschaft fehlte. Seit dieser Zeit ward der Bischofsitz, der bisher in der Stadt Ciz gewesen, in selbige Stadt versetzt. [Nachdem aber der dreißigste Tag vorüber war, reiste Frau Suanehild mit ihren Söhnen nach Misni. Sie war die Tochter Herimanns des Herzogs von Liuniburch, die Schwester des Herzogs Benno oder Bernhard, des Grafen Liudiger und der Gräfin Machtildis, welche den Grafen Baldwin von Flandern und nach dessen Tode den Herzog Godefrid geheirathet hatte. Suanehild selbst aber hatte zuerst den Markgrafen Thetmar geheirathet, des Kölner Erzbischofs Gero Bruder, und von ihm gebar sie den Markgrafen Gero, später aber gebar sie von dem genannten Markgrafen Ekkihard den Herimann, Ekkihard und Gunter.  -

[Herzog Heinrich wird am 7. Juni zum Könige gewählt, mit Beifall aufgenommen und vom Erzbischofe Willegis geweiht und gekrönt. Die Mannschaft des Fürstenthums der Franken und Musellenser erwarb sich durch ihren damaligen Anschluß an den König seinen Dank]. Dieser Heinrich war der Sohn des Herzogs Heinrich, der ein Sohn von dem Bruder Ottos I, Herzog Heinrich, war. Als er einst in der Regensburger Kirche betete, hörte er eine Stimme, welche zu ihm sagte: "Lies die Schrift an der Wand." Es war aber geschrieben: "Nach sechs." Als er dies gelesen hatte, er hatte nämlich lesen gelernt, ging er mit innerer Verwunderung fort, und da er fürchtete am sechsten Tage zu sterben, mühte er sich inzwischen mit Gebeten, Fasten und Almosen ab. Wie nun? Die sechste Woche, den sechsten Monat, das sechste Jahr beobachtete er also. Als nun im sechsten Jahr Otto III gestorben war, wird er, wie oben erzählt, zum Könige erhoben. - Dieser hat die Frau Kunigunde, eine Jungfrau seligen  Andenkens, die Schwester des Bischofs Theoderich von Metz und des spätern bairischen Herzogs Heinrich, welche die Genossin der Regierung geworden, scheinbar zur Ehe mit sich verbunden, aber nach einem Gelübde der Keuschheit, welche beide beschlossen hatten, niemals erkannt, sondern wie eine Schwester geliebt.  -

[Der König wird von dem Grafen Willehelm von Thüringen und von den Großen dieses Landes und von allem Volk gebeten, ihnen den Schweine-Zins zu erlassen, und das hat er auch gethan.] Dieser Zins wurde von der Zeit Theoderichs, des Sohnes des Clodoveus, der auch Lodowich hieß, bis auf
diesen König jedes Jahr in die königliche Kasse gezahlt, fünfhundertzweiundachtzig Jahre hindurch.

[Weil er in allen Reichen seines Vorgängers, ausgenommen Italien und Alamannien, zum Könige erhoben und erwählt war, gedachte er mit Anbruch des Frühjahrs den Herzog  Herimann anzugreifen, der diesseits der Alpen allein ihm widerstand.] Dieser Herimann war der Sohn des Herzogs Udo,
der mit vielen in Calabrien gefallen ist, als Kaiser Otto II gegen die Sarracenen kriegte.
 

 Das Jahr 1009.
 

[Der heilige Bruno, auch Bonifacius genannt, Erzbischof der Heiden, zuerst Canonicus von Sankt Mauricius in Magdaburh, ging am 14. Februar als berühmter Märtyrer zum Himmel ein.] Sein Vater hieß Bruno, die Mutter Ida und sein Bruder Gebehard. Gebehard zeugte Burchard und Ida, Burchard zeugte Gebehard, des Magadaburger Erzbischofs Konrad Vater. Ida gebar Gebehard, den Vater des Kaisers Lothar. Also war der selige Märtyrer Bruno von erlauchtem Geschlechte  entstammt, aber durch Gottes Erbarmen vor seinen übrigen Verwandten unter den Kindern Gottes ausgezeichnet. -

Der Vater [des Grafen Dedo vom Stamme Butzieci], Namens Theoderich, lebte zur Zeit Ottos I als ein Mann von besonderer Freiheit und er zeugte diese Brüder, die Grafen Dedo und Friderich. Dedo diente von Kindheit an dem Markgrafen Ricdag und seinem Sohne Karl. -

[Viele Brände entstanden, so daß in einem Flecken selbst Menschen im Feuer umkamen. Auch das Mainzer Münster,] welches vom Erzbischof Willigis mit dem größten Streben nach Pracht zur Ehre des heiligen Martin erbaut war, [wird mit allen dazu gehörigen Baulichkeiten, so daß allein die alte Kirche
übrig blieb, elendiglich vom Feuer verzehrt] am 30. August im achten Jahre des Königthums Heinrichs II. [Donner und Blitzen geschah oft in der Zeit des Winters.] Unter demselben Heinrich soll die Stadt Goslar in folgender Weise gegründet worden sein. Heinrich II pflegte die Gegend häufig der Jagd wegen zu besuchen, denn sie war waldreich und ausgezeichnet durch die Jagd auf Bären, Hirsche und Rehe. An demselben Orte lebte ein armer Mann, ein Bauer, Namens Gundelkarl, und in seine Hütte pflegte der König nach der Jagd einzutreten und jener ihm in der Hoffnung größeren Lohns Heerd und Tisch zuzurüsten, die Speisen zu kochen und nach der Arbeit ihm darzubringen. Denn in solchem Falle verschmähen auch die Könige nicht den Dienst der Knechte und Bauersleute. Als er nun, da er dies oft that, sein bischen Vermögen  ausgegeben hatte, erinnerte er den König daran, daß er seines Dienstes gedenken und ihm etwas zuwenden möge, womit er sein armes Leben erhalten könne, doch so viel als der königlichen Freigebigkeit gezieme. Da sagte der König: "Du wirst für deinen Dienst Lohn bekommen, wenn es mir gelegen sein wird." Aber, wie es so geht, die Erinnerung an den Armen verschwand sehr schnell aus dem Herzen des Mächtigen. Als der König darnach wiederum in diese Gegend kam, trat er nach seiner Gewohnheit in das Haus des Bauers und der wandte für ihn den aufgespeicherten Unterhalt eines ganzen Jahres auf. Weil er dies nun öfters gethan und nichts von ihm bekommen hatte, warf er sich eines Tags dem Könige zu Füßen und bat, ihm etwas Lohn zu gewähren. Dieser gab ihm die Erlaubniß zu bitten, was er wollte. Der Bauer sagte, er wolle nichts anderes, als daß ihm der benachbarte Berg, welcher Rammesberch heißt, zu Lehen gegeben würde. Da hieß der sehr gnädige König ihn um etwas bitten, was ihm mehr nütze, aber jener blieb dabei, daß er nichts anderes wolle, da er vielleicht recht gut wußte, welchen Nutzen jener Berg ihm bringen konnte. Endlich verlieh ihm der König, durch das Drängen des Mannes besiegt, den Berg, sagte jedoch, er hätte gewünscht, jener möchte um etwas Nützlicheres gebeten haben. Ohne Verzug ging der genannte Mann nach Franconien, denn er war selbst ein Franke, brachte mehrere Stammesgenossen mit und begann den Ort Goslar zu bauen, und fand daselbst zuerst Erzadern mit Silber, Kupfer und Blei. Was soll ich mich noch bei vielem  aufhalten? Jener Mann wurde mit den Seinen übermäßig reich und viele Menschen begannen sich in der Gegend anzusiedeln und ihre Sachen zum Verkauf dorthin zu bringen. Auf diese Weise entstand der so sehr berühmte Markt. Wie es aber zu geschehen pflegt, mit dem Reichthum wuchs jenen auch ihr Uebermuth und sie verachteten die von allen Seiten Hinzukommenden und thaten diesen viel Unrecht. Das wurde den Fürsten Sachsens gemeldet. Diese lassen ihnen durch Boten  sagen: wenn sie ein friedliches und ruhiges Leben führen wollten, sollten sie aufhören, die dorthin Kommenden ungerechter Weise zu belästigen. Da sie aber auf ihren Reichthum zu sehr vertrauten, thaten sie, wie sie es gewohnt waren, den  Ankommenden Schimpf an. Darüber waren die Fürsten Sachsens erzürnt, schickten ihre Leute dorthin und tödteten ihrer Viele; andere sind kaum den Händen der Wüthenden entgangen. So fiel jener Platz, der früher von Fremden bewohnt war, den Sachsen zu. Daß es also zugegangen, habe ich von denen, die damals lebten, gehört; ob es aber feststeht oder ob das Gegentheil der Fall ist, weiß ich nicht sicher. Denn man sagt auch, daß der Berg von den ersten Einwohnern jener Gegend Frankenesberch genannt worden sei.
 

Das Jahr 1029.
 

Der Kaiser feierte Weihnachten in Palithi. - Kaiser Konrad greift den König Stephan von Pannonien mit einem Heere an, indem er auf einem gefährlichen und  mühseligen Wege in das Land desselben eindringt. - In  ebendemselben Jahre beschloß der Kaiser ein Heer nach Polen zu führen. Zur bestimmten Zeit versammelte er jenseits des Albis an dem Orte, der Liezeke heißt, die Menge seines
Heeres und eilte auf dem Marsche, den er begonnen hatte, vorwärts. Die Kaiserin aber kehrte um und erwartete in Mersburg den Ausgang der Unternehmung. Denn der Kaiser, hintergangen und mit seinem Heere durch unwegsame Wälder und sumpfige, öde und gefährliche Gegenden gar sehr ermattet,
gelangte nicht dorthin, wohin er wollte, sondern auf den Rat einiger Leute belagerte er nur Budasin, eine Stadt, die einst, zu seinem Reiche gehörte. Vor dieser sind viele auf beiden Seiten verwundet worden und umgekommen. Wie also der Kaiser sah, daß die Gegner nicht überwältigt werden konnten,
verschob er es auf das nächste Jahr und zog sich in die Gebiete Sachsens zurück. - In diesen Zeiten starb Markgraf Thietmar, des Markgrafen Gero Sohn von der Markgräfin Athelheid, und er wurde begraben, wie man glaubt, in dem Kloster Helmwardeshusen. Sein Sohn war Markgraf Odo, der kinderlos starb. Sein Vater Gero aber hatte zum Vater den Markgrafen Thietmar und zum Oheim den Kölner Erzbischof Gero, von denen das Kloster Nienburg an dem Flusse Sala gestiftet worden ist. Seine Mutter war Suanehildis, die Tochter des Herzogs Herimann, Bernhards Schwester, welche nach dem Tode ihres Mannes den Markgrafen  Ekkihard, Guntars Sohn, heirathete und ihm Herimann, Ekkihard, Guntar und Liutgarde gebar.

Das Jahr 1056.
 

[Pfalzgraf Dedo, ein trefflicher Mann, wurde von einem Bremer Priester erschlagen, welchen er von seinem Bruder, dem Erzbischofe Adalbert, bekommen hatte, um ihn wegen der ihm vorgeworfenen Verbrechen in die Verbannung zu bringen, und auf Befehl des Kaisers wurde er in Goslar begraben], und in der Grafschaft folgte ihm sein Bruder Friderich nach. Er hat eine Probstei an dem Orte, der Sulza heißt, gestiftet und sein Sohn war der Pfalzgraf Friderich, welchen Graf Lodowich von Thüringen mit Hinterlist ermorden ließ; aber seine Witwe, des Markgrafen Udo Schwester, nahm er zur Ehe. Der Pfalzgraf aber hatte von ihr einen Sohn Namens Friderich, der, als der Vater getödtet wurde, noch nicht geboren war; doch lebte noch der Großvater. Dessen Schwestersohn Friderich von Sumersenburg erwarb die Pfalzgrafschaft und sein Vater Adalbert wurde Scucco genannt.

[Die Christen erlitten eine große Niederlage von den Barbaren, welche Liutizen heißen; einige kamen durchs Schwert um, andere auf der Flucht im Wasser und unter diesen wird der Markgraf der Nordmark Willehelm getödtet] nicht weit von der Burg, die Prizlava heißt und am Ufer des Flusses Albis liegt, da wo derselbe den Fluß Habola in sich aufnimmt. Daselbst also in der Mitte zwischen den beiden Flüssen wurde der fromme Fürst von den Heiden heimtückisch umzingelt und erlag mit Vielen. Sein von den Barbaren mit tausend Wunden durchbohrter und zerfleischter Leib wurde, wie man sagt, von den Seinen nicht mehr aufgefunden. Dieser Markgraf Willehelm und sein Bruder Otto waren durch sehr nahe Blutsverwandtschaft mit den Brüdern Willehelm und Otto verbunden, den Söhnen jenes großen Willehelm von Wimmare, welche Einer nach dem Andern nach dem Tode des Markgrafen Ekkehard II die Mark desselben gehabt haben; doch sind die Namen und der Gang dieser Verwandtschaft nicht genauer bekannt. Mit jenem wurde der Graf Theoderich von Katalanburg getödtet, der Sohn des Udo, welcher mit seinem Bruder Heinrich und einigen Andern nach dem Tode des Kaisers Otto III den Markgrafen Ekkihard in Palithi erschlagen hat. Dieser Udo hatte eine Frau aus Schwaben, Namens Bertrada, welche ihm diesen Theoderich gebar. Auch dieser hatte ebenfalls eine Bertrada zur Frau, die Schwester der Gräfin Suanehild von der Burg Lon in Hasbanien, deren Sohn der Mainzer Burggraf, Graf Arnold war, und sie gebar ihm einen Sohn, der ebenfalls Theoderich genannt wurde, und eine Tochter, welche Othilhild hieß und Konrad, den Bruder des Markgrafen Dedo, heirathete. Dieser Theoderich nahm Gertrud zur Frau, die Tochter des Markgrafen Ekbert des Aelteren, die Mutter der Kaiserin Richenza, und zeugte mit ihr wieder einen Theoderich, der ohne Kinder starb. - Dem Markgrafen Willehelm folgte aber Graf Udo von Stadhen, ein thätiger und edler Mann. Denn Graf Heinrich der Kahle von Stadhen, welcher zur Zeit Otto's I lebte, ein Verwandter dieses Kaisers, hatte zur Frau Juditha, eine Schwester des Herzoge Udo, der mit vielen in Calabrien fiel, als Kaiser Otto der Rothe mit den Sarracenen kämpfte. Diese gebar ihm die Söhne Heinrich, Udo und Sigefrid. Dieser Sigefrid bekam, da sein Bruder Heinrich gestorben war, seines Vaters Grafschaft vom Kaiser Heinrich, dem Gründer der Babenberger Kirche. Zur Frau hatte er Adhela, eine Tochter des Grafen Gero von Alesleve, den Kaiser Otto der Rothe auf einer Insel bei  Magedaburg enthaupten ließ. Sie gebar ihm den Grafen Ludiger, welcher meistentheils Udo genannt wurde, und dessen Gattin hieß Adelheid, eine Mutterschwester des Königs Rodolf; mit ihr zeugte er diesen Udo, der nach dem Tode Willehelms als der Erste aus diesem Geschlechte die Nordmark erwarb. -

Nach dem Tode des Kaisers Heinrich III erhielt die Regierung des Reichs sein Sohn Heinrich, dieses Namens der Vierte, durch dessen Uebermuth in der ganzen Welt viel Jammers wurde: mit Mord, Raub, Brand und Frevel wurden fast alle Theile des römischen Kaiserreiches und besonders die
sächsische Erde besudelt und eine Blutschuld kommt nach der andern, wie der Prophet sagt. Endlich hat ihn, der das Schwert der weltlichen Gewalt über alles Maß mißbrauchte, Gregor oder Hildebrand mit dem Schwerte des heiligen Petrus getroffen und vom Leibe Christi und der Mutter, der Kirche,
wie ein unnützes Glied abgehauen und ihn auf ewig in die unlösliche Fessel des Anathems gethan. Da er hernach viele Jahre hindurch bald die Sanftmuth eines Lammes mit  erheuchelter Demuth zur Schau trug, bald mit offener Grausamkeit die Wuth eines Wolfes zeigte, hat er nach Gottes gerechtem Gerichte so verschiedene Schicksale erlebt, indem bald Unglück, bald scheinbares Glück wechselten, daß mit Recht auf ihn jenes bezogen werden zu müssen scheint, was irgendwo gesagt wird:

Wohl und Wehe verhängt nach Laune die göttliche Allmacht;

Kaum hat's sicheren Bestand jetzige Stunde hindurch.

Das Jahr 1057.
 

[Als Otto, der Bruder des im vorigen Jahre von den Liutizen getödteten Markgrafen Willehelm aus einer unebenbürtigen Ehe, nämlich der Sohn einer slavischen Mutter, ein scharfsinniger und thatkräftiger Mann, zu dem Hofe des Königs in Mersburg reiste, wurde er von den Grafen Bruno und
Ekbert,] den Söhnen Liudolfs von Bruneswik, der ein Oheim des Königs war, überfallen bei einem Dorfe Namens Nienthorp an dem Flusse Salica. - Am 28. September starb der Schwabenherzog Otto von Suinvorde und wurde in Suinvorde bei seinen Eltern bestattet. -

Zu dieser Zeit war in Sachsen Herzog Otto von Northeim mächtig, der Herkunft nach ein Sachse, aber Herzog von Baiern, ein Mann von höchstem Adel, der Sohn Benno's von Northeim, dessen Bruder Sigefrid zusammen mit den Gebrüdern Heinrich und Udo von Catelenburg den Markgrafen Ekkihard, Guntars Sohn, getödtet hat. Diesen Otto hat König Heinrich nachher vom Herzogthume entsetzt.

Das Jahr 1083.
 

Der Sommer war so heiß, daß eine große Menge von Fischen im Wasser umkam. Unter Kindern und Greisen kamen viele Todesfälle an der Ruhr vor. Der Gottesfriede kam auf. Otto von Northeim, ein kluger und sehr vornehmer Mann, einst Herzog von Baiern, aber ungerechter Weise vom Könige Heinrich abgesetzt, ist am 11. Januar gestorben. Sein Großvater war Graf Sigefrid von Northeim, welcher mit der Gräfin Machthilde Sigefrid, den Mörder jenes großen Markgrafen Ekkehard, zeugte, und den Benno, welcher mit der Gräfin Eilika diesen Otto zeugte, von dem wir sprechen. Er hinterließ ebenfalls Söhne und Töchter, welche ihm die Herzogin Richeza geboren hat, von denen an der passenden Stelle erzählt worden ist.