Ida die Heilige
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    - um 814
 

Eventuell Tochter des Frankenkönigs Karlmann
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 322
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Ida von Herzfeld
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     + vielleicht gegen 825

Heilige (Fest: Münster 24. September, Werden 26. November, Herzfeld an beiden Tagen)

Gemahlin Egberts (+ vor 820), dux der Sachsen zwischen Rhein und Weser; verwandt mit den KAROLINGERN und den großen sächsischen Familien des 9. Jh.; die Einzelnachweise blieben hypothetisch. Eine Vita schrieb der Werdener Mönch Uffing anläßlich der 980 erfolgten Translation aus der Grablege  in die von Ida und Egbert gestiftete Kirche (S. Maria und S. Germanus). Die Stiftung geriet in liudolfingischen, gegen 900 in Werdener Besitz, war nie Kloster und wurde lange vernachlässigt, was die Nachrichtenarmut der späteren Vita erklären mag. Egbert erkrankte auf einem Aquitanienzug KARLS DES GROSSEN und wurde in Idas Familie gesund gepflegt, heiratete dann Ida mit KARLS Zustimmung, der ihn zum Dux erhob und beschenkte. Kinder sind nicht durch die Vita, sondern durch andere Quellen bezeugt; doch behauptete die Vita keine strikte Enthaltsamkeit des Paares. Als Witwe hat die asketisch lebende Ida sich der Armenfürsorge gewidmet. Postume Wunder bewirkten die Erhebung der Gebeine.

Literatur:
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Vita: R. Wilmans, Die Kaiserurkk. der Prov. Westfalen I, 1867, 469-488; dt. Überse. A. Ahlke (I. v. H. Fschr. zur 100jährigen Wiederkehr ihrer Heiligsprechung, hg. G. Jaszal, 1980) - B. Kasten, Adalhard v. Corbie, 1986 [genealog. Exkurse].
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Während nun die einen Ida für die Schwester-Tochter Adalhards und Walas halten, will sie K A. Eckhardt zur Tochter Karlmanns und Nichte KARLS DES GROSSEN machen. Beide Möglichkeiten scheiden höchstwahrscheinlich aus, obwohl KAROLINGER-Abkunft wahrscheinlich ist.
Sie war die Enkelin des fränkischen Grafen am Mittelrhein Theodulf und der Ida und durch einen ihrer Söhne Liudolf (+ 785), Folcleich oder Nandolf wurde die Verwandtschaft zwischen EKBERTINERN und LIUDOLFINGERN hergestellt.
Im Jahre 980 wurde ein Teil der Gebeine der heiligen Ida aus Herzfeld, dem Erbgut ihres Gemahls, nach Werden, ihrem Vaterland Ripuarien überbracht.
 
Franz-Josef Jakobi: Seite 53
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"Zur Frage der Nachkommen der heiligen Ida und der Neuorientierung des sächsischen Adels in der Karolingerzeit"

Die heilige Ida von Herzfeld, fränkische Grafentochter und KAROLINGER-Verwandte, Gemahlin des Grafen Ekbert, der von KARL DEM GROSSEN zum Herzog aller Sachsen zwischen Rhein und Weser gemacht wurde, die Gründerin und spätere Hauptpatronin der Kirche in Herzfeld gehörte zweifellos zu den bedeutendsten Frauengestalten der Zeit um 800 im sächsisch-fränkischen Norden des KAROLINGER-Reiches. Sie gilt nämlich nicht nur als 'Stammutter' der im 9. Jh. in Sachsen mächtigen Adelssippe der 'EKBERTINER', sondern als ihre Nachfahren werden von verschiedenen Geschichtsforschern auch Zweige mehrerer anderer bedeutender Geschlechter angesehen: der 'BILLUNGER', der älteren BABENBERGER und vor allem der 'LIUDOLFINGER', die in der 4. oder 5. Generation nach Ida in der Person HEINRICHS I. zur Königsherrschaft im ostfränkisch-deutschen Reich aufstiegen.
 
 
 
 

 786
  oo Ekbert Dux der Sachsen
       um 756- nach 811
 
 
 
 

Kinder:

  Warin Abt von Corvey (826-856)
  um 800-20.9.856

  Ida die Jüngere
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  oo 2. Asig I.
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  Addila
         - vor 858
 
  oo Bunicho
             -
 
  Cobbo der Ältere
  um 790- vor 13.6.858