LURE, Abtei


Lexikon des Mittelalters:
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Lure (Luterhaa, Lut[h]ra, Luders), Notre-Dame, St-Pierre et St-Paul de,
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ehemalige Abtei OSB in der Freigrafschaft Burgund, am Fuße der Vogesen (Bm. Besançon; dép. Haute-Saône).

Frühzeit weithin legendarisch (angebliche Gründung durch den Columban-Schüler Deicolus/Desle), gesicherte Zeugnisse erst seit der 959 durch OTTO I. erfolgten Einsetzung der königlichen Benediktinerabtei in den von elsässischen Grafen geschenkten Grundbesitz. Die dem Elsaß zugewandte kleinere Abtei (seit 12. Jh. Vogtei der Grafen von Pfirt, im 13. Jh. zeitweise Gemeinschaft mit der elsässischen Abtei Murbach) erwirkte zur Erhaltung ihrer Autonomie päpstliche Exemtionsbullen (Leo IX., 1054; Alexander III., 1179); ihre Äbte mußten dennoch mehrfach den Bischöfen von Besançon die Huldigung leisten (um 1035, 1120-30). Durch eine Reihe kaiserlicher Immunitätsprivilegien (von HEINRICH II., 1016, bis zu RUDOLF VON HABSBURG, 1290) sicherte sich Lure gegen Übergriffe der Grafen von Burgund. Im 14. Jh. übten die Grafen aus dem Hause VALOIS starken Druck auf die Abtei aus, die um 1340 eine Befestigung errichtete. Seit 1392 der (weit entfernten) Herrschaft der Herzöge von Österreich unterstellt, festigte Lure seine lokale Machtstellung im 15. Jh. neu. 1790 aufgehoben.

G. Moyse