Legl Frank: Seite 51-55
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"Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim."


                                          Hildegard

Eine weitere Tochter Hugos IV. und Heilwigs mit Namen Hildegard ist zwar nirgends direkt bezeugt, doch konnte sie auf Grund verschiedener Indizien erschlossen werden [281
Siehe dazu VOLLMER, Etichonen, Seite 182 mit Anm. 328.]. Das wesentlichste Indiz liefert eine Traditionsnotiz in der von ihrer Enkelin Mathilde [282 Zur Identifizierung Mathtildes als Enkelin der Hildegard siehe HLAWITSCHKA, Grundlagen, Seite 58ff.] aufgezeichneten Notitia bonorum für die Abtei Heiligkreuz zu Woffenheim, wonach eine comitissa Hildegardis dieser Abtei Besitzungen in Herlisheim pro anima filii sui Lodewici comitis [283 VIELLARD, Documents, Nr. 97, Seite 147f.] schenkt. Bei diesem schon vor seiner Mutter verstorbenen Sohn namens Ludwig kann es sich - so hat man vermutet [284 Ebda , Nr. 97, Seite 147 mit Anm. 4, VOLLMER, Etichonen, Seite 182 mit Anm. 328.] - eigentlich nur um den Grafen Ludwig von Mousson-Mömpelgard handeln, da lediglich noch eine weitere zeitgenössische Verbindung zwischen einer Mutter Hildegard und einem Sohn namens Ludwig bekannt ist [285 Vgl. VOLLMER, Etichonen, Seite 182 mit Anm. 328; HLAWITSCHKA, Grundlagen, Seite 57f.]. Diese zweite zeitgenössische uns bekannte Verbindung Mutter Hildegard/Sohn Ludwig ist die der Hildegard von Schlettstadt mit ihrem Sohn Ludwig [286 Vgl. GRANDIDIER, Histoire II.2, Nr. 502, Seite 154 mit Anm. d, der vermutet, es handele sich bei den in der Notitia bonorum genannten Personen um Hildegard von Büren und ihren Sohn Ludwig.]. Diese sind jedoch nach Meinung der Forschung nicht mit den in der Notitia bonorum genannten Personen identisch, da Ludwig, der Sohn von Hildegard von Schlettstadt, seine Mutter überlebt hat [287 So schon VIELLARD, Documents, Nr. 97, Seite 147 mit Anm. 4; vgl. VOLLMER, Etichonen, Seite 182 mit Anm. 328, und HLAWITSCHKA, Grundlagen, Seite 57f.]. Zudem gebe es am Ende des 11. Jahrhunderts, neben dem STAUFER Ludwig, lediglich noch einen Grafen namens Ludwig, der in Verbindung zum Elsaß stand, nämlich Ludwig von Mousson-Mömpelgard [288 HLAWITSCHKA, Grundlagen, Seite 58.].
Es sollen noch weitere Indizien die Abstammung Hildegards und ihres Sohnes Ludwig von Mousson-Mömpelgard belegen, zum Beispiel die Verbindung der Nachkommen Ludwigs - von ihm leiten sich die Linien Mömpelgard, Lützelburg und Pfirt ab [289
VOLLMER, Etichonen, Seite 182 mit Anm. 328.]. So lassen sich auch die um 1100 sichtbar werdenden Besitzrechte Peters von Lützelburg an der Zelle St. Quirin [290 VIELLARD, Documents, Nr. 116, Seite 166. Abt Anselm von Maursmünster berichtet im Zusammenhang mit der Rückerstattung eines Waldes bei Hiltenhusen durch Rainald von Lützelburg, daß der Vater Rainalds, Graf Peter, einst St. Quirin tauschweise für Lützelburg an die Abtei Maursmünster gegeben habe: Anshelmus ... comes Petrus, qui infra termium nostrum in castro cui nomen Lucelenbourg, pro quo nos olim cellam B. Qurini in cambio accepisse contentiose testabatur, consederat, silvam nostram sibi colimitaneam ... cum hominibus suis irrupit, sueque dicioni ..- subjugavit. ... Sub filio ipsius, comite Regenaldo, sylvam nostram (Hiltenhusen) recepimnus.], die angeblich von Ludwig von Dagsburg gestiftet worden war, nur darin sinnvoll erklären, wenn seine Vorfahren, sprich Hildegard und ihr Sohn Ludwig von Mousson-Mömpelgard, der Familie der DAGSBURG-EGISHEIMER Grafen entstammen [291 HLAWITSCHKA, Grundlagen, Seite 61f.].
Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß nicht alle vorgebrachten Indizien als eindeutige Belege für die Abstammung Ludwigs von Mömpelgard von den EGISHEIMER Grafen gewertet werden können. Die Forschung nennt zum Beispiel als Beleg für diese vermutete Abstammung, daß im 13. Jahrhundert ein Zweig von Ludwigs Nachfahren, die Grafen von Pfirt, nach dem Erlöschen des dagsburgischen Geschlechtes Erbansprüche über die Vogteien der Abtei Heiligkreuz und der Abtei Altdorf geltend machten [292
VOLLMER, Etichonen, Seite 182 mit Anm. 328; zu den Erbansprüchen der PFIRTER Grafen im Verlauf der Ereignisse um die DAGSBURGER Erbschaft siehe unten das Kapitel 'Der Streit um die Dagsburger Erbschaft'.], weil diese Abstammung von den EGISHEIMER Grafen nur über Hildegard, die Mutter Ludwigs, gegeben gewesen sei [293 HLAWITSCHKA, Grundlagen, Seite 60f.]. Es läßt sich jedoch eine weitere verwandtschaftliche Beziehung zwischen den PFIRTER und den EGISHEIMER Grafen nachweisen, die im 12. Jahrhundert entstanden ist. So war Graf Friedrich I. von Pfirt mit Stephanie, einer Enkelin Gerhards IV. von Egisheim, verheiratet, was natürlich auch die Erbansprüche der PFIRTER Grafen über die beiden Vogteien erklärt.

                                                           Tafel 6
                                                  Die Nachkommen Hildegards

                                Hildegard
                                    I
         Ludwig von Mousson-Mömpelgard oo Sophie von Ober-Lothringen
                                                                    I
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      Theoderich    Bruno    Ludwig           Friedrich,       Beatrix           Mathilde           Sophie
   v. Mömpelgard                                     Mgf. v. Susa