STAMMTAFEL in Werner Trillmich 'Kaiser Konrad II. und seine Zeit' Seite 431 Tafel 36
Vornehmes elsässisches Geschlecht. Die Vorfahren dieses Hauses sind sicher schon wegen des häufig vorkommenden Namens Verwandte Hugos von Tours, Schwieger-Vater LOTHARS I., gewesen.
Trillmich Werner: Seite 118
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"
Die Nordgau-Grafen etichonischer Abstammung nannten sich später nach Burg Egisheim bei Colmar [Stammtafel 36]. Ihre Besitzungen reichten von der Ortenau bis zur Burgundischen Pforte, wo sie mit Kloster Lure (Lüders) die von Luxeuil kommende Straße und deren Zugang zum Jurapaß Pierre Perthuis beherrschten. OTTO DER GROSSE entzog ihnen 959 Ämter und Lehen, doch die Gemaßregelten verschafften sich durch gewandte Ehepolitik vollen Ausgleich für die erlittenen Verluste. Wichtiger als Bodenerwerb war ihnen verläßlicher Rückhalt gegen die Krone am Adel Ober-Lothringens. Als Erben der erlöschenden DAGSBURGER sicherten sie sich den Besitz der strategisch wichtigen Zaberner Steige. Bei Burg Girbaden über der Breusch entstand 974 ihr Familienstift Altdorf. Die Rodung seiner Umgebung am rechten Flußufer erschloß beträchtliche Einkünfte. Mit Ausnahme von Lure glückte der Wiedererwerb eines großen Teils der Kirchenvogteien.
Vollmer Franz: Seite 141
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"Die Etichonen"
Durch die enge Verwandtschaft zu KONRAD
II. gewinnt die elsässische
Grafen-Familie erneut an Ansehen.
Graf Hugo, der als KONRADS "consanguineus"
den Haß des Schwaben-Herzogs
Ernst auf sich zieht, der um 1027 ins
Elsaß einbricht und Hugos "castella" zerstört, wird
so
zum Vertreter und Verteidiger der Interessen der Königsgewalt.
Das Verhältnis zur Zentralgewalt erfährt
aber
im Investiturstreit eine entscheidende Trübung. Die EGISHEIMER
stehen nun eindeutig auf seiten der Reformpartei und der
SALIER-Gegner. Entschieden setzten sie sich als das
mächtigste
einheimische Haus - ihre Macht spiegelt sich im Besitz der
Kirchenvogteien
Erstein, Altdorf, Lure, Neuweiler, Heiligkreuz, Etival, Pairis - gegen
die als salische Statthalter ins Elsaß kommenden STAUFER
zur Wehr. Doch Herzog Friedrich II.,
der Vater BARBAROSSAS,
setzt sich hier eindeutig durch; von nun an ist der schwäbische
Herzog
zugleich auch wieder Herzog im Elsaß. Wird auch das staufische
Übergewicht immer drückender, so bewahren sich die DAGSBURGER
doch ihren Eigenwillen ungebrochen. In der staufischen
Krise des Thronstreites nach 1197 kommt sogar eine große
oberrheinische,
anti-staufische Koalition der DAGSBURGER
mit den rechtsrheinischen ZÄHRINGERN
zustande. Falken von Dagsburg
werden die letzten DAGSBURGER voll Achtung und auch voll
Mißtrauen
genannt. Doch 1211 erlischt das Geschlecht endgültig,
nachdem
es seit 1089 nur durch Einheirat eines Ober-Lothringers
fortgeführt
werden konnte.