Am 10. November 911 wird Herzog
Konrad in Forchheim, dem alten Königshof und Stapelplatz
an einer Hauptstraße von Norden nach Süden in der Nähe
von Bamberg, von den Fürsten der Franken und Sachsen zum König
gewählt; die Schwaben und Bayern schließen sich diesem Votum
in Nachwahlen an. KONRAD entstammt
einem rheinfränkischen Adelsgeschlecht, seine Familie verfügt
über große Besitzungen in Hessen, Mainfranken und am Mittelrhein.
Er selbst hat, so wie bereits sein Vater Konrad der Ältere,
die Stammgrafschaft an der mittleren Lahn inne; die Stammfeste Willibebruch
des
konradinischen
Hauses, das heutige Weilburg, liegt hoch über dem Fluß.
Dort wird KONRAD vermutlich auch geboren.
Kein Chronist verzeichnet das Geburtsdatum, es dürfte zwischen
880 und 890 liegen. Nach Konrad dem Älteren erhält
das ganze Geschlecht später den Namen "KONRADINER".
Der Familienverband hat lange Zeit mit der Konkurrenz der BABENBERGER am
Obermain zu kämpfen. Erst 906 wird der Zwist durch einen Sieg über
die BABENBERGER entschieden. Bei Fritzlar kommt es zu einer Schlacht mit
Adalbert von Babenberg. Konrad der Ältere verliert in ihr das
Leben, und die Führung des Hauses geht in die Hände des Sohnes
über. Mit ihrem Sieg über die BABENBERGER, der die Ächtung
und Hinrichtung Adalberts von Babenberg folgt, erringen die KONRADINER
endgültig die Herzogsgewalt in Franken. Nach dem Tode Ludwigs
des Kindes entschloß sich der Adel des Ostfrankenreiches
entgegen allen Erwartungen nicht dazu, den westfränkischen
König Karl III. den Einfältigen als Nachfolger zu
wählen, wie es aufgrund der erbrechtlichen Situation nahegelegen hätte
und zwingend gewesen wäre. Die Wahl fiel also auf den Franken-Herzog
Konrad. Maßgeblich wirkte sich allerdings die Parteinahme
des hohen Klerus für KONRAD aus.
Der Franken-Herzog war am Hof der KAROLINGER
aufgewachsen, die Geistlichkeit der ostfränkischen Gebiete war überzeugt,
mit KONRAD einen Fürsten als König
zu erhalten, der im Unterschied zu den anderen deutschen Stammesherzögen
nicht geneigt und bestrebt war, die eigene Autonomie zu Lasten eines von
der bischöflichen Gewalt bestimmten Reichsverbandes zu festigen und
auszubauen. Dieser Gesichtspunkt stand für den Klerus über allen
anderen Erwägungen, denn mit KONRAD
- so wurde gerechnet - schien sich die Machtstellung, die von der Kirche
in den letzten beiden Jahrzehnten ausgebaut worden war, besser als mit
jedem anderen Herrscher sichern zu lassen.
KONRAD war mit der
schwäbischen
Gräfin Kunigunde verheiratet, der
Tochter Burchards von Rätien und Witwe des Markgrafen Liutpold in
Bayern. Aus Kunigundes
erster Ehe entstammte
Arnulf, der in jungen Jahren das bayerische Stammesherzogtum übernommen
hatte, nachdem sein Vater 907 im Kampf gegen die Ungarn gefallen war. Die
Unterstützung durch die Bischöfe bei der Wahl konnte Herzog
Konrad zwar zur Königskrone, nicht aber zu bemerkenswerten
politischen Erfolgen verhelfen. KONRAD
bestellte Hatto, Erzbischof von Mainz, zu seinem Erzkaplan, Bischof Salomo
von Konstanz hatte während der Regierungszeit des Königs das
Amt des Kanzlers inne. Damit schien der Fortbestand des alten Bündnisses
zwischen Kirche und König gesichert zu sein.