Begraben: Gandersheim Stiftskirche
Ältester Sohn des Herzogs
Heinrich I. von Bayern und der Judith von Bayern, Tochter
von Herzog Arnulf
Lexikon des Mittelalters: Band IV Seite 2064
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Heinrich II. 'der Zänker', Herzog von Bayern 955-976,
985-995 und Kärnten 989-995
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* 951, + 28. August 995
Gandersheim
Begraben: Gandersheim Stiftskirche
Beiname erst in der Neuzeit belegt.
Neffe OTTOS DES GROSSEN
Eltern:
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Heinrich I. von Bayern und Judith, Tochter Arnulfs, Herzog
von Bayern
oo Gisela, Schwester Rudolfs
III. von Burgund
Kinder:
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Kaiser HEINRICH II.
Brun Bischof von Augsburg
Gisela oo Stephan I. von Ungarn
Heinrich wurde von vorübergehender Vertreibung des liudolfingischen Aufstandes 953 bereits in kindlichem Alter Herzog, unter der Vormundschaft seiner Mutter und Bischof Abrahams von Freising. Nach dem Tode Kaiser OTTOS I. (973) war Heinrich der führende Kopf der Verschwörung gegen OTTO II., an der sich Boleslav von Böhmen und Mieszko von Polen beteiligten. Sie fand Rückhalt bei den übrigen Mitgliedern der LUITPOLDINGER. - Nach Aufdeckung der Verschwörung kam Heinrich nach Ingelheim in Haft, aus der ihm aber 976 die Flucht glückte. Die anschließenden Kämpfe beendete OTTO II. mit der Eroberung Regensburgs im Herbst 976. Er setzte den Herzog, der außerdem von den Bischöfen mit dem Kirchenbann belegt wurde, ab und beschnitt sein Territorium durch die Abtretung Kärntens sowie der seit 952 dem Herzogtum übertragenen Gebiete südlich der Alpen (Herzogtum Friaul, Markgrafschaft Istrien, Aquileia, Verona, Trient). Die Ostmark wurde den BABENBERGERN übertragen. Vermutlich steht auch die Errichtung des Erzbistums Prag mit diesen Vorgängen in Zusammenhang. Heinrich, dem sich Herzog Heinrich von Kärnten und Heinrich I., Bischof von Augsburg, anschlossen, setzte 977 den Kampf, der sich vorwiegend im Raume Passau abspielte, fort und wurde nach seiner erneuten Nierderringung Bischof Folkmar von Utrecht zur Bewachung übergeben. Nach dem Tode OTTOS II. freigelassen, versuchte er, mit Hilfe der Vormundschaft über den kindlichen OTTO III. die Herrschaft im Reich an sich zu bringen. 984 wurde er von Anhängern zum König ausgerufen. Zugleich bekämpfte er den an seiner Stelle eingesetzten Herzog Heinrich III. von Bayern. Auf dem Frankfurter Reichstag 985 kam es zum Ausgleich, durch den Heinrich bei gleichzeitigem Verzicht auf alle weiteren Ansprüche sein Herzogtum zurückerhielt. Nach dem Tode Heinrichs III. wurde ihm zudem Kärnten übertragen. In seinen späteren Jahren konzentrierte sich Heinrich der Zänker auf den inneren Ausbau seiner Territorien (Ranshofener Gesetze, 995) und förderte die Anfänge der Kirchenreform.
Literatur:
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ADB XI, 457-459 - BWdDG I, 1085f. - NDB VII, 341 - K.
Reindel, Die bayer. Luitpoldinger 893-989, 1953 - Spindler I, 1981, 262-302
- Die Bayer. Biogr., hg. K. Bosl, 1983, 321f.
Vater:
--------
Herzog Heinrich I. (+ 955)
Mutter:
----------
Judith (+ nach 985)
oo Gisela von Burgund (+ wohl 1006)
Zunächst mit seiner Mutter Vertreibung aus Bayern.
955 Übertzragung des Herzogtums Bayern mit der Mark
Verona.
974 Rebellion gwegen seinen Vetter OTTO
II.
Gefangennahme in Ingelheim. Flucht nach Böhmen und
Entsetzung als Herzog.
985 erneute Belehnung mit Bayern. 989 auch Herzog von
Kärnten, 991 Sieg über die Ungarn.
Literatur:
-----------
NDB 8; BWB 1; R. Holtzmann, Geschichte der sächssichen
Kaiserzeit, 1955.
H 31
Lü: 28.8. Heinricus dux + 995 Heinrich der Zänker
Heinrich der "Zänker",
aus der bayerischen Linie der LIUDOLFINGER,
kam bei seinen Versuchen, die Königswürde zu erlangen, mit den
BILLUNGERN in Kontakt. Ekbert der Einäugige (G 33) wird in den Quellen
mehrfach als sein Verbündeter und Helfer genannt; vgl. dazu oben S.
94ff.
Allgemein Reindel, Bayern, S. 222ff:; NDB 8, S. 341;
Biogr. Wörterbuch 1, Sp. 1085f.; FW H 14, Belege seines Todesdatums
BU 1144c.
Me: 28.8. Heinricus
dux
(Es.)
Auf Grund des beschädigten Pergaments ist nicht
mehr sicher zu entscheiden, ob die Eintragung in Merseburg der Ergänzungsschicht
angehört. Dies ist jedoch mit einiger Wahrscheinlichkeit anzunehmen.
Ob im Mersebutrger Necrolog Heinrich der Zänker
eingetragen ist, ist nicht ganz zu sichern, da am gleichen Tag der BABENBERGER
Heinrich (+ 886) starb, der hier auch gemeint sein könnte; vgl. dazu
Eckhardt, Genealogische Funde zur allgemeinen Geschichte, S. 17 und kritisch
Hlawitschka, Zur Herkunft der Liudolfinger, S. 145 mit Anm. 215.
Man wird sich wohl für Heinrich
den Zänker entscheiden, da alle Angehörigen der ottonischen
Familie im Merseburger Necrolog begegnen und nach unseren Untersuchungen
(vgl. oben S. 161) das Merseburger Necrolog das ottonische
Gedenken im 9. Jahrhundert nicht spiegelt; vgl. auch den Kommentar zu dem
BABENBERGER Adalbert (G 114).
HEINRICH II. berücksichtigte
bei der Neustiftung des ottonischen
Gedenkens in Merseburg auch Traditionen, die zuvor in der bayerischen
Linie der OTTONEN bewahrt worden waren.
Zu diesen gehört sehr wahrscheinlich auch der Eintrag seines Vaters,
siehe dazu ausführlich oben S. 197ff.
V, 23 HEINRICH II. DER ZÄNKER
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* 951, + 995 VIII 28
955 Herzog von Bayern (wohl seit 967 selbständig)
oo v. 972 Gisela, Tochter König
Konrads von Burgund (aus dessen 1. Ehe mit Adelania) + c 950/55,
+ 1007 VII 21
Heinrich, der spätere
Herzog
Heinrich II. von Bayern, genannt
"der
Zänker" ist als Sohn Heinrichs
von Bayern, des Bruders OTTOS DES GROSSEN,
unter anderem bezeugt durch die Annales Quedlinburgenses a. 951, SS III
58, beim Continuator Reginonis a. 955, S. 168, und in der Vita Mathildis
posterior c. 20, SS IV 296.
Das Geburtsjahr Heinrichs nennen
die Annales Quedlinburgenses a. 951, SS III 58, den Todestag überliefert
Thietmar IV c. 20, S. 154 (vgl. hierzu BU. 1144c.
Heinrich wurde, wie
der Continuator Reinonis a. 955 bezeugt, die Nachfolge seines Vaters im
bayerischen Herzogsamt übertragen. Für den unmündigen Herzog
führte zuerst dessen Mutter Judith bis 967 die Regierung; zur
Frage, wann Heinrich die selbständige
Regierung angetreten hat, vgl. Reindel, Bayern S. 295.
Die Belege für Heinrichs
Gemahlin Gisela sind von Diener, Könige S. 79, Nr. 13, und
Poupardin, Bourgogne S. 384 f., gesammelt. Giselas
Namen gab der Vermutung Anlaß, die Gemahlin des
Zänkers sei möglicherweise
karolingischer
Abkunft, doch kommt dieser Name offenbar aus der Vorfahrenschaft von König
Konrads Mutter Bertha, der
Tochter Burchards I. von Schwaben. Es sei darauf hingewiesen, dass Gisela
aus der 1. Ehe ihres Vaters, König Konrads
von Burgund, mit Adelania hervorgegangen
ist und nicht, wie Holtzmann, Kaiserzeit S. 504 f. (Stammtafel), fälschlicherweise
angibt, aus der Ehe König Konrads
mit Mathilde, der Tochter von König
Ludwig IV. und Königin Gerberga
vom W-Frankenreich; sonst wäre Herzog
Heinrich II. bei der Eheschließung
auch mit den kanonischen Ehehindernissen in Konflikt gekommen. Die Überlegungen
zur Geburtszeit
Giselas, der Gemahlin
des
Zänkers, hat Leidinger, Untersuchungen S. 60, zusammengestellt.
Herzog von Bayern 955-976; 985-995, Herzog von Kärnten 989-995(+).
973 Kaiser OTTO II. schenkt
Heinrich
die
Burg
Bamberg, die 906 konfisziert war. Sie war Königsgut, dessen Verwaltung
dem Grafen Berthold (E. II. 5.) oblag: Guttenberg, De Regesten der Bischöfe
und des Domkapitels von Bamberg, Reg.8 .11.
974. An dem Aufstand Herzog
Heinrichs II. von Bayern beteiligte
sich Berthold (E. I. 9.), der Sohn des Pfalzgrafen Arnulfs: Reindel S.
232.
Nach 985. Herzog Heinrich schenkt
mit der Hand seiner Mutter Judith ein Gut seines Sohnes Brun
zu
Beutelshausen (L. K. Landshut) an das Kloster Niedermünster: Reindel
S: 252.
986. April 4. Herzog Heinrich
als
Truchsess am königlichen Hof anwesend: Reindel S. 225.
Gemahlin:
------------
Gisela von Burgund.
HEINRICH II. DER ZÄNKER, 955/76 und 985/95
HERZOG VON BAYERN
---------------------------------------- 985/89
HERZOG VON KÄRNTEN
* 951, + Gandersheim 28. VIII. 995
Begraben: ibidem Stiftskirche
oo vor 972
GISELA VON BURGUND (WELFEN)
+ 21. VII 1007
Tochter von König Konrad dem Friedfertigen
972
oo Gisela von Burgund, Tochter des Königs
Konrad
ca 950/55-21.7.1007
Kinder:
HEINRICH II.
6.5.973-13.7.1024
Brun Bischof von Augsburg (1006-1029)
ca 975/80-29.4.1029
Gisela
ca. 984-9.5. nach 1060
995
oo Stephan I. König von Ungarn
Spätherbst 975-15.8.1038
Brigida Äbtissin von Andlau
ca 985-
? oo Gerhard? Graf von Egisheim
-
Illegitim
Gerberga Äbtissin des Klosters Frauenchiemsee
-
Arnold Erzbischof von Ravenna (1013-1018/19)
-17.11.1018/19
Literatur:
-----------
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