Begraben: Kaisergruft im Dom zu Speyer
Ältester Sohn des Königs
RUDOLF I. VON HABSBURG aus seiner 1. Ehe mit der Gertrud
von Hohenberg, Tochter von Graf Burchard III.
Lexikon des Mittelalters: Band I Seite 311
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ALBRECHT I., Deutscher König
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wahrscheinlich 1255-1. Mai 1308 ermordet
bei Brugg an der Reuß (Schweiz)
Mai 1281 "Verweser über Österreich und über
Steyr", Ende 1282 Herzog zu Östererich und zu Steyr, Herr
zu Krain, der Mark und zu Portenau, 27. Juli 1298 zum König
gewählt, 24. August 1298 in Aachen gekrönt.
Nach der Wahl seines Vaters zum König trat ALBRECHT
seit
1274 mit wechselnden Titeln als Graf von Habsburg, primogenitus
oder
einfach filius regis politisch auf. Nachdem König
Ottokar II. von Böhmen
1276 RUDOLF VON HABSBURG unterlegen
war und auf die Erwerbungen in den Ostalpenländern verzichtet hatte,
belehnten 1277 bayerische Bischöfe ALBRECHT
und seine Brüder mit Lehen, die früher BABENBERGER und SPANHEIMER
(in Kärnten) innegehabt hatten. 1281 wurde ALBRECHT
von seinem Vater als Reichsverweser eingesetzt und 1282 zusammen
mit seinem Bruder Rudolf mit dem babenbergischen
Erbe belehnt. In der Rheinfelder Hausordnung von 1283 wurde dieser Besitz
von den habsburgischen
Stammlanden
am Oberrhein getrennt und ALBRECHTallein
übertragen. ALBRECHT,
eine
kantige Persönlichkeit, stieß in Österreich und Steiermark
auf Ablehnung. In Wien, das über den Verlust seiner Reichsunmittelbarkeit
erbittert war, fand er Widerstand, unterwarf aber die Stadt 1288 wieder.
1290 übertrug ihm König RUDOLF Ungarn
als heimgefallenes Reichslehen, doch war diese Verleihung unzureichend
begründet und musste schon 1291 wieder zurückgenommen werden,
nicht zuletzt deshalb, weil Papst Nikolaus IV. Ungarn als Eigentum der
römischen Kirche betrachtete, das angeblich aufStephan
den Heiligen zurückging.
Der zuletzt 1290 in Erfurt von König
RUDOLF unternommene Versuch, ALBRECHT
die
Nachfolge zu sichern, misslang, weil der HABSBURGER
nicht bereit war, dem PREMYSLIDEN die
Ostalpenländer zurückzugeben, die sein Vater Ottokar
II. innegehabt hatte. König RUDOLF
hatte das Wahlrecht des Böhmen-Königs anerkannt und ihm die schlesischen
Reichslehen übertragen, erfolglos. Die Belehnung
ALBRECHTS
mit
Ungarn verdarb vollends die Bereitschaft Wenzels
II. zur Wahl des HABSBURGERS.
Die Fürsten wollten keine Erbmonarchie. ALBRECHTS
Lage
wurde schwierig, als sich die Steirer mit dem Erzbischof Konrad von Salzburg
verbündeten, aber ALBRECHT konnte
Anfang 1292 ein bis Bruck an der Mur vorgedrungenes salzburgisch-bayerisches
Heer schlagen und Friesach einnehmen. Um freie Hand für den Kampf
um die Krone zu gewinnen, bestätigte er die Rechte der Steiermark.
Ein Aufstand rief ihn in die habsburgischen Stammlande.
Im Dezember 1292 huldigte er König ADOLF
und wurde mit Österreich und der Steiermark belehnt.
Die Beziehungen zu Böhmen wurden normalisiert, 1296 die Auseinandersetzung
mit Salzburg und Bayern beendet. Seit Juni 1297 betrieb Erzbischof Gerhard
II. von Mainz den Sturz
ADOLFS VON NASSAAU.
Bei der Aussöhnung zwischen ALBRECHT
und
Wenzel
II. von Böhmen spielte Peter von Aspelt eine wichtige Rolle.
Wenzel
wurde dadurch für eine Wahl ALBRECHTS
gewonnen, dass dieser ihm die Verpfändung der Reichsländer Eger
und Pleißen (um Altenburg) in Aussicht stellte und auf die Erfüllung
aller vasallitischer Pflichten Böhmens gegen das Reich verzichtete.
In der Schlacht bei Göllheim verlor König
ADOLFam 2. Juli 1298 das Leben gegen den HABSBURGER.
ALBRECHT
bestand auf einer zweiten, förmlichen Wahl, die in Frankfurt stattfand.
Gleich ADOLF VON NASSAAU musste sich
ALBRECHTdie
Krone mit großen Zugeständnissen an die Erzbischöfe von
Mainz, Trier und Köln und auch an Wenzel von Böhmen erkaufen.
Während sich König ADOLF in
den Streit zwischen Frankreich und England auf die Seite Eduards
I. geschlagen hatte, hatte ALBRECHT
seit
1295 Kontakt mit
Philipp IV. dem Schönen
aufgenommen.
Die Begegnung der beiden Könige in Quatrevaux an der Maas (bei Toul)
stand unter dem Druck des KAPETINGERS,
die französische Grenze nach Osten zu verschieben. Man fürchtete,
ALBRECHT
wolle
wichtige Reichsgebiete preisgeben, um dem Hause
HABSBURG die französische Unterstützung bei der Errichtung
der Erbmonarchie zu sichern. ALBRECHTSVersuch,
einen Erbstreit um die Grafschaft Holland-Seeland zu Gunsten seines Hauses
zu wenden, schlug fehl. Frankreich duldete die HABSBURGER
nicht an der Rheinmündung. Die rheinischen Kurfürsten planten
im "Kurverein von (Nieder)heimbach" (bei Bingen) am 14. Oktober 1300 die
Absetzung ALBRECHTS. Der König
ging von der Reichsvogtei Ober-Schwaben aus erfolgreich gegen die rheinischen
Kurfürsten vor, zuerst gegen den Pfalzgrafen, dann gegen den Mainzer
(Belagerung von Bingen 1302); auch der Kölner musste sich schließlich
den Forderungen des Königs zur Preisgabe widerrechtlich errichteter
Zölle und Rückgabe von Reichsgut beugen. Nicht zuletzt dank der
Hilfe rheinischer Städte, die unter den Zöllen gelitten hatten,
war es dem König gelungen, den Kurverein von Niederheimbach zu vernichten.
Obwohl Bonifatius VIII. ALBRECHT nicht
anerkannt und ihn bei seinem Streit mit den Kurfürsten schwer bedroht
hatte, wahrte ALBRECHTdie Ruhe und
rechtfertigte sein Verhalten 1302. Die inzwischen aufs äußerste
getriebene Spannung zwischen Bonifatius VIII. (Bulle "Unam sanctam" 18.
November 1302) und Philipp IV. kam
ALBRECHT
zugute, der dem Papst einen Treu- und Gehorsamseid leistete und weiter
Zugeständnisse machte. Der Tod Bonifatius' VIII. brachte die Wende
dieser Politik.
Während ALBRECHTdie
Nachfolge Wenzels II., des Schwiegersohnes
Premysl II. von Polen (+ 1296), und
seine Krönung zum König von Polen in Gnesen 1299 hinnahm, trat
er der Nachfolge der PREMYSLIDEN in
Ungarn (Aussterben der ARPADEN 1301)
in der Gestalt Wenzels III. entgegen
und entschied sich mit Bonifatius VIII. für
Karl
Robert von Anjou. Jetzt soll ALBRECHTvon
Wenzel
all das zurückgefordert haben, womit er 1298 sein Königtum
vom Böhmen-König erkauft hatte, nämlich Meißen, Eger-,
Oster-, Pleißenland. Wenzel II. sollte
ferner auf Schlesien, Polen und Ungarn verzichten. Peter von Aspelt riet
Wenzel zu einem Bündnis mit Frankreich.
In Ungarn setzte sich Karl Robert von Anjou
durch. Während Rudolf III. von Habsburg
in Mähren einrückte, marschierte
ALBRECHTvon
Nürnberg auf Budweis, erlitt aber dann vor der Bergstadt Kuttenberg
eine Niederlage. Nach dem Tod Wenzels II. (1305)
schloss sein Sohn Wenzel III. mit ALBRECHT
den
Frieden von Prag und verzichtete auf Egerland und Meißen. Als Wenzel
III. 1306 ermordet wurde, gab ALBRECHT
Böhmen
als erledigtes Reichslehen an Rudolf III. von
Habsburg, der Wenzels II. Witwe
geheiratet hatte. Nach dem Tod Rudolfs III.
1307 verlangte eine böhmische Partei Herzog
Heinrich von Kärnten als König. Nachdem ALBRECHT
seinen Sohn Rudolf in Böhmen zur
Macht verholfen hatte, war er von dort in das Osterland eingebrochen, hatte
den Feldzug aber aufgeben müssen. In Erneuerung der Politik König
ADOLFS hatte er sich von Landgraf Albrecht den Verkauf Thüringens
bestätigen lassen; sein Hauptmann verlor aber 1307 die Schlacht bei
Lucka gegen die Söhne des Landgrafen, die die Erneuerung des wettinischen
Territoriums von Thüringen bis Meißen betrieben. Weil ALBRECHT
die
Ansprüche seines Neffen Johann
auf den Besitz des Hauses nicht anerkannte, wurde er von diesem meuchlings
erstochen.
Literatur:
-----------
NBI I - F. Kern, Die "Abtretung" des linken Maasufers
an Frankreich durch A. I., MIÖG 31, 1910 - F. Baethgen, Die Promissio
Albrechts I. für Bonifaz VIII. (Gedächtnisschr. G. v. Below,
1928), 75-90 - A. Hessl, Jahrbücher des Deutschen Reiches unter König
Albrecht I. von Habsburg, 1931 - A. Lhotsky, Geschichte Österreichs,
1967 - W. Leist, Landesherr und Landfrieden in Thüringen, 1975.
24.11.1274
oo Elisabeth von Görz-Tirol,
Tochter des Herzogs Meinhard II.
um 1262-28.10.1313
München
Wien
Kinder:
Rudolf III. König von Böhmen
um 1282-4.7.1307
Wien Horazdowitz bei Prag
FRIEDRICH (III.) DER SCHÖNE
um 1289-13.1.1330
Wien Gutenstein
Leopold I. der Glorwürdige Herzog von Österreich
vor 4.8.1290-28.2.1326
Wien
Straßburg
Albrecht II. der Weise Herzog von Österreich
12.12.1298-20.7.1358
Habsburg Wien
Heinrich der Freundliche Herzog von Österreich
um 1299-3.2.1327
Wien Bruck an der Mur
Meinhard Herzog von Österreich
um 1300- um 1301
Wien Wien
Otto der Fröhliche Herzog von Österreich
23.7.1301-17.2.1339
Wien Neuburg
Anna
um 1280-19.3.1328
Wien Breslau
1295
1. oo Hermann Markgraf von Brandenburg
um 1280- 1308
um 1311
2. oo Heinrich VI. Herzog von Schlesien-Breslau
28.3.1294-24.11.1335
Breslau Breslau
Agnès
18.5.1281-10.6.1364
Wien Königsfelden
13.2.1296
oo Andreas III. König von Ungarn
um 1275-14.1.1301
Slawonien Stuhlweißenburg
Elisabeth
um 1285-19.5.1352
Wien Nancy
1306
oo Friedrich IV. Herzog von Lothringen
15.4.1282-23.8.1328 gefallen
Nancy
bei Kassel
Katharina
Okt. 1295-18.1.1323
Wien Neapel
1316
oo Karl Herzog von Kalabrien
um 1290-10.11.1328
Neapel Neapel
Jutta
um 1300- März 1329
Wien Wien
26.4.1319
oo Ludwig VII. Graf von Öttingen
um 1300-29.9.1346
Harburg Weitra/Niederösterreich
Literatur:
-----------
Engel, Evamaria: Albrecht I., In Deutsche Könige
und Kaiser des Mittelalters, Urania-Verlag 1988, Seite 258-266 -
Franzl, Johann: Rudolf I. Der erste Habsburger auf dem deutschen
Thron, Verlag Styria 1986, Seite 108-286 - Höfer, Manfred:
Die Kaiser und Könige der Deutschen, Bechtle Verlag Esslingen 1994,
Seite 128-131 - Jaeckel, Gerhard: Die deutschen Kaiser. Die
Lebensgeschichten sämtlicher Monarchen von Karl dem Großen bis
Wilhelm II., Weltbild Verlag Augsburg, Seite 104-121 - Krieger,
Karl-Friedrich: Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. Bis Friedrich
III. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1994, Seite 42,54,67,75-99
- Reifenscheid, Richard: Die Habsburger. Von Rudolf I. Bis Karl
I. Verlag Styria Graz Wien Köln, 1982, Seite 10,19,21,24-33,37 - Schwennicke
Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann
GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 41 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband
1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 89 -