Dassel Grafen von
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Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 573
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Dassel, Grafen von
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Nach seinen Stammsitz Dassel (Nieder-Sachsen, Landkreis Northeim) am östlichen Solling sich nennendes edelfreies Geschlecht im südlichen Sachsen, das 1113 unvermittelt mit Reinold I. auftrat, zur Grafenwürde aufstieg und einen vom Stammsitz ausgehenden Herrschaftsbereich aufbaute. Grundlage dafür waren vielfältige Amts-, Lehens- und Familienverbindungen, die sich über den Solling mit der Grafschaft Nienover bis an die obere Weser und Diemel nach Hessen und andererseits bis nach Thüringen (LOBDEBURGER) erstreckten. Die DASSELER erreichten schon bald den Höhepunkt ihrer politischen Wirksamkeit, wobei sie im Kampf gegen Heinrich den Löwen standen und durch Rainald II., Hildesheimer Dompropst, späteren Erzbischof von Köln und Kanzler FRIEDRICHS BARBAROSSA, auch in enge Beziehung zum Reich traten. Aber schon unter Adolf I. erfolgte 1202 die Trennung in die beiden Linien Dassel und Nienover, womit der Keim für den bald beginnenden und rasch voranschreitenden Verfall dieses Geschlechtes gelegt wurde. Nicht zuletzt unter dem Druck benachbarter territorialer Mächte, so auch der WELFEN, setzte um die Mitte des 13. Jh. die Auflösung des Dasseler Herrschaftsbereiches ein: Die Besitzungen links des Weser wurden bald nach 1250 zumeist vom Erzbischof von Mainz, die um den Solling seit 1269 von den WELFEN erworben, während der Stammbesitz um Dassel den Bischöfen von Hildesheim 1310 veräußert wurde. 1325 starb das Grafengeschlecht mit Simon, Lehnsmann des Bischofs von Hildesheim, in der 6. Generation aus, nachdem der Nienover-Zweig bereits gegen Ende des 13. Jh. erloschen war. - Das Weichbild Dassel kam 1310 an Hildesheim und erhielt 1315 vom Bischof Stadtrecht; Pfarrkirche St. Laurentius.

Literatur:
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Hist. Stätten II, 107f. - E. Plümer, Gesch. der Stadt D., 1965 - J. Schildhauer, Die Gf.en v. D. Herkunft und Genealogie, 1966 [Lit.].
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