Stephana                                       Geliebte von Papst Johannes XII.
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    - um 963
 

Tochter des
 

Liudprands von Cremona: Seite 500,508
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"Werke" in: Quellen zur Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Band VIII

4. Inzwischen vergaß Papst Johannes das beeidete Versprechen, das er dem geheiligten Kaiser gegeben hatte, und schickte Boten an Adalbert, er möge zu ihm kommen, mit der eidlichen Zusage, ihm gegen des heiligsten Kaisers Macht zu helfen. Denn diesen Adalbert, den Verfolger der Kirchen Gottes und dieses Papstes Johannes, hatte der geheiligte Kaiser so mit Angst erfüllt, daß er ganz Italien verließ, nach Freinet flüchtete und sich dem Schutz der Sarazenen anvertraute. Der gerechte Kaiser konnte sich nicht genug verwundern, warum Papst Johannes den Adalbert, den er vorher mit heftigem Haß verfolgt hatte, nur so lieb habe. Er bestellte daher einige seiner Vertrauten zu sich und sandte sie nach Rom, um zu erkunden, ob das wahr sei. Dort angekommen, erhielten die Boten, nicht etwa von dem ersten besten oder von wenigen, sondern von sämtlichen römischen Bürgern den Bescheid: "Es ist offenbar ein und dasselbe, wenn Papst Johannes den heiligsten Kaiser, seinen Erretter aus den Händen Adalberts, und wenn der Teufel den Schöpfer haßt. Vom Kaiser haben wir in Wirklichkeit die Erfahrung gemacht, daß er kennt, tut und liebt, was Gottes ist; geistliche und weltliche Dinge schützt er mit seinen Waffen, ziert er durch seinen Wandel, bessert er durch seine Gesetze; Papst Johannes aber ist diesem allem feind. Was wir sagen, ist dem Volke kein Geheimnis. Wir berufen uns auf die Witwe Rainers, seines eigenen Dienstmannes, welche er, von blinder Leidenschaft entbrannt, über viele Städte gesetzt und mit goldenen Kreuzen und Kelchen aus dem unantastbaren Schatz des heiligen Petrus beschenkt hat. Wir berufen uns auf Stephana, seine Muhme [9 amita soll hier die Geliebte des Vaters bezeichnen.], die bei der Abtreibung einer von ihm empfangenen Leibesfrucht vor kurzem das Leben verloren hat. Und wenn alles schweigen sollte, so wird doch der Lateranische Palast, einst die Wohnung heiliger Männer, jetzt der Tummelplatz unzüchtiger Weiber, nicht stille sein von der Muhme, die zugleich sein Weib ist, der Schwester einer anderen Beischläferin Stephania. Wir berufen uns ferner auf die Abwesenheit der Frauen aller Völker, außer den Römerinnen; denn sie scheuen sich, zum Gebet zur Schwelle der heiligen Apostel zu kommen, da sie vernommen haben, daß er noch vor wenigen Tagen Ehefrauen, Witwen und Jungfrauen Gewalt angetan hat. Wir berufen uns auf die Kirchen der heiligen Apostel, welche das Regenwasser nicht etwa tropfenweise, sondern durch das ganze Dach den Platzregen sogar auf die geheiligten Altäte einlassen. Wie ängstigt uns das Gebälk, wenn wir dort um Gottes Beistand flehen!
10. Als diese nun Platz genommen hatten und größte Stille herrschte, begann der heilige Kaiser also: "Wie schicklich wäre es doch, wenn der Herr Papst Johannes bei dieser herrlichen und heiligen Versammlung dabei wäre. Warum er aber einer so angesehenen Synode ausgewichen ist, danch fragen wir euch, o heilige Väter, die ihr mit ihm gelebt und gearbeitet habt."
Da erhob sich der Kardinalpriester Petrus und bezeugte, daß er gesehen habe, wie der Papst die Messe gefeiert habe, ohne zu kommunizieren. Bischof Johannes von Narni und der Kardinaldiakon Johannes erklärten, sie hätten gesehen, wie jener einen Diakon in einem Pferdestall und nicht zu der festgesetzten Zeit geweiht habe. Der Kardinaldiakon Benedictus und die übrigen Diakone und Priester sagten aus, sie wüßten, daß der Papst Bischofsweihen für Geld erteile und daß er einem zehnjährigen Knaben zum Bischof von Todi geweiht habe. Nach dem Kirchenraub, sagten sie, brauche man nicht zu fragen, denn darüber belehre uns der Augenschein besser als alle Worte. Über seine ehebrecherischen Handlungen sagten sie aus, sie hätten dergleichen mit Augen nicht gesehen, wüßten aber ganz gewiß, daß er mit der Witwe des Rainer, mit der Stephania, einer Beischläferin seines Vaters, und mit der Witwe Anna und ihrer Nichte Unzucht getrieben und den heiligen Palast zu einem Hurenhaus und Bordell gemacht habe.
 
 
 
 

Literatur:
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Liudprands von Cremona: Werke in: Quellen zur Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Band VIII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1977 Seite 500,508 -