Alberich III.                                     Graf von Tusculum
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um 975- nach 1032/vor 1044
             um 1037 (Lex.d. MA)
 

Ältester Sohn des Grafen Gregor I. von Tusculum und der Maria
Nach Knut Görich Sohn des Gregorius Miccinus
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Seite 1122
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Tusculum, Grafen von
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Erster bekannter Träger 'de Tusculana' war Gregorius, Flottenpräfekt (999), vielleicht ein Bruder Papst Johannes' XII. (956-964) und Sohn Alberichs II. Erster Träger des Grafentitels (comes palatinus Lateranensis und Graf von Tusculum) war hingegen dessen Sohn Alberich (+ um 1037), anscheinend der früheste Beleg für den Gebrauch des Grafentitels in Latium. Stets auf kaiserlicher Seite stehend, gewannen die TUSKULANER im Kampf mit den CRESCENTIERNdie Vormacht und setzten die Wahl von drei Mitgliedern ihrer Familie zu Päpsten durch: der Söhne Gregors, Benedikt VIII. (1012-1024) und Johannes XIX. (1024-1033), sowie des Sohnes von Alberich, Benedikt IX. (1033-1044,1048).



Thiele, Andreas: Tafel 394
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

ALBERICH III.
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    + nach 1032

Graf von Tusculum und Palatino

Schwang sich zum Consul und Herzog von Rom auf, während die Brüder Päpste waren. Er besaß großen Einfluß an der Kurie und in Rom und setzte durch Bestechung die Wahl seines Sohnes durch.



Alberich III. beherrschte gemeinsam mit seinen Brüdern, die als Benedikt VIII. und Johannes XIX. den päpstlichen Stuhl innehatten, die Stadt Rom. Nach dem Tode Johannes' XIX. unterstützte Kaiser KONRAD II. die Wahl von Alberichs Sohn zum Papst, der als Benedikt IX. eine unwürdige Rolle spielte.

Görich Knut: Seite 252
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"Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus."

Die Grafen von Tusculum  waren es, die nach allgemeiner Ansicht den größten Vorteil aus dem blutigen Schauspiel der Hinrichtung des Crescentius Nomentanus zogen: Graf Gregor I. von Tusculum, der Vater der späteren TUSCULANER-Päpste, und sein Sohn Alberich III. sollen als praefectus navalis bzw. imperialis palatii magister in kaiserliche Dienst getreten sein und die Hinrichtung ihres alten Gegners in eigenen Machtzuwachs umgemünzt haben. Jedoch gibt es Einwendungen gegen diese Deutung. Ist die Zuordnung Gregors I. von Tusculum zum Kreis der römischen Parteigänger OTTOS III. also nicht zwingend, so gilt dies noch weniger für seinen Sohn Alberich III. In derselben Urkunde, in der Graf Gregor praefectus navalis genannt wird, erscheint auch der imperialis palatii magister Alberich, den man im Wissen um den 1013 erstmals als consul et dux belegten Bruder der TUSCULANER-Päpste Benedikt VIII. und Johannes XIX. für einen Sohn Gregors I. von Tusculum hält. Der Quellentext selbst widerspricht jedoch dieser Identifikation: Der Reihenfolge der Namen nach zu schließen war Alberich nicht der Sohn Gregors von Tusculums, sondern des Gregorius Miccinus.

Herrmann, Klaus-Jürgen: Seite 1,4,8,18,19-20,22
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"Das Tuskulanerpapsttum (1012-1046)"

Als Anführer der Umsturzpartei erschienen die drei Brüder Alberich, Theophylakt und Romanus, Söhne des Gregor von Tuskulum und seiner Frau Maria.
Stammsitz der TUSKULANER, dieser "wilden Barone", war das steile und befestigte Tuskulum, auf einem Hügel des albanischen Vulkans über Frascati gelegen, 21 km auf der via Tuscolona von Rom entfernt.
OTTO III. ernannte den TUSKULANER-Grafen Gregor I. zum Seepräfekten und dessen wohl ältesten Sohn Alberich zum kaiserlichen Palastmagister.
Im Jahre 1012 verblieb zwar der Oktavianer Crescentius im Amt des Stadtpräfekten, indem aber Papst Benedikt VIII. ihm als "consul et dux" seinen Bruder Alberich III. zur Seite stellte, der auf päpstliches Gebot hin Gericht hielt, traten des ersteren Richterfunktionen in den Hintergrund und wurde seine frühere Machtbasis entscheidend gemindert.
Der Bruder des Papstes, Alberich III., der bisher als "consul et dux" im Auftrag Benedikts VIII. Gerichtsbefugnisse des Stadtpräfekten mitübernommen hatte, wurde offensichtlich von Johannes XIX. aus diesem Amt abberufen und erhielt dafür ein päpstliches Hofamt als "comes sacri Lateranensis palatii". Es scheint, daß sich nur einer mit der Machtaufteiling im Rom und seiner neuen Position nicht abfinden konnte: der eigene Bruder des Papstes, Alberich III.Vielleicht wollte Alberich III. zu dieser Zeit auch nur eine Machtverschiebung vom Papst zur tuskulanischen Familie erreichen, um über eine Art von "Gewaltenteilung" eine ähnliche Stellung gegenüber dem Papsttum beziehen zu können wie sein großer Ahn Alberich II. Sollte sich Alberich je erstlich mit dem Gedanken einer teilweisen Entmachtung des Papstes getragen haben, so mußte er bis Oktober 1032 warten, als der Tod seines Bruders Johannes XIX. für ihn die Möglichkeit eröffnete, über den eigenen Sohn als Papst mehr politischen Einfluß zu gewinnen.
Als Johannes XIX. am 20. Oktober 1032 verstarb, war sein Bruder Alberich III. der letzte Überlebende der drei Brüder, die im Mai des Jahres 1012 die Macht für ihr Haus errungen hatten. An ihm, dem Familienoberhaupt, lag es nun, den tuskulanischen Einfluß weiterhin zu sichern. Bereits zwei Tage nach dem Tod des Bruders gelang es dem Grafen durch Zugeständnisse an die Wählerschaft und den Adel, seinen Sohn Theophylakt, noch Laie, als Benedikt IX. wählen und krönen zu lassen. Sollte der Vater Benedikts IX., Alberich III., die stille Hoffnung gehegt haben, über seinen Sprößling mehr Einfluß auf die päpstliche Politik gewinnen zu können, so sah er sich darin getäuscht. Der Papst wußte es klug zu vermeiden, sich zum Spielball adelspolitischer Interessen degradieren zu lassen. So verschwand der Vater - letztlich vielleicht auch zufrieden damit, daß sein Sohn die Papstwürde so souverän behauptete - von der öffentlichen Bühne der stadtrömischen Politik, um fortan vielleicht das beschauliche Leben eines Privatiers zu führen .
 
 
 
 

  oo Ermilina
             -
 
 
 
 

Kinder:

  Gregor II. Graf von Tusculum
         -   1054

  Benedikt IX.
  um 1000/21- Ende 1055

  Guido
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  Petrus
        -

  Oktavian
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Literatur:
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Görich Knut: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995 Seite 252 - Herrmann, Klaus-Jürgen: Das Tuskulanerpapsttum (1012-1046), Anton Hiersemann Stuttgart 1973 Seite 1,4,8,18,19-20,22,23,38,153 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan: Otto III. Heinrich II. Eine Wende? Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997 Seite 331 A - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 394 -