Tochter des Oddone Colonna aus der Linie von
Palestrina
Lexikon des Mittelalters: Band III Seite 57
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Margherita Colonna selig
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* um 1255, + 30. Dezember 1280
Aus der Linie der Colonna von Palestrina. Tochter
des Oddone, Schwester des Senators Giovanni und des Kardinals
Giacomo, unter dessen geistigen Einfluß sie stand. Bereits in
früher Jugend verwaist, lehnte Margherita
die ihr von ihrem älteren Bruder vorgeschlagenen Ehen ab und äußerte
den Wunsch, der Welt zu entsagen. Ihre Absicht, in den Klarissenkonvent
in S. Damiano, Assissi, einzutreten, scheiterte offenbar an ihrem angegriffenen
Gesundheitszustand. Nach einem Versuch, als Oblate des Marienheilgtums
der Mentorella (Latium) zu leben und einer kurzen Periode im Dienst einer
römischen Büßerin, wählte Margherita
anscheinend
für sich und die kleine Gemeinschaft frommer Frauen, die ihrem Beispiel
gefolgt waren, eine Leben in Buße, Armut und Gehorsam, das stärker
auf tätige Nächstenliebe (Hilfe für Bedürftige und
Kranke) als von Kontemplation und Zurückgezogenheit ausgerichtet war.
Wie viele Frauen ihrer Zeit hatte sie zahlreiche Christusvisionen, die
alle entscheidenden Phasen ihres Lebens prägten. Ihre letzten Jahre
waren von Krankheit gezeichnet. Ihr Leben ist von uns vor allem durch die
- höchstwahrscheinlich - von ihrem Bruder Giovanni
verfaßte
Biographie bekannt. Die von ihr gegründete Kommunität ließ
sich bald nach Margheritas
Tod
in dem römischen Kloster S. Silvestro in Capite nieder; von Honorius
IV. erhielten die frommen Frauen die Erlaubnis, die Regel der Sorores
Minores der seligen Isabella von Frankreich anzunehmen.
So wurde S. Silvestro in Capite das zweite Frauenkloster des Franziskanerordens
in Rom und ein wahres "Hauskloster" der COLONNA. Der Kult Margheritas
wurde 1847 von Pius IX bestätigt.