Giacomo Colonna                           Kardinal
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    -12.8.1318
 

Sohn des Oddone Colonna aus der Linie der Colonna von Palestrina
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Seite 54
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Colonna Giacomo
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     + 12. August 1318

Aus der Linie der Colonna von Palestrina, Sohn des Oddone, Archipresbyter von S. Maria Maggiore in Rom bis 10. Mai 1297 und erneut seit 4. April 1306, Kardinaldiakon von S. Maria in Via Lata, vom 12. März 1278 bis 10. Mai 1297, Kardinal ohne Titulus seit dem 14./15. Dezember 1305. Sympathisierte mit den Franziskanerspiritualen. Nach dem Tod von Nikolaus IV. suchte Giacomo zusammen mit seinem Neffen Kardinal Pietro, die Macht der COLONNA zu sichern. Gemeinsam mit seinen Verwandten geriet er in Konflikt mit Bonifatius VIII. aus der rivalisierenden Familie CAETANI. Am 10. Mai 1297 wurden Giacomo und Pietro ihres Kardinalamts enthoben, während sie gleichzeitig mit dem Manifest von Lunghezza die Rechtmäßigkeit des Papstes bestritten. Am 23. des gleichen Monats wurden ihnen und ihren Familienangehörigen ihre Güter und Rechte entzogen. Nachdem Bonifatius VIII. gegen die COLONNA zu einem richtigen Kreuzzug aufgerufen hatte, unterwarfen sich Giacomo, Pietro und dessen Brüder am 15. Oktober 1298 dem Papst. Sie wurden nach Tivoli verbannt, wovon sie vermutlich im Juli 1299 flohen. Nach dem Tod Bonifatius`VIII. kehrten sie nach Rom zurück, wurden am 23. Dezember 1303 zusammen mir ihren Verwandten rehabilitiert und von Clemens V. am 14./15. Dezember 1305 wieder in ihre Kardinalwürde eingesetzt (Bestätigungsbulle am 2. Februar 1306). Seit 1310 an der Kurie in Avignon, fungierte Giacomo als Zeuge in dem Prozeß gegen Bonifatius VIII. und in dem Kanonisationsverfahren Coelestins V. Beim Konzil von Vienne hatte er in der Frage der Franziskanerobservanz eine Vermittlerrolle inne. Im Februar 1316 setzte er sich zugunsten der Spiritualen der Provence ein. Von 1311 an beherbergte er bei sich den Spiritualen Angelus Clarenus, der auch bei seinem Tod in Avignon gegenwärtig war. Giacomo ist auf dem Apsis-Mosaik von S. Maria Maggiore in Rom dargestellt.

Literatur:
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L. Oliger, AfrH 16, 1923, 331ff. - E. Müller, Das Konzil v. Vienne (1311-1312), 1934.