Jüngere Tochter des Herzogs
Gottfried III. der Bärtige
von Nieder-Lothringen (†
21.12.1069) aus dem Hause ARDENNE aus seiner
1. Ehe mit der Doda
Schwester von Herzog Gottfried
IV. dem Buckligen von Nieder-Lothringen († 26.2.1076 ermordet), Gräfin Ida von Boulogne († 13.4. 1113)
Nichte von Herzog Gozelo II. von Nieder-Lothringen (†
1046 vor 22.5.), Papst Stephan IX. (†
29.3.1058)
Enkelin
von Herzog Gozelo I.
von
Nieder-Lothringen († 19.4.1044) und der N.N.
D. Mertens sieht in Wiltrud
eine
Tochter Gottfrieds aus
seiner
2. Ehe mit der Beatrix von
Ober-Lothringen, Tochter von Herzog
Friedrich II. und der Mathilde von Schwaben,
Groß-Nichte der Römischen
Kaiserin Gisela von
Schwaben († 15.2.1043)
Brandenburg Erich: Tafel 38
Seite 76
****************
"Die Nachkommen Karls des
Großen."
XI.
210a. WILTRUD
----------------------------
* ...., †
1093
Gemahl:
-----------
ADALBERT II. VON CALW
†
1099 22. IX.
Neben Adalbert
aber erhält im
11. Jahrhundert
noch seine Frau Wilcha einen
ehrenvollen
Platz bei der Gründung zugewiesen, und ihr Einfluß bei
diesem
Akt wird hervorgehoben. Im DH IV 280 heißt es: "precibus ... Wilchae
... adhortatus"
habe Adalbert das
Kloster
gegründet.
In der Vita Wilhelmi wird berichtet, dass sie Abt
Wilhelm
unterstützte bei seinem Ringen mit Adalbert
um die Befreiung
der Abtei vom Eigenkirchenstatus. Wenn man der etwas anektodenhaften
Darstellung
der Vita Glauben schenken will, so hat
Adalbert eine Urkunde,
deren
Inhalt mit Wilhelm abgesprochen
war, in der die Freiheiten des Klosters
garantiert wurden, insgeheim durch eine andere ersetzt, die der
König
bestätigte, die aber noch schärfer die Rechte des
Eigenklosterherrn
betonte. Diese Aktion ihres Gatten verriet nun Wilcha
an
den Abt und gab ihm so die Möglichkeit, dagegen einschreiten zu
können.
Entkleidet man die Erzählung ihres legendenhaften Charakters, so
bleibt,
dass Wilcha
Ansichten hatte, die
denen
Wilhelms näher
standen als
denen Adalberts, und
dass sie
diese
auch gegen ihren Gatten vertrat. Der Einfluß Wilchas,
die immer wieder mit Bitten ihren Mann bestürmte, wird es gewesen
sein, der Adalbert bestimmte,
1059 endlich sein dem Papst
gegebenes
Versprechen einzulösen und die Wiederinstandsetzung des Klosters
energisch
zu betreiben.
Ein Schlaglicht auf die Bedeutung und das Ansehen
dieser
Frau wirft die Tatsache, dass Papst
Gregor VII., als er im
Jahre 1074
einen
Brief an den Grafen Adalbert
schrieb, die Gemahlin in der Adresse
mit nannte - ein Einzelfall im ganzen Gregor-Register.
Wir müssen
uns
Wilcha
also
als profilierte Frau vorstellen. War es nun die Kraft ihrer
Persönlichkeit,
die ihr starken Einfluß auf die Aktion ihres Mannes gab? Sicher
war
dies der Fall, aber das Ansehen ihres
Vaters, des
Herzogs
Gottfried von Lothringen,
der einer der mächtigsten
Reichsfürsten
war, wird ihr den Rücken gestärkt haben.
Leider ist das Jahr nicht überliefert, in dem
diese
Verbindung zustande kam. Wenn man aber die politischen
Möglichkeiten
Gottfrieds im Laufe
seines Lebens ins Auge faßt und den
Zeitpunkt
sucht, in dem er am ehesten bereit war, in eine Verbindung mit dem an
Macht
weit unterlegenen CALWER
einzuwilligen, so kommt man auf die
ersten
Jahre nach 1049. Als Vermittler muß wohl Leo IX. angesehen
werden.
Durch seine Fürsprache hatte er dem Herzog nach dessen Aufstand
das
Leben gerettet.
Was aber waren die Gründe, die Leo bewogen,
diese
Heirat anzustreben? Erst einmal sorgte er damit für ein
gesteigertes
Ansehen der mit ihm eng verwandten Familie Adalberts. Nicht
minder
aber wird in seine Pläne gepaßt haben, dass Wilcha
aus einem Lande kam, in dem man schon früh mönchische
Reformen
erstrebte und monastische Frömmigkeit schätzte. Als Bischof
von
Toul wird er oft am Hofe des Herzogs geweilt haben, in dessen
Machtbereich
sein Bistum lag. Bestimmt hat er die Herzogs-Tochter gekannt. Sicher
wußte
er, dass sich mönchischen Reformen zugetan war. So konnte er damit
rechnen, dass Wilcha
in dieser Richtung einen starken Impuls in ihre neue Heimat
tragen würde. Dass Adalbert
aber die für ihn ehrenvolle
Verbindung abgelehnt hätte, war nicht zu erwarten.
Mertens, Dieter: Band I Seite
244
**************
"Vom Rhein zur Rems. Aspekte
salisch-schwäbischer
Geschichte." in: Die Salier und das Reich
oo Adalbert II. Graf von Calw
um 1025/30
† 22.9.1099
Kinder:
Gottfried Pfalzgraf bei Rhein
1075
† 6.2.1131/33
(Judith von Calw)
†
27.9.1091
oo Hermann I. Markgraf von
Baden
um
1045
† 25.4.1074
Adalbert III.
Graf von Calw
† 1094
Bruno Bischof von Metz (1088-1089)
† 1099
Irmengard von Calw
†
oo 1. Rudolf Graf von Bregenz
um 1085
† 27./28.4.1160
Uota von Calw
†
oo Sigehard Graf von Wolfsölden
† 1100/20
Literatur:
-----------
Bergmann
Hans-Walter: Der Löwe von Calw - Pfalzgraf Gottfried, des Kaisers
Stellvertreter. Geschichtliches aus der Glanzzeit der Calwer Grafen und
ihres Stifterklosters Hirsau" Seite 93 - Brandenburg
Erich: Die Nachkommen Karls
des
Großen.
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 38 Seite 76 - DIE SALIER UND DAS REICH. Gesellschaftlicher
und
ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier. (Hg.) Stefan
Weinfurter.
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Band I Seite 244 - Glocker
Winfrid: Die Verwandten der Ottonen
und
ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989
Seite 346 - Kurze,
Wilhelm: Adalbert und
Gottfried von
Calw,
in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte Band
24,
1965, Seite 241-308 - Thiele,
Andreas:
Erzählende
genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G.
Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 52 -