Schmid
Karl: Seite 17,28,78,80,83,86-88,91-93,122
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"Kloster Hirsau und sein Stifter"
Bisher ist lediglich bekannt, daß ein Mitglied der
Stifter-Familie, nämlich Noting,
das Amt eines Reichs-Bischofs in
Italien bekleidet hat. In
Erlafrid, dem Schenker an
Lorsch von 769, ist
einer seiner Vorfahren zu erkennen. Aufgrund mehrerer Einträge in
den Gedenkbüchern von Reichenau und Brescia sind wir jedoch in der
Lage, in das Gefüge der Hirsauer
Stifter-Familie tieferen
Eiunblick zu nehmen. Gleich im Eintrag I (Reichenau) tritt uns eine
Gruppe von 50 Personen entgegen, in der Träger der Namen Erlafrid
(dreimal), Noting
(zweimal), Thietlind (dreimal)
und Kunigund (dreimal)
öfters genannt sind, das heißt den Kern einer
großen Personengruppe bilden. Da nun die gleichen Namen im
kleineren, offenbar nurmehr zwölf Personen umfassenden Eintrag II.
(Brescia) wiederkehren, besteht kein Zweifel, daß Erlafrid,
Noting, Thietlind und Kunigund verwandtschaftlich
aufs engste
zusammengehören. Es handelt sich augenscheinlich um die
Stifter-Familie der Aureliuszelle, die das Gerippe von Eintrag I
darstellt. Außerdem kehren die Namen Richgund und Nanther des
Eintrags I (Reichenau) im Eintrag II (Brescia) wieder.
Wir könnten nicht wagen, den in den Einträgen der Hirsauer
Stifter-Sippe vorkommenden Nanther mit einem der
gleichnamigen
Großen aus dem Mittelrhein-Gebiet in Zusammenhang zu bringen,
wenn nicht bekannt wäre, daß die Gemahlin des "dux
Nantharius", des
Klosterstiftes von Münster-Dreisen (863/64),
Kunigunde hieß. Da
aber gerade Kunigunde ein
in der Hirsauer
Gründer-Sippe besonders bevorzugter Name gewesen ist und die
Lage der Besitzungen der Hirsauer
Stifter ohnehin ins fränkische
Gebiet tendiert, ist die Annahme einer Verwandtschaftsbeziehung
zwischen den beiden Familien sicherlich begründet. Sie dürfte
wohl kognatischer Art gewesen sein [36 Wahrscheinlich kam Kunigund aus
der Familie der Hirsauer Stifter.].