Sohn des
N.N., Verwandter von Gräfin
Imma im
Kraichgau († nach 784) und
der
Franken-Königin Hildegard († 30.4.783)
Bühler
Heinz: Seite 719,722
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"Adel,
Klöster und
Burgherren im alten Herzogtum Schwaben"
Schmid
Karl: Seite 17,28,78,80,83,86-88,91-93,122
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"Kloster Hirsau und sein Stifter"
Da ein Erlafrid im Jahre 769
Besitz
in Gültstein an Lorsch tradieret hat - König
Pippin und Erlafrid also
Zeitgenossen gewesen sind - wird man, so schließt Mettler, die
Beobachtungen
von archäologischer Seite mit Hilfe der literarischen Quellen so
zu
deuten haben, "dass eine schon unter
Pippin von
dem alemannischen Großen Erlafrid
ausgegangene kirchliche, wohl schon klösterliche
Niederlassung um
830 durch einen seiner Nachkommen, den Bischof
Noting von Vercelli,
in
den Besitz der Aurelius-Reliquie gelangte
und eine religiöse, organisatorische und bauliche Umgestaltung
erfuhr,
die einer Neugründung gleichkam.
Auch der bislang angezweifelte Erlafrid,
der durch die
Gedenkbucheinträge der Klöster Reichenau und St. Giulia in
Brescia für das 9. Jahrhundert ausgewiesen ist, erhält
nunmehr seinen ihm sicherlich zustehden Platz in der
Gründungsgeschichte des Klosters. Ein solches Ergebnis hat
allerding Konsequenzen für die Beurteilung der Nachricht Bertholds
über die angebliche Klostergündung durch Erlafrid zu Zeiten
Pippins. Sie ist in bezug
auf die Klostergründung nicht
glaubwürdig; wissen wir doch, daß die Klosterkirche
erst nach der Aureliustranslation gebaut worden ist.
Den Zusammenhang mit den Hirsauern Stiftern
stellt eine Schenkungsnotiz des Lorscher Codex her, aus der wir
erfahren, daß ein Erlafried
im Jahre 769 eine Besitzschenkung in
Gültstein (bei Herrenberg) an das Nazarius-Kloster vorgenommen
hat. Da nach dem zweiten Gründungsbericht im Hirsauer Codex (f
25a) Erlafrid die
Aureliuszelle mit Besitz im gleichen Gültstein
ausstattete, den Graf Adalbert von Calw laut D H IV
280 bei der
Wiedergründung des Klosters restituiert hat, wird man Erlafrid,
den Schenker an Lorsch von
769, als Vorfahren Erlafrids und Notings
ansehen müssen.
Bisher ist lediglich bekannt, daß ein Mitglied der
Stifter-Familie, nämlich Noting,
das Amt eines Reichs-Bischofs in
Italien bekleidet hat. In
Erlafrid, dem Schenker an
Lorsch von 769, ist
einer seiner Vorfahren zu erkennen. Aufgrund mehrerer Einträge in
den Gedenkbüchern von Reichenau und Brescia sind wir jedoch in der
Lage, in das Gefüge der Hirsauer
Stifter-Familie tieferen
Eiunblick zu nehmen. Gleich im Eintrag I (Reichenau) tritt uns eine
Gruppe von 50 Personen entgegen, in der Träger der Namen Erlafrid
(dreimal), Noting
(zweimal), Thietlind (dreimal)
und Kunigund (dreimal)
öfters genannt sind, das heißt den Kern einer
großen Personengruppe bilden. Da nun die gleichen Namen im
kleineren, offenbar nurmehr zwölf Personen umfassenden Eintrag II.
(Brescia) wiederkehren, besteht kein Zweifel, daß Erlafrid,
Noting, Thietlind und Kunigund verwandtschaftlich
aufs engste
zusammengehören. Es handelt sich augenscheinlich um die
Stifter-Familie der Aureliuszelle, die das Gerippe von Eintrag I
darstellt. Außerdem kehren die Namen Richgund und Nanther des
Eintrags I (Reichenau) im Eintrag II (Brescia) wieder.
Damit aber ergibt sich auch die zeitliche Einordnung der uns
interessierenden Personengruppe Astat/Erlafrid
in das Jahr 856. Wie wir
unter den Persönlichkleiten, die mit Kaiser LUDWIG II. und
Angelberga im Mai 856 in
Brescia weilten, Astat und
Eralfrid antreffen,
so begegnet uns ein Astat
in der zwischen Eintrag IV
eingeschriebenen Personenreihe (Hand B), in der sich Nchfahren
Eberhards von Friaul und Hugos von Tours zu erkennen
geben. Taucht aber
ein Astat erneut in so
vornehmer Gesellschaft auf und zudem etwa zu dem
Zeitpunkt (ca. 864 bis vor 875), als ein Astat seine Schwester
Swaneburg an S.Giulia
übergeben hat, dann wird man kaum an
verschieden Personen denken.
Wir könnten nicht wagen, den in den Einträgen der Hirsauer
Stifter-Sippe vorkommenden Nanther
mit einem der gleichnamigen
Großen aus dem Mittelrhein-Gebiet in Zusammenhang zu bringen,
wenn nicht bekannt wäre, daß die Gemahlin des "dux
Nantharius", des Klosterstiftes von Münster-Dreisen
(863/64),
Kunigunde hieß. Da
aber gerade Kunigunde ein
in der Hirsauer
Gründer-Sippe besonders bevorzugter Name gewesen ist und die
Lage der Besitzungen der Hirsauer Stifter ohnehin ins fränkische
Gebiet tendiert, ist die Annahme einer Verwandtschaftsbeziehung
zwischen den beiden Familien siherlich begründet. Sie dürfte
wohl kognatischer Art gewesen sein [36 Wahrscheinlich kam Kunigund aus
der Familie der Hirsauer Stifter.]. Darf man im Namen Cundpret (Eintrag
I) einen Kunibert erblicken,
dann könnte in Erwägung
gezogen werden, ob die Hirsauer Stifter nicht auch mit der Familie des
Grafen Kunibert verwandtschaftlich
verbunden gewesen sind. Kuniberts
Besitzungen, die an das Kloster Fulda gelangten, lagen ja zum Teil im
Bereich des mittleren Neckar in geradzu auffallender Nachbarschaft mit
solchen der späterne Grafen von Calw und Vaihingen und zudem war
Kuniberts Nachkomme Walpert Graf in Verona, wo zur
gleichen Zeit
(um 840) Noting Bischof
gewesen ist.
Die Nachbarschaft der
Wirkungskreise im Nagoldtal, die
Besitzvergesellschaftung
an drei auseinander liegenden Orten und das Erscheinen der Namen Gerold
und
Udalrich im
Gedenkbucheintrag der Hirsauer
Stiftersippe, diese Indizien
reichen aus für die Annahme, die Hirsauer Stifterfamilie habe
der
Familie Gerolds verwandtschaftlich und damit gesellschaftlich
nahegestanden.
Der Name Erlafrid
scheint eine
gewisse Vorrangstellung in der Familie eingenommen zu haben. Daneben
wurden
auch die Namen Noting
und Astat bevorzugt,
unter den Frauennamen
Thietlind
und Kunigund.
Literatur:
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Bühler
Heinz: Adel,
Klöster und
Burgherren im alten Herzogtum Schwaben Anton H. Konrad Verlag 1997
Seite
719,722 - Schmied
Karl: Kloster Hirsau und
seine Stifter Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band IX
Freiburg im Breisgau 1959 Seite
17,20,28, 69,78,80,86-88,91-93,122
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