Erlafrid                                        Graf in Alemannien 769
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Sohn des N.N., Verwandter von Gräfin Imma im Kraichgau (nach 784) und der Franken-Königin Hildegard (30.4.783)

Bühler Heinz: Seite 719,722
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"Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben"

Gerold der Jüngere ( 799), Immas Sohn, stellte in Nagold 786 eine Urkunde für St. Gallen aus, mit welcher er diesem Kloster seinen Besitz in 15 Ortschaften der "Pirihtilinbaar" um den oberen Neckar übertrug. Ein naher Verwandter namens Erlafried, wohl gleichfalls ein Vetter Immas, schenkte 769 ebenfalls in Gültstein. Er ist wohl der Großvater jenes jüngeren "Grafen" Erlafried, der 830 mit seinem Sohn Noting, Bischof von Vercelli, das St. Aurelius-Kloster in Hirsau stiftete. Erlafried gab dazu Gut in Hirsau, Stammheim, Deckenpfronn, Gültstein (12 Huben), Maichingen, Döffingen, Münklingen, wohl auch in Merklingen, sowie eine Anzahl Weiler im Nagoldtal. Sein Sohn Noting aber schenkte dem Kloster Reichenau Gut in Hirsau, Stammheim, Gechingen, Möttlingen und anderen Orten, darunter solche, in denen auch Gerold der Jüngere begütert war.
Das Bild wäre unvollständig, würden wir nicht auch den Zweig des alemannischen Herzogs-Hauses weiterverfolgen, dem die ERLAFRIEDE angehörten. Dieser Zweig müßte unseres Erachtens von einem Bruder oder einer Schwester des Herzogs Nebi (720-724) ausgehen. Zwar läßt sich keine Filiationsreihe von den bekannten Gliedern des 8. und 9. Jahrhunderts zu deren Rechtsnachfolgern erstellen. Doch werden Erlafried der Jüngere, der Gründer der Aureliuszelle in Hirsau 830, und sein Sohn Bischof Noting als "parentes" des Grafen Adalbert II. von Calw bezeichnet, der 1059 mit der Wiederherstellung des verfallenen und entfremdeten Aurelius-Kloster begann. "Parentes" meint die Vorfahren allgemein, und zwar hier wohl in cognatischem Sinn.
Zu den Nachkommen der Herzogs-Sippe, speziell des Zweiges der ERALFRIEDE, gehören gewiß auch die Nagold-Grafen, die in den älteren Generationen den Namen Anshelm bevorzugten und sich seit 1078/81 nach ihrem Sitz Tübingen benannten. Als Grafen sind sie die Rechtsnachfolger der GEROLDE und mindestens seit 966, wenn nicht schon 911, nachweisbar. Karl Schmid hat anhand von Verbrüderungseinträgen nachgeweisen, daß sie einerseits mit den ERLAFRIEDEN, andererseits mit den Grafen von Calw verbunden sind (Adalbert-Anshelm-Sippe).
 

Schmid Karl: Seite 17,28,78,80,83,86-88,91-93,122
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"Kloster Hirsau und sein Stifter"

Da ein Erlafrid im Jahre 769 Besitz in Gültstein an Lorsch tradieret hat - König Pippin und Erlafrid also Zeitgenossen gewesen sind - wird man, so schließt Mettler, die Beobachtungen von archäologischer Seite mit Hilfe der literarischen Quellen so zu deuten haben, "dass eine schon unter Pippin von dem alemannischen Großen Erlafrid ausgegangene kirchliche, wohl schon klösterliche Niederlassung um 830 durch einen seiner Nachkommen, den Bischof Noting von Vercelli, in den Besitz der Aurelius-Reliquie gelangte und eine religiöse, organisatorische und bauliche Umgestaltung erfuhr, die einer Neugründung gleichkam.
Auch der bislang angezweifelte Erlafrid, der durch die Gedenkbucheinträge der Klöster Reichenau und St. Giulia in Brescia für das 9. Jahrhundert ausgewiesen ist, erhält nunmehr seinen ihm sicherlich zustehden Platz in der Gründungsgeschichte des Klosters. Ein solches Ergebnis hat allerding Konsequenzen für die Beurteilung der Nachricht Bertholds über die angebliche Klostergündung durch Erlafrid zu Zeiten Pippins. Sie ist in bezug auf die Klostergründung nicht glaubwürdig; wissen wir doch, daß die Klosterkirche erst nach der Aureliustranslation gebaut worden ist.
Den Zusammenhang mit den Hirsauern Stiftern stellt eine Schenkungsnotiz des Lorscher Codex her, aus der wir erfahren, daß ein Erlafried im Jahre 769 eine Besitzschenkung in Gültstein (bei Herrenberg) an das Nazarius-Kloster vorgenommen hat. Da nach dem zweiten Gründungsbericht im Hirsauer Codex (f 25a) Erlafrid die Aureliuszelle mit Besitz im gleichen Gültstein ausstattete, den Graf Adalbert von Calw laut D H IV 280 bei der Wiedergründung des Klosters restituiert hat, wird man Erlafrid, den Schenker an Lorsch von 769, als Vorfahren Erlafrids und Notings ansehen müssen.
Bisher ist lediglich bekannt, daß ein Mitglied der Stifter-Familie, nämlich Noting, das Amt eines Reichs-Bischofs in Italien bekleidet hat. In Erlafrid, dem Schenker an Lorsch von 769, ist einer seiner Vorfahren zu erkennen. Aufgrund mehrerer Einträge in den Gedenkbüchern von Reichenau und Brescia sind wir jedoch in der Lage, in das Gefüge der Hirsauer Stifter-Familie tieferen Eiunblick zu nehmen. Gleich im Eintrag I (Reichenau) tritt uns eine Gruppe von 50 Personen entgegen, in der Träger der Namen Erlafrid (dreimal), Noting (zweimal), Thietlind (dreimal) und Kunigund (dreimal) öfters genannt sind, das heißt den Kern einer großen Personengruppe bilden. Da nun die gleichen Namen im kleineren, offenbar nurmehr zwölf Personen umfassenden Eintrag II. (Brescia) wiederkehren, besteht kein Zweifel, daß Erlafrid, Noting, Thietlind und Kunigund verwandtschaftlich aufs engste zusammengehören. Es handelt sich augenscheinlich um die Stifter-Familie der Aureliuszelle, die das Gerippe von Eintrag I  darstellt. Außerdem kehren die Namen Richgund und Nanther des Eintrags I (Reichenau) im Eintrag II (Brescia) wieder.
Damit aber ergibt sich auch die zeitliche Einordnung der uns interessierenden Personengruppe Astat/Erlafrid in das Jahr 856. Wie wir unter den Persönlichkleiten, die mit Kaiser LUDWIG II. und Angelberga im Mai 856 in Brescia weilten, Astat und Eralfrid antreffen, so  begegnet uns ein Astat in der zwischen Eintrag IV eingeschriebenen Personenreihe (Hand B), in der sich Nchfahren Eberhards von Friaul und Hugos von Tours zu erkennen geben. Taucht aber ein Astat erneut in so vornehmer Gesellschaft auf und zudem etwa zu dem Zeitpunkt (ca. 864 bis vor 875), als ein Astat seine Schwester Swaneburg an S.Giulia übergeben hat, dann wird man kaum an verschieden Personen denken.
Wir könnten nicht wagen, den in den Einträgen der Hirsauer Stifter-Sippe vorkommenden Nanther mit einem der gleichnamigen Großen aus dem Mittelrhein-Gebiet in Zusammenhang zu bringen, wenn nicht bekannt wäre, daß die Gemahlin des "dux Nantharius", des Klosterstiftes von Münster-Dreisen (863/64), Kunigunde hieß. Da aber gerade Kunigunde ein in der Hirsauer Gründer-Sippe besonders bevorzugter Name gewesen ist und die  Lage der Besitzungen der Hirsauer Stifter ohnehin ins fränkische Gebiet tendiert, ist die Annahme einer Verwandtschaftsbeziehung zwischen den beiden Familien siherlich begründet. Sie dürfte wohl kognatischer Art gewesen sein [36 Wahrscheinlich kam Kunigund aus der Familie der Hirsauer Stifter.]. Darf man im Namen Cundpret (Eintrag I) einen Kunibert erblicken, dann könnte in Erwägung gezogen werden, ob die Hirsauer Stifter nicht auch mit der Familie des Grafen Kunibert verwandtschaftlich verbunden gewesen sind. Kuniberts Besitzungen, die an das Kloster Fulda gelangten, lagen ja zum Teil im Bereich des mittleren Neckar in geradzu auffallender Nachbarschaft mit solchen der späterne Grafen von Calw und Vaihingen und zudem war Kuniberts Nachkomme Walpert Graf in Verona, wo zur gleichen Zeit (um 840) Noting Bischof gewesen ist.
Die Nachbarschaft der Wirkungskreise im Nagoldtal, die Besitzvergesellschaftung an drei auseinander liegenden Orten und das Erscheinen der Namen Gerold und Udalrich im Gedenkbucheintrag der Hirsauer Stiftersippe, diese Indizien reichen aus für die Annahme, die Hirsauer Stifterfamilie habe der Familie Gerolds verwandtschaftlich und damit gesellschaftlich nahegestanden.
Der Name Erlafrid scheint eine gewisse Vorrangstellung in der Familie eingenommen zu haben. Daneben wurden auch die Namen Noting und Astat bevorzugt, unter den Frauennamen Thietlind und Kunigund.  
 

 


Literatur:
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Bühler Heinz: Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben Anton H. Konrad Verlag 1997 Seite 719,722 - Schmied Karl: Kloster Hirsau und seine Stifter Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band IX Freiburg im Breisgau 1959 Seite 17,20,28, 69,78,80,86-88,91-93,122 -