Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1526
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Eberstein, Grafen von
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Die Edelfreien von Eberstein
sind erstmals 1085 genannt (Burg Alteberstein im Ortsteil
Ebersteinburg der Stadt Baden-Baden). Ihr Besitz im Ufgau (wohl von den
um 1100 ausgestorbenen Grafen von Malsch) und im Kraichgau aus einer
Heiratsverbindung
mit den Grafen von Lauffen ermöglichte den Ausbau einer
umfangreichen
Adelsherrschaft im nördlichen Schwartzwald, die sich auf
bischöfliche
speyerische Lehengüter, aber auch auf Rodungsgüter im Murg-
und
Albtal stützte.
Das Zisterzienser-Kloster Herrenalb (um 1150) und das
Benediktinerinnen-Kloster Frauenalb (um 1180) wurden zu geistlichen
Zentren
der Familie, noch ehe
Eberhard von Eberstein
(1196) erstmal den
Grafentitel beilegte, wohl ohne jemals ein Grafenamt ausgeübt zu
haben.
Vornehme Heiratsverbindungen (Herzöge von Teck, Grafen von
Zweibrücken,
Freiburg, Sulz, Tübingen) trugen zur Steigerung des Ansehens der
neben
den Markgrafen von Baden mächtigsten Adelsherrschaft im Gebiet des
Nord-Schwarzwaldes bei. Dafür sprechen auch die
Stadtgründungen
in Kuppenheim, Gernsbach, Bretten, Gochsheim und Neuburg am Rhein
(damals
noch rechtsrheinisch südwestlich des heutigen Karlsruhe), alle um
1250.
Doch bereits in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts leiteten
Erbauseinandersetzungen
den Niedergang ein. 1283 verkaufte
Otto von Eberstein seine
Stammburg
Alteberstein an Markgraf Rudolf von Baden und zog sich
auf Burg
Ebersteinschloß im Murgtal zurück. Auch die Hälfte
der Herrschaft wurde 1387 an die Markgrafen verkauft. 1660 starb
die Familie aus; der größte Teil ihrer Herrschaft fiel an
die
Markgrafschaft Baden-Baden.
Literatur:
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W. Moeller, Stammtafeln westdt. Adelsgeschlechter im
MA I, 1922, 8-10; Tafel IV - G.H. Krieg v. Hochfelden, Gesch. der Gf.en
v. E. in Schwaben, 1836 - K. Frhr. v. Neuenstein, Die Gf.en v. E. in
Schwaben,
1897 - A. Schäfer, Stauf. Reichslandpolitik und hochadlige
Herrschaftsbildung
im Uf- und Pinzgau und im NW-Schwarzwald vom 11.-13. Jh., ZGO 117,
1969,
229ff. - G. Wunder, Otto v. E. Bem. zu einer Biographie und Genealogie,
ebd. 123, 1975, 93ff.