Oda von Weimar-Orlamünde         Markgräfin von Meißen
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um 1060-   1111
 

Älteste Tochter des Markgrafen Otto I. von Meißen aus dem Hause WEIMAR-ORLAMÜNDE und der Adela von Löwen, Tochter von Graf Lambert II.
 

Brandenburg Erich: Tafel 10 Seite 20
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 146 a. ODA
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* ca. 1060 + 1111

Gemahl:
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vor 1080
Ekbert II. Markgraf von Meißen (siehe XII. 53.)
        + 1090

Anmerkungen: Seite 139
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XI. 146-148

S. Posse, Wettiner Tafel 1.



Schwennicke Detlev: Tafel 144
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1"

ODA
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    + 1111

  oo vor 1080
       EKBERT II., Graf von Braunschweig, 1099 Markgraf von Meissen
                + 3.VII.1090



Thiele, Andreas: Tafel 180
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I"

ODA
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    + 1111

  oo EKBERT II. VON BRAUNSCHWEIG, Markgraf von Meissen
                + 1090



Annalista Saxo:
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"Reichschronik"

Das Jahr 1062.

Der königliche Knabe wird auf Anstiften einiger Fürsten, nämlich des Mainzer Erzbischof Sigefrid, des Herzogs Otto von Northeim und des Grafen Ekbert von Bruneswik, der ein Vetter des Königs selbst war, der Kaiserin-Mutter geraubt.

[Markgraf Willehelm .... starb. Seine Braut Sophia nahm Odalrich, der Markgraf der Carentiner, sein Verwandter. Seine Mark aber erhielt sein Bruder Otto von Orlagemünde]. Ihr, nämlich der Markgrafen Willehelm und Otto, Bruder war Poppo, der einen Sohn Odalrich hatte, welcher die Schwester des Königs Ladizlaus von Ungarn Sophia zur Frau nahm, und sie gebar ihm den jüngern Odalrich, der des Grafen Lodowich von Thüringen Tochter heirathete. - Markgraf Otto aber hatte eine Frau Namens Adela von Brabant, von dem Schlosse, das Lovene heißt, welche ihm drei Töchter Oda, Kunigunde und Adelheid gebar, Oda bekam der Markgraf Ekbert der Jüngere von Bruneswik, und sie starb kinderlos. Kunigunde heirathete den König der Ruzen und gebar eine   Tochter, welche ein Edler aus Thüringen Namens Gunter empfing, und er zeugte mit ihr den Grafen Sizzo. Nach dem Tode ihres Mannes kehrte Kunigunde in die Heimat zurück und verband sich mit dem Grafen Cono von Bichlingge, dem Sohne des Herzogs Otto von Northeim, und sie gebar ihm vier Töchter. Als jener ebenfalls starb, wurde ihr dritter Mann Wipert der Aeltere. Adelheid aber wurde mit dem Grafen Adalbert von Ballenstide verehelicht, welchen Egeno der Jüngere von Konradesburg, Burchards Sohn, Egeno's des Aeltern Enkel tödtete, indem er den durch den Klang der Glocke Verrathenen überfiel. Dieser Adalbert zeugte mit ihr den Grafen Otto und den Pfalzgrafen Sigefrid.

Hildebrand Ruth: Seite 11
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"Herzog Lothar von Sachsen"

Wenn nun Kuno von Beichlingen mit seiner ORLAMÜNDER Gemahlin schon seit dem letzten Jahrzehnt des 11. Jahrhunderts im Gau Engelin Macht ausübt, wenn Markgraf Ekbert 1088 zwei der thüringischen Gleichen-Burgen innehat, so müssen wir den Schluß ziehen, dass mindestens zwei der Schwiegersöhne bereits geerbt oder Erbschaft usurpiert haben, der BEICHLINGER und der BRUNONE.
Es gibt nämlich in Thüringen auch deutliche Anzeichen für alten brunonischen Besitz aus der ORLAMÜNDER Erbmasse. Da ist zunächst die Burg Gleichen, die Egbert 1088 in eigenem Besitz hat. Graf Heinrich der Fette und seine Gemahlin Gertrud von Braunschweig gründen 1093 das Eigenkloster Bursfelde.

Fenske Lutz: Seite 76,148 A. 276
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen."

Nach einer schwäbischen Quelle sollen die Markgräfin Adela und ihr Schwiegersohn Ekbert - dieser hatte inzwischen Oda, ein Tochter Adelas aus deren 1. Ehe, geheiratet - in geheimen Einvernehmen mit dem von RUDOLF abgefallenen Herzog Magnus gestanden haben. Sie hätten dem Gegen-König den Gehorsam verweigert und mehrere Burgen besetzt, seien dann aber von diesem erneut zum Anschluß an seine Partei gezwungen worden.
Heinrich, der älteste Sohn Herzog Ottos, heiratete nach 1085 Ekberts Schwester Gertrud. Diese Verbindung setzt ein zumindest zeitweilig bestehendes politisches Einverständnis zwischen dem BRUNONEN und dem NORTHEIMER voraus. Durch seine Gattin Oda war Ekbert darüber hinaus mit Kuno von Beichlingen und den WETTINERN verschwägert. Die Mutter Odas, Adela, hatte aus ihrer Ehe mit Markgraf Otto von Meißen aus dem Geschlecht der Grafen von Weimar-Orlamünde drei Töchter. Von ihnen heiratete Odas Schwester Kunigunde Kuno von Beichlingen. Adela heiratete dann in zweiter Ehe den Markgrafen Dedi; da Heinrich I. von Eilenburg aus dieser Ehe stammte, waren Kunigunde und Oda Halbschwestern dieses WETTINERS.

Patze Hans: Seite 207
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"Die Entstehung der Landesherrschaft in Thüringen"

Gleichen war vermutlich im 11. Jahrhundert im Besitz des Grafen Otto von Weimar, Markgrafen von Meißen. Von ihm fiel die Burg wohl an seine Tochter Oda, die den Markgrafen Ekbert heiratete. Nach seiner Ermordung behielt Oda die Burg. Sie fiel bei ihrem Tod an ihre Schwester Adelheid, durch deren Heiraten sie an die Pfalzgrafen bei Rhein kam. Tümmler, Die Geschichte der Grafen von Gleichen, Seite 15, vermutet, dass Pfalzgraf Wilhelm und seine Mutter die Burg dem Erzbischof aus Dankbarkeit für die dem Pfalzgrafen Siegfried gegen HEINRICH V. geleistete Hilfe geschenkt haben.

Partenheimer Lutz: Seite 209
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Von Adelheids zwei Schwestern heiratete Oda Markgraf Ekbert II. von Meißen, der 1090 - angeblich bei der Selkemühle (unter der Burg Anhalt) - erschlagen wurde. Die Ehe blieb kinderlos.

Pätzold, Stefan: Seite 98
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"Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221."

Mit den BRUNONEN, die mit Ekbert I. und seinem Sohn Ekbert II. seit 1067 die Markgrafen von Meißen stellten, verband die WETTINER zunächst nur die Ehe Ekberts II. mit Adelas Tochter Oda [L. Fenske, Adelsopposition, Seite 376 Stammtafel 3].

Posse, Otto: Seite 151,154,174
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"Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen."

Otto hinterließ drei Töchter, welche bei seinem Tode noch sehr jung gewesen zu sein scheinen: Oda, Kunigunde und Adelheid. Oda vermählte sich spätestens vor dem 27. Januar 1080 mit dem Markgrafen Ekbert II. von Meißen [91 Vgl. Seite 174.].
Wohl war der Markgraf Dedi alt und kränklich, ihm ergeben, auch hatte es Adela für geraten gehalten, ihren etwa fünfjährigen Sohn Heinrich dem König als Geisel zu senden, doch wie, wenn die ränkevolle Adela den energielosen Gemahl zu neuem Kampfe aufstachelte, - wie, wenn der junge Ekbert, dem Adela ihre älteste Tochter Oda verlobt hatte [63 Die Vermählung Ekberts mit Oda war vor dem 27. Januar 1080 vollzogen nach Bertholdi ann. a. 1080. SS 5,326. - Ann. Saxo a. 1062. SS 6, 693. Vergl. Seite 184.], auch ihrem Einflusse nachgebend wieder zu den Waffen griff?

Brüsch, Tania: Seite 32,38,73,78,83
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"Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert."

Ekbert II. war mit Oda, der Tochter Adelas von Löwen-Brabant, verheiratet [50 Annalista Saxo, a. 1062, Seite 693.]. Adela selbst war in erster Ehe mit Markgraf Otto von Meißen aus der Familie WEIMAR-ORLAMÜNDE und in zweiter Ehe mit dem WETTINER Markgraf Dedi II.von der Ostmark verheiratet. Die Ehe Ekberts mit Oda blieb kinderlos, so daß nach seinem Tod seine Schwester Gertrud das Erbe antrat.
Kurz darauf ging Gertrud mit Heinrich I. von Eilenburg, dem Markgrafen von Meißen, eine dritte Ehe ein. Er war der Sohn des WETTINERS Markgraf Dedi II. von der Ostmark und seiner Frau Adela, deren Tochter Oda aus erster Ehe Gertruds Bruder Ekbert geheiratet hatte [89 Die Ehen der Geschwister Gertrud die Jüngere und Ekbert II. schufen eine Vernetzung mit dem sächsischen Adel, die kaum noch zu durchschauen ist: Über zwei Generationen hinweg heirateten BRUNONEN, NORTHEIMER und die Kinder Adelas untereinander; vgl. die Tafel II im Anhang.].
Bertholds Annalen überliefern eine andere Version, die eine enge Beziehung zwischen Ekbert und Adela, der Witwe des Markgrafen Dedi von der Ostmark, annimmt, deren Tochter Oda Ekbert inzwischen geheiratet hatte.
Die im Liber de unitate genannten führenden Fürsten gehörten ebenfalls zur angeheirateten Verwandtschaft der BRUNONEN. Auch wenn die zwei der drei Söhne Ottos von Northeim nicht namentlich genannt werden, so kann man davon ausgehen, daß einer Heinrich der Fette von Northeim war, da dieser auch in den folgenden Jahren zu den einflußreichsten Männern in Sachsen zählte. Heinrich war mit Ekberts Schwester Gertrud verheiratet. Ekbert besaß zu einem weiteren Sohn Ottos von Northeim eine verwandtschaftliche Bindung: Seine eigene Frau Oda und die Gemahlin Kunos, Kunigunde, waren Schwestern und Töchter der genannten Adela.
Außerdem werden Siegfried, der Sohn Ottos von Northeim und Schwager von Ekberts Schwester Gertrud, sowie Heinrich von Eilenburg, der Bruder von Ekberts Frau Oda, als diejeneigen, die das Urteil über Ekbert fällten, genannt.
 
 
 
 

vor 1080
  oo Ekbert II. Markgraf von Meißen
  x   um 1061-10.7.1090
 
 
 
 

Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik ad a. 1062 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 10 Seite 20,139 - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 32,38,64,73,78,83,271 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 76,148 A. 276,340 - Hildebrand Ruth: Herzog Lothar von Sachsen. Verlag August Lax Hildesheim 1986 Seite 11 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V., Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band II Seite 522,523 n. 92 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 175,209 - Patze, Hans: Die Entstehung der Landesherrschaft Thüringen, Böhlau Verlag Köln/Graz 1962 Seite 207 - Pätzold, Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln 1997, Seite 96,98 - Posse, Otto: Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Giesecke& Devrint Verlag Leipzig 1881 Seite 151,154,174,210 - Posse, Otto: DIE WETTINER. Genealogie des Gesamthauses Wettin. Zentralantiquariat Leipzig GmbH 1994 Tafel 1 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafeln 144 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 180 -