Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 1986
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Limburg (Limbourg)
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ehemalige Grafschaft und Herzogtum (Limbourg-sur-Vesdre, heute Belgien, Provinz Lüttich
1. Der Aufstieg des Hauses Limburg im 11. und 12. Jahrhundert
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Keimzelle des späteren Fürstentums war die
alte königliche Grundherrschaft Baelen, die Friedrich
II. von Luxemburg, der spätere Herzog von Nieder-Lothringen
(1046-1065), von seiner Mutter geerbt hatte und auf der er um 1020
die
Burg Limburg
errichten ließ. Friedrichs
'dominium',
das Besitzungen zwischen Maas und Aachen sowie um Sprimont (südlich
von Lüttich), desgleichen die Vogtei über die Abteien St-Truiden
(St-Trond) und Stablo-Malmedy umfasste, kam mit Ausnahme der an die Grafen
von Namur gefallenen Vogtei über Stablo-Malmedy) 1065 an Friedrichs
Schwiegersohn
Walram-Udo, Graf von Arlon (oo Judith,
Erbtochter Friedrichs).
Da Walram-Udo bereits in einer Urkunde von 1064 (?) als "egregius
comes
Udo de Lemborch" genannt wird, liegt die Annahme nahe, dass er
die Grafengewalt schon zu Lebzeiten seines Schwiegervaters ausübte.
Die Nachkommen Walram-Udos regierten in Limburg
bis 1283. 1101 wurde sein Sohn, Heinrich I. von Limburg und Arlon (1081-1109),
von Kaiser HEINRICH IV. zum Herzog
von Nieder-Lothringen ernannt; Herzog Heinrich hielt dem Kaiser
auch nach dessen Absetzung durch HEINRICH V.
(1105) die Treue. Der junge König entzog ihm daher 1106 die Herzogswürde
und verlieh sie Graf Gottfried VI. von Löwen. Diese Maßnahme
war Ausgangspunkt des langen Kampfes zwischen den konkurrierenden Häusern
LIMBURG und LÖWEN-BRABANT.
1128 belehnte Kaiser LOTHAR III. wiederum
den Sohn und Nachfolger Heinrichs I.,Walram II. (1119-1139),
mit der niederlothringischen Herzogswürde, gegen Gottfried
von Löwen. König KONRAD III. dagegen
restituierte das Herzogtum 1139 an das Haus LÖWEN-BRABANT.
Zweimal mit dem niederlothringischen Herzogtum belehnt,
nannten sich die Grafen von Limburg nun
durchgängig Herzöge; dies ist der Ursprung des Titels 'Herzog
von Limburg', der schließlich von FRIEDRICH
BARBAROSSA
anerkannt wurde (1165), wozu sicher die Tatsache
beitrug, dass
Heinrich II. von Limburg (1139-1167) zu den
häufig am Kaiserhof präsenten Großen zählte. Doch
erreichten es die Limburger trotz aller Bemühungen nicht, zum Range
von Reichsfürsten aufzusteigen; gleichwohl waren sie - in Ausübung
ihrer Herzogswürde - in bemerkenswerter Weise bemüht, im Gebiet
zwischen Maas und Rhein die Aufgaben der Landfriedenswahrung zu erfüllen.
1136, unter Walram II., bemächtigten sich
die LIMBURGER
der
Herrschaft Rolduc (Herzogenrath) und machten reiche Stiftungen an die Abtei
Klosterrath, die sie zu ihrer Grablege wählten. Durch Heirat erwarb
Walram
II.
die nördlich von Herzogenrath gelegene Herrschaft Wassenberg.
Er leitete im herzoglichen Forst (Hertogenwald) eine starke Rodungstätigkeit
ein.
2. Vom frühen 13. Jh. bis zur Schlacht von Worringen
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Um 1200 hatten die LIMBURGER
eine angesehene und gesicherte Position errungen. Herzog Heinrich III.
(1167-1221) unternahm Anstrengungen, um seinen Sohn
Simon
das Bistum Lüttich zu verschaffen (1193-1195). 1214 wurde ein
anderer Sohn Heinrichs III., Walram III., durch Heirat mit
Gräfin Ermesinde, Gräfin von Luxemburg (1214-1226)
und begründete das Haus der LUXEMBURGER-LIMBURGER.
Die aus der limburgischen Patrimonium
herausgelöste Grafschaft Arlon wurde der Gräfin Ermesinde
übertragen und damit luxemburgisch (1214).
Walram III. trat 1121 auch das väterliche Erbe in Limburg an.
Der älteste der Söhne Walrams III. aus dessen 1. Ehe,
Heinrich
IV., heiratete Ermengarde, die Erbtochter des Grafen von Berg,
und regierte sowohl in Berg (1225-1247) als auch in Limburg (1226-1247).
Nach seinem Tode wurde das Erbe geteilt: Der ältere Sohn, Adolf,
erhielt die Grafschaft Berg, der jüngere, Walram IV. (1247-1280),
das Herzogtum Limburg.
Nicht zuletzt infolge dieser Erbteilung war das durch
territoriale Verluste geschwächte Herzogtum Limburg zu einem Fürstentum
zweiten Ranges geworden, isoliert zwischen den beiden großen Territorialmächten
der Region, dem Herzogtum Brabant und dem Erzbistum Köln. An der großen
Handelsroute gelegen, die Brügge mit Köln (über Löwen,
St-Truiden und Maastricht) verband, wurde Limburg in Anbetracht seiner
großen strategischen Bedeutung zum Zankapfel der mächtigen Nachbarn.
Nach dem Tode Walrams IV. fiel das Herzogtum an
dessen einzige Tochter Ermengarde (+ 1283) und ihren Gemahl,
Graf Rainald I. von Geldern. Hatte Adolf von Berg zunächst Erbansprüche
auf Limburg erhoben, so trat er diese 1283 an Herzog Johann I. von Brabant
ab. Der 1283 mit dem Erzbischof von Köln, Siegfried von Westerburg,
verbündete Rainald verkaufte seine Rechte an Heinrich III. von Luxemburg
(1288). Am 5. Juni 1288 vernichtete Johann I. von Brabant seine Gegner
in der Schlacht bei Worringen, eroberte das Herzogtum Limburg und sicherte
so seine Hegemonialstellung im Rhein-Maas-Gebiet ab.
| Walram I. Graf von Arlon | um 1030 |
| Walram II. Graf von Limburg | 1061-1082 |
| Heinrich I. | 1082-1119 |
| Walram III. der Heide | 1119-1139 |
| Heinrich II. | 1139-1167 |
| Heinrich III. | 1167-1221 |
| Walram IV. | 1221-1226 |
| Heinrich IV. | 1226-1247 |
| Walram V. | 1247-1280 |
| Irmgard | 1280 |