auch Grafen von Morit und von Greifenstein
EUROPÄISCHE STAMMTAFELN NEUE FOLGE BAND I.1 Tafel
87 A
Lexikon des Mittelalters: Band II Seite 526
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Bozen (italienisch Bolzano)
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Ein bayerischer Graf, der die Bozener und andere Burgen
befehligte ("comes Baioariorum, ... qui Bauzanum et reliqua castella regebat"),
wird von Paulus Diaconus bereits für die Zeit um 680 genannt. Urkundlich
erscheint der "comitatus Bauzanum" erstmals 1027, als König
KONRAD II. diese Grafschaft an das Hochstift Trient verliehen
hat. Als Grenzen derselben werden darin gegen Nordosten der Tinnebach bei
Klausen und der Breibach im Tiersertal, gegen Nordwesten der Gargazonerbach
südlich von Meran und gegen Süden die Grenze der Pfarre Bozen
gegen die alte Pfarre Egna-Auer angeführt. Die Fürstbischöfe
vergaben die Grafschaft im 12. Jh. bis ca. 1170 an die Grafen von Greifenstein-Morit
zu
Lehen. Danach übten die Grafen von Tirol als fürstbischöfliche
Vögte, das heißt namens der Fürstbischöfe, die Herrschaft
aus. Die Vogteigewalt wurde so für die Grafen von Tirol zur Voraussetzung,
um spätestens bis zur Mitte des 13. Jh. auch die tatsächliche
Herrschaft in dieser und in anderen Grafschaften der Fürstbischöfe
von Trient bzw. von Brixen zu usurpieren. Die letzte Nennung der Grafschaft
Bozen datiert von 1242, in der Folge wurde daraus das landesfürstliche
Landgericht Gries (urkundlich 1272) mit dem Stadtgericht Bozen.
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